Wird die DFB-Akademie zwischen Massenheim und Harheim errichtet? Francesco Trulli und Ozan Kilincarlan (v. l.), die in unmittelbarer Nachbarschaft bei derTSG Nieder-Erlenbach spielen, haben schon einmal ausprobiert, ob sich das Areal als Trainingsgelände eignet.
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Wird die DFB-Akademie zwischen Massenheim und Harheim errichtet? Francesco Trulli und Ozan Kilincarlan (v. l.), die in unmittelbarer Nachbarschaft bei derTSG Nieder-Erlenbach spielen, haben schon einmal ausprobiert, ob sich das Areal als Trainingsgelände eignet.

Andere Städte bekunden Interesse

Fußball-Akademie in Bad Vilbel? Umland wirbt um den DFB

Wegen des anhaltenden Rechtsstreits ist unklar, ob und wann der DFB die geplante Fußball-Akademie auf dem Rennbahn-Gelände bauen kann. Sollte das Projekt scheitern, stehen bereits andere Städte mit Alternativ-Standorten bereit.

Das Gebiet zwischen dem Frankfurter Stadtteil Harheim und dem zu Bad Vilbel gehörenden Massenheim ist von Feldern geprägt. Mitten in der Landschaft liegt einsam der Riedhof. In den 90er Jahren war dort einmal die „Kurgolfanlage Römerbrunnen“ geplant, größtenteils auf Bad Vilbeler, zu einem kleinen Teil aber auch auf Frankfurter Gemarkung. Das Projekt wurde nie realisiert, der Bebauungsplan ist aber noch in Kraft.

Jetzt hat die Stadt Bad Vilbel das rund 50 Hektar große Areal wieder entdeckt. Nach Informationen der FNP hat sie es dem DFB als Alternativ-Standort für die geplante Fußball-Akademie angeboten. Platz genug wäre. Der DFB benötigt rund 15 Hektar plus einer optionalen Erweiterungsfläche von fünf Hektar.

Anbindung ein Problem

Die Grundstücke dort gehören der Stadt Bad Vilbel, zum Teil sind sie auch in Privatbesitz. Geändert werden müsste der Bebauungsplan. Größtes Hindernis: die Verkehrserschließung. Eine Zufahrt durch die Wohnstraßen von Harheim oder Massenheim dürfte schwierig sein. Zwar liegt das Areal direkt an der B 3. Es müsste aber erst noch eine Abfahrt gebaut werden. Eine solche wird es zwar in den kommenden Jahren geben – jedoch nur provisorisch zur Erschließung der Baustelle an der Bahnstrecke Frankfurt – Bad Vilbel.

Unter Verkehrsgesichtspunkten wäre die DFB-Akademie in Friedberg möglicherweise leichter zu platzieren. Die Stadt habe sich mit dem Kasernengelände der früheren Ray Barracks beworben, berichtet auf Anfrage Bürgermeister Michael Keller (SPD). Dort sollen zwar vor allem Wohnungen gebaut werden, aber das Areal ist insgesamt 74 Hektar groß. „Da finden wir auch noch Platz für den DFB“, ist der Bürgermeister überzeugt. Natürlich würde er den weltgrößten Sportverband gerne in seiner Stadt sehen. „Der DFB ist schon eine Adresse.“ Viel wichtiger aber sei es, ihn in der Region zu halten.

Zwölf Interessenten

Insgesamt haben dem Vernehmen nach zwölf Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet Interesse an der DFB-Akademie bekundet. Eine davon ist Seligenstadt. Doch ein konkretes Grundstück gebe es nicht, sagt Bürgermeister Daniell Bastian (FDP). „Wir müssten erst einen Bebauungsplan aufstellen.“ Dem DFB habe man Gespräche angeboten. Doch der wolle abwarten, wie der Rechtsstreit ausgeht.

Die FDP im Main-Kinzig-Kreis hat als Standort für die Akademie das Herbert-Dröse-Stadion in Hanau ins Gespräch gebracht. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) erteilte dieser Idee bereits eine Absage. Das Areal sei nur 6,7 Hektar groß und nicht geeignet. In Frage kämen nur die ehemalige Pioneer-Kaserne, die aber für Wohnungsbau genutzt werden soll, und die Großauheim-Kaserne im Süden der Stadt. Diese Fläche allerdings liegt wenig repräsentativ direkt neben dem Kohlekraftwerk Staudinger.

Bei der Stadt Frankfurt verweist man darauf, dass an Alternativ-Standorten erst einmal Planungsrecht geschaffen werden müsste. Deshalb würde der DFB keinen Zeitvorteil haben, wenn er Frankfurt den Rücken kehrt. Barbara Brehler-Wald, Büroleiterin von Baudezernent Jan Schneider (CDU), sieht gute Chancen, dass die Stadt mit ihrer Räumungsklage am 2. Juni vor dem Oberlandesgericht Recht bekommt. Dann hängt alles davon ab, ob die Revision beim Bundesgerichtshof zugelassen wird. Sollte der Fall in Karlsruhe landen, könnte die Stadt die Rennbahn in nächster Zeit wohl nicht räumen lassen. „Es ist unwahrscheinlich, dass der Renn-Klub dann keinen Vollstreckungsschutz erwirken würde“, so Brehler-Wald.

Der DFB ließ gestern eine Anfrage der FNP zu Alternativ-Standorten unbeantwortet.

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