Gesundheit

Fusion der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus nimmt Formen an

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Der Zusammenschluss der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus wird konkreter. Bis Ende des Jahres soll ein gemeinsames medizinisches Konzept vorliegen. Eine Zusammenlegung ganzer Fachabteilungen soll es nicht geben.

Offiziell gehören sie bereits seit Anfang 2016 zusammen, das Höchster Krankenhaus und die Main-Taunus-Kliniken. Nun wird die Fusion allmählich konkreter. So arbeiten die Verantwortlichen etwa seit Jahresbeginn an einem gemeinsamen medizinischen Konzept. Das geht aus einem Bericht des Magistrats hervor. „Die Geschäftsleitung betont, dass es nach dem gegenwärtigen Konzeptstand zu keiner Zusammenlegung ganzer Fachbereiche kommen wird“, heißt es darin. Die Basisversorgung müsse an allen Standorten auch künftig gesichert sein. Gleichzeitig sei es wichtig, Schwerpunkte der verschiedenen Häuser herauszuarbeiten – nicht nur, um Synergieeffekte zu generieren, sondern auch, um regional und überregional neue Marktanteile zu erobern, indem einzelne Fachbereiche gestärkt würden.

Medizinische Fachgebiete, in denen eine stärkere Kooperation möglich ist, sieht der Magistrat in der Krebsmedizin, beim Palliativ-Zentrum, in der Pathologie, der Radiologie, der Intensiv- und Notfallmedizin, der Traumatologie, der Inneren Medizin, des Kopf- und Neuro-Zentrums, der Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Interventionellen Kardiologie. Wie die Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, darüber brüten aktuell die Chefärzte der einzelnen Abteilungen. „Ziele sind dabei unter anderem die Steigerung der Produktivität, die Verbesserung der Qualität, die Angleichung von medizinischen Standards sowie ein erhöhter Marktanteil“, erklärt dazu der Magistrat. Bis Ende des Jahres soll das medizinische Konzept vorliegen.

Ein Bereich, in dem die Kliniken in Höchst, Hofheim und Bad Soden bereits eng zusammenarbeiten ist die Neurologie. Hier kümmern sich die Höchster Experten auch um Patienten der Main-Taunus-Kliniken.

Wie viel Geld der Gesamtkonzern am Ende durch die Kooperation sparen kann, sei derzeit noch nicht zu beziffern. Auch wie sich das Konzept auf die Stellenzahl auswirken wird, könne noch nicht abschließend beantwortet werden, teilt der Magistrat in seiner Antwort auf eine Anfrage des Ortsbeirats 6 (Frankfurter Westen) mit.

So, wie es bereits im Konsortialvertrag festgehalten wurde, sind weitere Kooperation in den „tertiären Bereichen“ geplant. So ist beispielsweise im Neubau des Höchster Krankenhauses keine eigene Küche mehr vorgesehen. Die Speiseversorgung wird nach dem Umzug die Zentralküche in Kelkheim übernehmen, die von einer Servicegesellschaft der Main-Taunus-Kliniken betrieben wird. Diese wird künftig auch die Gebäudereinigung im Höchster Neubau übernehmen. Schließlich ist auch eine engere Zusammenarbeit bei Logistik und Materialwirtschaft geplant. Von diesen drei Projekten erhofft sich der Frankfurter Magistrat Einsparungen von jährlich gut 1,5 Millionen Euro.

Zudem haben die Verantwortlichen laut Magistratsbericht bereits „erste Schritte einer engen und synergetischen Zusammenarbeit“ in der Verwaltung eingeleitet. Finanzen und Rechnungswesen etwa haben mittlerweile eine gemeinsame Leitung, weitere Bereiche wie IT, Einkauf, Medizintechnik und Controlling sollen folgen. Jede zehnte Stelle in der Verwaltung werde in den nächsten Jahren „durch die Umsetzung synergistischer Maßnahmen“ wegfallen.

(stef )

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