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Mitten zwischen den Türmen der Skyline entstehen die Hochhäuser des Projekts "Four" Frankfurt.

Stadtentwicklung

Früherer Stammsitz der Deutschen Bank wird zur Design-Herberge

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Bis zum Oktober sollen die Altbauten auf dem Deutsche Bank-Areal in der Innenstadt abgerissen sein. In danach entstehenden Neubauten wird ein Hotel einziehen, das auf ein ganz besonderes Design setzt.

Von außen bekommt man nicht viel mit, was auf dem größten innerstädtischen Entwicklungsprojekt zwischen Großer Gallusstraße und Junghofstraße passiert. Wo vor einem Jahr noch ein Freiluftkino das Publikum anzog, steht jetzt ein großer Bauzaun. Dahinter aber laufe der Abriss ganz nach Plan, versichert Philipp Cronemeyer vom Projektentwickler Groß & Partner. Auch mit dem Abbruch des schwarzen Hochhauses an der Großen Gallusstraße, in dem sich früher die Zentrale der Deutschen Bank befand, wurde bereits begonnen.

Bis zum Oktober sollen die Altbauten auf dem rund 1,6 Hektar großen Areal komplett entfernt sein. Dann wird mit den Tiefbauarbeiten begonnen – vorausgesetzt, bis dahin liegen die dafür nötigen Genehmigungen vor. Angewandt wird die sogenannte Deckelbauweise. Mit dieser kann Zeit gespart werden, da es möglich ist, gleichzeitig in die Tiefe und in die Höhe zu bauen. Bis 2023 soll das „Four Frankfurt“ genannte Quartier mit vier Hochhäusern fertig sein. Vorgesehen sind Büros, Wohnungen, Einzelhandel, Gastronomie und ein Hotel. Dort werden 4000 Menschen arbeiten und 1000 wohnen.

Mittlerweile stehen auch schon die ersten Nutzer fest. Bereits seit einigen Monaten ist bekannt, dass in dem 100 Meter hohen Büroturm die internationale Kanzlei Baker McKenzie eine Fläche von rund 8000 Quadratmeter belegt. Seit gestern ist auch der Betreiber des geplanten Hotels öffentlich: Der global tätige Hotelkonzern IHG eröffnet an der Junghofstraße das erste Haus der Marke Kimpton in Deutschland. Es handelt sich nach Angaben des Projektentwicklers um ein luxuriöses Boutique-Hotel mit 155 Zimmern unterschiedlicher Kategorien sowie einer Sky-Bar auf der Dachterrasse. IHG habe einen „langfristigen Mietvertrag“ abgeschlossen.

Das Hotel wird den gesamten Gebäuderiegel Junghofstraße 7–11 belegen. Dieser wurde in den 50er Jahren errichtet und lange von der Deutschen Bank genutzt. Bekannt ist vor allem der Hermann-Josef-Abs-Saal. Erhalten wird allerdings nur die denkmalgeschützte Fassade, das Original-Foyer wird dem Hotel als Eingang dienen. Das dahinterliegende Gebäude wird durch einen Neubau ersetzt. Aber auch dieser wird den Geist der 50er Jahre atmen. Denn vor dem Abriss werden Original-Türen und Treppengeländer ausgebaut, um später für das Hotel verwendet zu werden. Es entstehen also Hotel-Zimmer im Retro-Stil. Das Design, das möglicherweise an die Fernsehserie „Mad Men“ erinnert, wird speziell für Frankfurt entwickelt, denn bei Kimpton gleicht kein Haus dem anderen. Bisher gibt es 66 Hotels dieser Marke in den USA, der Karibik und Europa.

Kenneth Macpherson, der beim IHG-Konzern für Europa, den Nahen Osten, Asien und Afrika zuständig ist, bezeichnete den Mietvertragsabschluss als „Meilenstein für Kimptons Expansion in Europa“. Nach Ansicht von Nikolaus Bieber von Groß & Partner betonte: „Das Quartier Four Frankfurt erhält mit dem Kimpton einen weiteren Anziehungspunkt, der die Innenstadt bereichern und aufwerten wird.“

Die Umgestaltung des Deutsche- Bank-Areals wird in den kommenden Jahren die größte innerstädtische Baustelle Frankfurts sein. Nach Angaben von Groß & Partner ist das Interesse an dem Projekt groß. Weitere Mietvertragsabschlüsse stünden bevor, heißt es.

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