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Bisher sieht im Erdgeschoss der Goldenen Waage noch nichts nach Café aus. Birgit Zarges hofft, dass in vier Wochen alles fertig ist.

Dom-Römer-Areal

Fürs Altstadt-Café wird die Zeit bis zur Eröffnung knapp

Die Goldene Waage soll mit einem Kaffeehaus im Erdgeschoss ein architektonischer und kulinarischer Höhepunkt der Altstadt werden. Doch ob die Räume zum Eröffnungsfest Ende September fertig werden, ist offen. Die Betreiberin des Cafés hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Noch ist Birgit Zarges zuversichtlich, dass sie am 28. September zur Eröffnung der Altstadt ihre ersten Gäste im „Caféhaus Goldene Waage“ empfangen kann. Doch bei einem Besuch der großen Halle im Erdgeschoss sieht es so gar nicht danach aus. Da werden noch über der Halle große Rohre für die Lüftung und die Heizung verlegt und der Fußboden ist auch noch nicht fertig. Ebenso fehlt die kleine Galerie, die die Frankfurter „Gobbelage“ nennen.

„Ich habe mir diesen Raum schon mehrmals angesehen, um ihn ganz erfassen zu können, doch wird es bestimmt wieder ganz anders sein, wenn er endlich mal fertig ist“, erzählt die Wirtin. „Dann erst werde ich sehen, was ich hier wirklich an Tischen und Stühlen stellen kann.“ Für die gebürtige Frankfurterin ist es „etwas ganz Besonderes“ , in der originalgetreu rekonstruierten Goldene Waage ein kleines Kaffee eröffnen zu können. Sie hatte in den letzten zehn Jahren ein Lokal in München und eines auf der Freßgass

Sie hat sich, wie man im Gespräch deutlich hört, bereits auf die Eigenheiten des historischen Raums in der Altstadt eingestellt. Es wird keine Küche geben, alle Kuchen und die für das „kleine Frühstück“ notwendigen Speisen müssen von außen hergebracht werden. In der großen Halle, die ursprünglich vom Bauherren als Lagerhalle genutzt wurde, passen heute wohl „nur sechs bis sieben Tische“ und auf der Galerie, von der man einen Blick in die Halle hat, weitere zwei bis drei Tische. In einem hinteren Raum, von dem aus man in den Archäologischen Garten sehen kann, werden weitere 35 bis 40 Tische Platz finden. Vor dem Haus in Richtung Dom will die Wirtin zumindest bei gutem Wetter 40 Tische aufstellen.

Birgit Zarges hat sich in viele Frankfurt-Bücher vertieft, um neue, in die Goldene Waage passende Kreationen für ihre Kuchentheke zu finden. So wird es beispielsweise „Stoltzes Butterkuchen“ geben. Dieser ist benannt nach dem Frankfurter Dichter Friedrich Stoltze, dem eine Ausstellung in der Goldenen Waage und im Nachbarhaus gewidmet ist und dessen Denkmal wenige Meter entfernt auf dem Hühnermarkt steht.

Man müsse „beim Essen Fantasie entwickeln“, sagt Birgit Zarges und erwähnt, dass ihr auch ein gut sortiertes Weinangebot wichtig ist. „Ich will, dass die Kunden gerne zu mir kommen und hier das bekommen können, was sie sich wünschen. Dazu gehört hier in Frankfurt doch auch ein guter Wein.“ Ihr Lokal in der Freßgass hat sie bereits verkauft, denn „beide Lokale nebeneinander zu betreiben ist nicht möglich, besonders in der Goldenen Waage muss man ständig ansprechbar sein, weil dieses Lokal durch seine Größe auch immer wieder schnelle Entscheidungen notwendig machen wird“.

Inzwischen hat Birgit Zarges gemeinsam mit der Wirtin des Schirn-Restaurants, Badia Quahi, die Gründung einer „Alstadt-Anliegervereinigung“ initiiert. Deren Zielsetzung beschreibt sie so: „Wir wollen, ähnlich wie in der Freßgass, beispielsweise zu Weihnachten einen Baum auf dem Markt aufstellen oder auch andere Ideen entwickeln, um die Altstadt mit Leben zu füllen.“

Ob sie allerdings, wie sie es sich wünscht, die Eröffnung der Goldenen Waage am 15. September gefeiert werden kann, ist eher unwahrscheinlich – die Bauarbeiten sind bis dahin wohl noch nicht abgeschlossen. Der Architekt der Goldenen Waage, Jochem Jourdan, betonte auf Nachfrage, dass er „keinen Fertigstellungstermin nennen“ könne. Frühestens im Oktober könne das Gebäude übergeben werden.

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