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Nach Aroha ist Dana Soukup ?süchtig?. Und so macht sie es mit Begeisterung vor.

Turngemeinschaft feiert

Fünf Jahre Aroha: Tanzen wie die Maori-Krieger

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Dana Soukup lebt für den Sport und für Aroha und Kaha. Seit fünf Jahren unterrichtet sie die Sportart aus Neuseeland nun schon bei der TG Römerstadt – als erster Verein in der Stadt. Das wird am nächsten Samstag gefeiert.

Sportsachen, ein Handtuch, etwas zu trinken und viel gute Laune – mehr braucht es nicht, um sich am kommenden Samstag, 26. Mai, wie ein neuseeländischer Maori-Krieger zu fühlen. Denn dann entführt Dana Soukup, Übungsleitern bei der TG Römerstadt, in der Geschwister-Scholl-Schule, Hadrianstraße 18, in die Welt von Aroha und Kaha.

Seit fünf Jahren betreut die mittlerweile 72-Jährige nun schon die Aroha-Kurse der TG Römerstadt, vor zwei Jahren kam Kaha hinzu – das soll jetzt gefeiert werden. Schließlich war der Verein aus dem Nordwesten mit beiden Kursangeboten

Vorreiter in der Stadt

. „Aroha-trifft-Kaha-Special“ heißt die Veranstaltung, bei der jeder mitmachen kann. 70 Leute, schätzt Soukup, hätten in der Halle der Geschwister-Scholl-Schule Platz. „Das muss reichen“, sagt sie.

Drei mal pro Woche steht Dana Soukup sonst in der Turnhalle der Ernst-Reuter-Schule I, aus der großen schwarzen Box erklingt dann rhythmische Musik im Dreiviertel-Takt, dem typischen Aroha-Rhythmus. Rund 20 Frauen und sogar ein paar Männer verfolgen dann Soukups Bewegungen, beugen ihren Oberkörper nach vorne und ballen ihre Hände zur Faust – immer zum Takt der Musik. Die Turnschuhe quietschen auf dem alten Hallenboden, bei jedem Schritt stößt Dana Soukup den Arm nach vorne, in der Hand hält sie einen Stock, der bei jedem Schritt vibriert.

„Aroha ist anstrengend, da müssen wir uns nichts vormachen. Man kommt gehörig ins Schwitzen, aber es entspannt zugleich auch unheimlich“, sagt Soukup, die ihre Aroha-Liebe vor rund sechs Jahren entdeckte. Bei der Sportart handelt es sich um eine Kombination aus Haka, dem neuseeländischen Kriegstanz der Maori, traditionellem Kung-Fu und Tai-Chi-Elementen. Entwickelt hat den Sport der Berliner Bernhard Jakszt vor 15 Jahren.

Es sei der ständige Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, der den Reiz an Aroha ausmache. Nach dem Warm-Up gehe es „recht schnell zur Sache. Man schwitzt ordentlich“, sagt Soukup und lacht. Aber trotz dieser Abwechslung, trotz der Schnelligkeit sei eine Kaha-Unterrichtsstunde – einen Kurs gibt es aktuell bei der TG Römerstadt – für sie „deutlich anstrengender“. „Es gibt eine Choreographie, die ich vortanze. Bei jedem noch so kleinen Fehltritt muss ich schnell improvisieren, da muss man höllisch aufpassen“, sagt sie.

Ansonsten sorge Kaha – eine Mischung aus Thai Chi, Yoga und Qigong – für Entspannung, allein schon durch den langsameren Takt der Musik. Müsste Dana Soukup sich zwischen beiden Sportarten entscheiden, sie könnte es nicht. Ohnehin ist die 72-Jährige ein Mensch, der ohne Sport nicht leben kann. „Es ist für mich wie eine Droge, eine legale Droge“, sagt sie. Da lässt sie sich auch von Schicksalsschlägen wie einer Krebsdiagnose oder einem Oberschenkelhalsbruch nicht aus der Bahn werfen. Dana Soukup kommt immer wieder zurück. „Das macht mich alles nur noch stärker“, sagt sie.

Diese Stärke will sie am Samstag zeigen und noch mehr Menschen für Aroha und Kaha begeistern. Vorbeikommen könne wirklich jeder, sagt sie. Egal ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, ob dünn oder dick. „Das Angebot ist für jeden da und wer nicht mehr kann, macht einfach eine Pause“, sagt Soukup. Los geht es um 14 Uhr, die Türen der Halle öffnen bereits eine halbe Stunde früher. Begonnen wird mit einer der Aroha-Probestunde. „Ich freue mich wirklich über jeden der kommt“, sagt Dana Soukup, die übrigens hofft, noch möglichst lange ihre Gruppen unterrichten zu können. Sie ist aber auch realistisch und weiß, dass das nicht ewig geht. Im Herbst bekommt sie deswegen ein wenig Unterstützung und gibt einen Kurs an eine jüngere Kollegin ab. „Ich mache eben etwas weniger, aber sicher nicht mit weniger Leidenschaft“, sagt sie.

(jdi)

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