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Josef Hader hat in Frankfurt früher Kabarett gespielt.

Stadtgeflüster

Fußball ist seine große Leidenschaft

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Er hat den Deutschen Fernsehpreis gewonnen, den Dieter-Hildebrandt-Preis, den Adolf-Grimme-Preis und die Goldene Romy. In seiner Heimat Österreich zählt er zu den bekanntesten Schauspielern.

Er hat den Deutschen Fernsehpreis gewonnen, den Dieter-Hildebrandt-Preis, den Adolf-Grimme-Preis und die Goldene Romy. In seiner Heimat Österreich zählt er zu den bekanntesten Schauspielern. Doch Josef Hader ist mehr. Er ist bekennender Fan des Österreichischen Fußballs und ein Kenner. „Damit bin ich leidgeprüft“, scherzt er. So wie die Fans der Eintracht aber auch. Selbst gespielt habe er nie wirklich. „Ich war ganz schlecht“, sagt er. „Ich war so ein dickes Kind, das man immer in die Verteidigung gestellt hat und nie damit rechnete, dass es irgendetwas verhindern könnte – und das war auch so“, sagt Hader und lacht, bevor er einen Schluck aus seiner zuckerfreien Cola nimmt und über Fußball sinniert. „Es gab immer wieder Österreicher, die in Deutschland gespielt haben. Aber nie so viele wie heute. Es sind 25, die in der Bundesliga spielen“, so Hader, der mit Schauspieler Joachim Król , einst Frankfurter „Tatort“-Kommissar und immer noch eingefleischter Dortmund-Fan, im Stadion war. Dort trafen sie Fußballlegende Horst Hrubesch . „Von ihm habe ich mir ein Autogramm geben lassen, weil er ein Held meiner Jugend war“, so Austria-Wien-Fan Hader.

Bekannt geworden ist er als Kabarettist. Inzwischen arbeitet er aber auch als Regisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller. Gestern war der Mann, der vor Kurzem 57 Jahre alt geworden ist, in der Mainmetropole. Im Cinema am Rossmarkt stieg die Premiere seines neuesten Streifens mit dem Titel „Arthur und Claire“, in dem es um einen an Krebs erkrankten Mann geht, der nach Amsterdam fliegt, um dort im Krankenhaus zu sterben. Im Hotel trifft er am Abend vor dem Sterbetermin eine junge Frau, die sich das Leben nehmen möchte. „Ich glaube, dass die Zuschauer es mögen, dass in dem Film ein schweres Thema ein bisschen leichter abgehandelt wird“, meint Hader. „Ich persönlich habe es lieber, wenn leichte Dinge schwer abgehandelt werden, das ist eigentlich mein Hauptgebiet“, sagt er. Ob der Film ihm gefällt kann er nicht sagen. „Das ist eine schwierige Frage, weil ich noch sehr nah dran bin, nur die Fehler sehe und wenig Sinn dafür habe, was gut ist.“

Zu Frankfurt hat er eine gute Verbindung. „Ich habe hier oft Kabarett gespielt. Anfangs in Höchst im neuen Theater, später in der Käs und in Bürgerhäusern“, erzählt Hader, der gut mit dem Frankfurter Kabarettisten Matthias Beltz befreundet war. „Das war einer der Kollegen, die ich am meisten schätzte“, sagt der Mann vom Fach. „Er war von äußerster undeutscher Nicht-Geradlinigkeit in seinen Programmen. Scharf und analytisch. Er war einer der ganz Großen“, findet Hader, der gerade an einem neuen Kabarett-Programm tüftelt. „Ein bisschen spielen und möglichst keine Filmprojekte als Schauspieler annehmen, sondern einfach nur schreiben“, das sind Haders Pläne. Nachdem das neue Programm steht, möchte er „eine eigene kleine Geschichte finden, die ich selber als Regisseur erzählen möchte“. Zum Schreiben geht der Wiener übrigens ins Caféhaus. Dort kann er trotz seiner „Halb-Prominenz“, wie er es nennt, ungestört arbeiten. „Es gibt am Stadtrand ruhige, beschauliche Cafés. Ich kann gut unauffällig sein und erlebe das Distanzlose nicht so stark, wie manche Fernsehkollegen“, sagt er. „Man wird möglicherweise ein bisschen mehr mit Respekt behandelt, weil man nicht so oft in den Wohnzimmern der Menschen zu Gast ist.“

(es)

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