Kennt in ihrer Siedlung zwischen Ludwig-Landmann- und Kollwitzstraße jede Ecke: Corinna Kratz (35), die hier aufwuchs und nun mit Mann und Hund wohnt. Sie
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Kennt in ihrer Siedlung zwischen Ludwig-Landmann- und Kollwitzstraße jede Ecke: Corinna Kratz (35), die hier aufwuchs und nun mit Mann und Hund wohnt. Sie

Frankfurter Gesichter

Für den Siedlungsnachwuchs schlägt ihr Herz

  • VonBrigitte Degelmann
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Neue Kinderbeauftragte wurde hier selber groß - Ein Strauß an Ideen

Wenn Corinna Kratz von ihrer Kindheit erzählt, klingt das so, als sei sie auf dem Land aufgewachsen. Sie sei viel draußen gewesen, sagt sie: "Ich habe immer im Garten gespielt und bin auf Bäume geklettert." Dabei stammt die 35-Jährige aus Frankfurt: "Ich bin waschechte Westhausenerin." Dort, wo sie inzwischen mit Ehemann und Hund lebt, will sie sich künftig als Kinderbeauftragte engagieren. Denn, sagt sie, "ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder hier eine schöne Kindheit verbringen können".

Was alles wächst und gedeiht

Dafür hat sie bereits einige Punkte im Auge. Etwa einige Spielplätze, deren Attraktivität doch arg zu wünschen übrig lasse - "da stehen nur noch die Sandkästen". Vielleicht, hofft sie, könnte man sie mit neuen Geräten bestücken. Und wenn das nicht funktioniert? Dann könnte man aus den Flächen vielleicht eine Wildblumenwiese anlegen - mit kindgerechten Info-Tafeln, die darüber informieren, was hier alles wächst und gedeiht, kreucht und fleucht. Schließlich sei wichtig, schon den Kleinen die Natur nahe zu bringen. Gerade wenn sie in der Stadt aufwachsen. Auch Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche sind ihr ein Anliegen. Gern denkt sie daran zurück, wie sie selbst als Kind im evangelischen Gemeindehaus das Puppentheater bestaunte oder beim Kinderfasching herumtobte. Doch die Einrichtung ist vor vier Jahren geschlossen worden, seitdem fehlt es an einem Treffpunkt.

Bei ihrem künftigen Einsatz als Kinderbeauftragte sieht sie sich nicht als Einzelkämpferin. Im Gegenteil. Sie wolle sich gerne vernetzen, sagt sie. Zum Beispiel mit dem Nachbarschaftstreff, mit dem Kulturkreis und mit der Sozialbezirksvorsteherin. Denn: "Es ist leichter, zusammen etwas zu machen als alleine." Wichtig sei ihr außerdem, mit den Menschen in der Siedlung ins Gespräch zu kommen - "um zu erfahren, wo der Schuh drückt".

Hilfreich dürfte dabei sein, dass sie die Gegend in- und auswendig kennt. Auch bedingt durch ihre Schulzeit - zunächst in der Ebelfeldschule, dann in der Ernst-Reuter-Schule. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Tierarzthelferin, mit dem Ziel, danach Tiermedizin zu studieren. Da ihr die Wartezeit auf den Studienplatz jedoch zu lang war, schwenkte sie um auf Mediengestaltung und arbeitet inzwischen als Cutterin für eine Firma, die für den TV-Sender RTL tätig ist. In ihrer Freizeit treibt sie viel Sport - "ich gehe gerne ins Fitnessstudio" -, außerdem zeichnet und fotografiert sie oft. Und kümmert sich liebevoll um Hund Benben, einen zehnjährigen Dackel-Pekinesen-Mischling, der aus Rumänien stammt und nur noch drei Beine hat.

Besser helfen als wegschauen

Auf die Idee, sich für den Nachwuchs in der Siedlung zu engagieren, habe sie ihr Vorgänger André Leitzbach gebracht, erzählt sie: "Er kam auf mich zu und fragte mich, ob ich Interesse an dem Ehrenamt hätte." Corinna Kratz musste nicht lange überlegen. Schließlich sei ihr soziales Engagement wichtig - getreu ihrem Motto "besser helfen als wegschauen". Und, ergänzt sie: "Mir ist es wichtig, in meiner privaten Zeit der Gesellschaft auch etwas zurückzugeben."

Brigitte Degelmann

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