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Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing (m.), zelebrierte den Gründungsgottesdienst der neuen Großpfarrei in Bockenheim.

Zusammenlegung von Gemeinden

Aus fünf wird eine Groß-Pfarrei

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Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat gestern in einem Festgottesdienst die Gründungsurkunde für die neue Großpfarrei Sankt Marien übergeben. Aus ehemals fünf Gemeinden wird eine.

Ohne das tägliche Brot kann der Mensch nicht leben. Doch die Möglichkeiten, dieses Grundnahrungsmittel zuzubereiten, sind ebenso vielfältig wie die Gemeinden der neuen Großpfarrei Sankt Marien. Symbolisch schmückten deshalb zahlreiche Brote, die Bischof Georg Bätzing segnete, nach verschiedenen internationalen und einheimischen Rezepten den Altar der Frauenfriedenskirche und auch die Tische beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal.

Zu den Fürbitten für Sankt Marien als „ein starkes Stück Frankfurter Westen“ erklangen die Namen der Schutzheiligen der einzelnen Kirchen Antonius, Anna, Raphael und Elisabeth, die nun in Sankt Marien aufgehen. „Diese Pfarreien legen sich wie ein Kranz um die Frauenfriedenskirche“, sagte der dortige Pfarrer Joachim Braun bei der Begrüßung und nahm die Gründungsurkunde von Bischof Bätzing entgegen. Dem Anlass angemessen feierte der Limburger Bischof den Festgottesdienst mit acht Konzelebranten als Vertreter der fünf Kirchorte und sechs muttersprachlichen Gemeinden, assistiert von weiteren Diakonen und pastoralen Mitarbeitern. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgten das Bläserensemble und der Projektchor aus den fünf Pfarreien, der sich zur Fusion unter der Leitung von Annemarie Jacob gegründet hatte und mehrere Kirchenlieder wie den Choral „Großer Gott, wir loben dich“ zum Glockengeläute der Frauenfriedenskirche begleitete. „Immerhin gehören die Glocken unserer neuen Pfarrkirche zu den schönsten in Frankfurt“, freute sich ein Gottesdienstbesucher.

Doch mindestens ebenso wertvoll und unverzichtbar wie das Brot ist auch das „Salz der Erde“, mit dem die Jünger Jesu im Matthäusevangelium verglichen werden. „Wenn wir uns auf einen gemeinsamen Weg aufmachen und uns in eine Zukunft hineinbewegen, in der der Herr uns entgegenkommt, dann sollten wir einen Wachstumsprozess in Gang setzen und wie das Salz in der Suppe oder das Licht der Welt sein“, betonte Bischof Bätzing in seiner Predigt.

Zu den wichtigen Aufgaben einer solchen wachsenden Gemeinde gehörten die Sorge für die Bedürftigen, zu denen derzeit vor allem die Geflüchteten zählen, die es zu speisen, zu kleiden und mit einem Dach über dem Kopf zu versorgen gelte. „Wenn wir uns selbstlos geben, wächst Gottes Reich“, betonte Bätzing. Dabei zeigte er Verständnis für die Verunsicherung, die der Wachstumsprozess bei vielen Gläubigen der einzelnen Pfarreien und Gemeinden auslöse.

„Doch nichts von dem, was in den alten Pfarreien lebendig war, muss vergangen sein“, unterstrich der Bischof. So stünden diese Pfarreien für alte Strukturen, die für Vertrautheit sorgten, aber in der sich wandelnden Welt auch eine gewisse Enge bedeuteten. „Dabei soll der Christ alles Nötige finden, was er zum Leben braucht und kann nun auf ein großes Netz zugreifen.“ Die Pfarrei neuen Typs sei somit auch ein neues Netzwerk mit vielen Chancen.

Die Großpfarrei Sankt Marien zählt in den Stadtteilen Bockenheim, Rödelheim, Hausen und Praunheim rund

16 000 Katholiken

. Benannt ist sie in Anlehnung an die Mater Dolorosa, die Gottesmutter, die die Frauenfriedenskirche als Patronin auch mit einer Mosaikstatue als „Friedenskönigin“ prägt. Vertreten wird Sankt Marien seit dem 17. Januar durch einen neuen Pfarrgemeinderat unter dem Vorsitz von Andrea Krawinkel (Frauenfrieden) und dem Vorstand von Pfarrer Holger Daniel, Katrin Gärtner (Sankt Elisabeth) sowie Werner Fendel (Sankt Antonius).

Während der rund einjährigen Sanierung der Frauenfriedenskriche ab 15. Mai wird das Pfarrbüro vorübergehend in Sankt Anna in Hausen angesiedelt (wir berichteten). Bätzing hob auch dieses Großvorhaben als einen wichtigen Meilenstein hervor, der zusätzliche Möglichkeiten des Entdeckens und Zusammenwachsens bilde. „Das Ziel ist das Lob Gottes als Schöpfer, der die Welt in der Hand hat.“

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