1. Startseite
  2. Frankfurt

Für die Frankfurter Radler bleibt das Risiko

Erstellt:

Von: Judith Dietermann

Kommentare

Gemeinsam für einen Zebrastreifen: Im Frühjahr setzte sich "Kunstwerk Praunheim" demonstrativ für einen Übergang ein. FOTO: hamerski
Gemeinsam für einen Zebrastreifen: Im Frühjahr setzte sich "Kunstwerk Praunheim" demonstrativ für einen Übergang ein. © Hamerski

Situation vor der Praunheimer Brücke entschärfen - Kaum einer nimmt Überweg

Es gibt sie in jedem Ortsbeirat. Diese unendlichen Geschichten, die immer wieder auftauchen. Eine davon ist im Siebener (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) sicher die Forderung einer sichereren Querung für Radfahrer in der Straße Alt-Praunheim. Direkt hinter der Praunheimer Brücke, wo der Niddauferweg über die Straße führt.

Kaum einer nutzt den Zebrastreifen

Es sind Piktogramme, die die Radfahrer darauf hinweisen, erst zu stoppen, dann zu queren. Alternativ könnte man auch den 25 Meter entfernt markierten Zebrastreifen nutzen. Doch das, betonte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Miriam Dahlke in der jüngsten Sitzung des Stadtteilgremiums, würde kaum jemand tun. Auch viele Fußgänger sparten sich diesen kleinen Umweg, begründete sie deshalb den Antrag der Grünen, der eine Verbesserung der "unbefriedigenden Situation" fordert.

Wohlwissend, dass dies nicht der erste Antrag dieser Art ist. So hatte Norbert Richter, erst für die BFF, dann für die Freien Wähler, seit Januar 2007 regelmäßig eine Verlegung des Radweges gefordert. Stets mit demselben Ergebnis: Entweder der Ortsbeirat legte den Antrag direkt ab oder die Stadt erteilte der Anregung eine Absage. Eine Markierung auf der Straße würde den Radfahrern die trügerische Sicherheit vermitteln, sie hätten Vorfahrt, so die Begründung des Magistrats. "Zudem wissen wir, dass der Überweg wegen der Bushaltestelle nicht verlegt wird. Es ist also nicht sinnvoll, die Sache weiter zu vertiefen", begründete Hans-Jürgen Sasse (SPD) seine Enthaltung. "Wir haben uns unserem Schicksal ergeben", meinte auch Rosemarie Lämmer (BFF).

Eben das wollen die Grünen aber nicht. Womit sie übrigens nicht alleine sind. So demonstrierte der Verein "Kunstwerk Praunheim" erst im Frühjahr diesen Jahres für eine Verlegung des Zebrastreifens, indem er diesen einfach für einen kurzen Zeitraum "vorverlegte". "Wenn ein Radweg genauso viel genutzt wird wie die Straße, die er quert, sollte er gestärkt werden", sagte Dahlke.

Vorbild Niederlande

Zudem sei die Verlegung des Zebrastreifens nur eine mögliche Option, die nach Wunsch der Grünen geprüft werden soll. Denkbar sei auch, eine baulich unterstützte Änderung der Vorfahrtsregelung zugunsten des nicht-motorisierten Verkehrs vorzunehmen. Etwa durch Aufpflasterungen, wie es in den Niederlanden weit verbreitet ist.

Praunheim sei aber nicht Holland, sagte Inge Pauls, Fraktionsvorsitzende Farbechte/Linke. "Ich finde es gut so, wie es jetzt ist. Wäre der Zebrastreifen näher an der Brücke oder gäbe es dort einen Überweg, so wäre er wegen der Kurve von Alt-Praunheim aus schlecht einsehbar", meinte sie. Und: Ein Zebrastreifen vermittele das falsche Signal der freien Fahrt. "Eigentlich müssten Radfahrer bei der Querung über einen Zebrastreifen absteigen", betonte sie. Macht aber kaum einer. Denn sie wissen, was sie tun.

Und das zu Recht, wie Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt erklärt. Radfahrer dürften sehr wohl auf dem Zebrastreifen fahren, Vorrang hätten dann aber die Fußgänger und nicht die Radfahrer. Den Zebrastreifen verlegen könne man allerdings nicht. "Der wurde wegen der Bushaltestellen aufgebracht", erklärt er. Allerdings sei der Vorschlag der Grünen eine denkbare Option, die genau geprüft werde, wenn der Antrag dem Amt vorliegt. "In Frankfurt wäre das ein Novum, ist aber nicht per se ausgeschlossen", sagt er. "Es besteht dort die Gefahr, dass irgendwann mal etwas passiert. Ich unterstütze deshalb den Antrag, der den Magistrat ja zunächst bittet, die Vorschläge zu prüfen. Wir müssen dort auf jeden Fall eine klarere Situation schaffen", befürwortete derweil Veljko Vuksanovic (CDU) den Antrag der Grünen.

Abgrenzung wäre sinnvoll

Hans-Jürgen Sasse war es schließlich, der der Diskussion ein Ende setzte. "Eine optische Abgrenzung und vielleicht sogar eine Vorfahrtsstraße für Radfahrer zu schaffen, wäre sinnvoll." Allerdings würden die Radler hinüber rasen und seien für aus Alt-Praunheim kommende Fahrzeuge schlecht sichtbar. Letztlich wurde der Antrag mit Stimmen der Grünen, der CDU sowie Angela Kalisch (Farbechte/Linke) angenommen. Die restlichen Parteien enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine. judith dietermann

Auch interessant

Kommentare