Randale in Frankfurt

Fußball-Krawalle im Frankfurter Bahnhofsviertel

  • schließen

Anlässlich des Hallenfußballturniers mit den Grasshoppers Zürich ist es nicht nur in der Fraport-Arena, sondern auch im Bahnhofsviertel zu Krawall gekommen. Für Irritation sorgten Internetbeiträge, in denen von Übergriffen auf türkische und arabische Geschäfte die Rede war.

Die verwackelten Videobilder zeigen Polizisten mit Helm und Schutzausrüstung. Die Beamten rennen die Münchener Straße entlang, halten ihre Kameras auf das, was an der Ecke zur Elbestraße vor sich geht. Dort, in der Ferne, stehen weitere Polizisten, vielleicht ein gutes Dutzend. Auf dem Boden liegt etwas Großes, Weißes, das ein umgerissener Bauzaun mit Plane sein könnte. Zu Füßen der Beamten geht ein Böller hoch, für einen Moment sind die Flammen zu sehen. Dann ist der 30-Sekunden-Clip zu Ende.

Das Video, das am Samstag im Bahnhofsviertel aufgenommen wurde, ist allein auf der Internetseite Facebook 14 000 Mal angeklickt worden. Die Betreiberin eines deutschsprachigen, islamischen Blogs will auch die Hintergründe der Szene kennen: Unter der Überschrift „Übergriffe auf arabische und türkische Geschäfte in Frankfurt“ behauptet sie, eine Reihe maskierter Männer habe in der Münchener Straße mehrere arabische und türkische Läden angegriffen und dabei Schaufenster zerstört. Die Bloggerin schreibt weiter, die rund 40 Maskierten hätten „Molotow-Cocktails“ geworfen. Sie beruft sich auf den arabischen Nachrichtensender Al Dschasira, der über die Vorfälle berichtet habe und verweist auch auf ein Video.

Alexander Kießling, Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums, stellt klar, dass der Hintergrund der Videoaufnahme mit den Polizisten und dem Böller das Hallenfußballturnier war, das am Samstag in der Fraport-Arena stattfand. Wie berichtet, war es dabei zu Auseinandersetzungen zwischen Fans des SV Darmstadt 98 und der Grasshoppers Zürich gekommen. Die Polizei musste eingreifen, es kam zum Spielabbruch. Vier Züricher Fans wurden vorläufig festgenommen. Bei den Ausschreitungen wurden mindestens sieben Personen verletzt, darunter drei Polizisten.

Die Szenen im Bahnhofsviertel spielten sich laut Kießling vor dem Turnier ab. Der Behördensprecher betont jedoch, dass der Polizei keine Informationen über Angriffe auf Läden vorliegen. Es habe weder Sachschäden noch Verletzte gegeben. Das bestätigt auch ein Nachbar, der Zeuge der Ereignisse war.

Kießling führt aus, dass am Samstag gegen 15 Uhr etwa 150 Züricher Fans in Begleitung der Polizei vor einem Pub unterwegs waren. Gegen 15.10 Uhr hätten sich vom Willy-Brandt-Platz her etwa 80 bis 100 Frankfurter Fans genähert. Die Polizeipräsenz sei deutlich erhöht worden. Ein Zusammentreffen der beiden Gruppen in der Münchener Straße habe so verhindert werden können. „Es flogen vereinzelt Pyrotechnik und Böller, etwa zehn Schweizer haben sich vermummt“, sagt Kießling. Später habe die Polizei acht Schweizer kontrolliert und deren Personalien festgestellt. Im Hinblick auf die verbotene Vermummung seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare