Hier werden die Karten neu gemischt: Anna Meister vom Zukunftsbaukasten (ZuBaKa) kümmert sich um Jugendliche, die noch nicht lange in Frankfurt leben. Wahrhaft spielerisch setzen sie sich im Sommercamp mit Sprache und ihren Berufschancen auseinander.
+
Hier werden die Karten neu gemischt: Anna Meister vom Zukunftsbaukasten (ZuBaKa) kümmert sich um Jugendliche, die noch nicht lange in Frankfurt leben. Wahrhaft spielerisch setzen sie sich im Sommercamp mit Sprache und ihren Berufschancen auseinander.

Lernferien

Gallus: Bildung ist auch in den Ferien Trumpf

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

Sommercamp macht Jugendliche fit für Schulalltag und Berufssuche

Gallus -In Räumen des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) im Gallus ist es an diesem frühen Nachmittag ganz ruhig. Nur wenige Stunden zuvor haben hier Mädchen und Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren Zaubertricks gelernt und vorgeführt. Die Gruppe macht mit beim zweiwöchigen Sommerferiencamp, das vom Zukunftsbaukasten (ZuBaKa) in Zusammenarbeit mit dem AmkA organisiert wird.

Anna Meister ist die Geschäftsführerin von ZuBaKa. Das Sozialunternehmen, das als gemeinnützige GmbH ausgestaltet ist und seit kurzem seinen Sitz in der Eschersheimer Landstraße 44 hat, unterstützt Kinder und Jugendliche, die noch nicht lange in Deutschland leben und Intensivklassen besuchen. Die Arbeit konzentriert sich dabei nicht nur auf Frankfurt. Die Mitglieder des Teams sind auch in Schulen in anderen Städten und Regionen in Hessen aktiv.

Mit der Sprache fängt es an

Einer der Schwerpunkte liegt auf der Sprachförderung. Im Sommerferiencamp haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, auf spielerische Art und Weise ihre Sprachkompetenzen in Deutsch weiter zu verbessern. Es herrscht Ferienstimmung, und das ist den Akteuren des ZuBaKa-Teams sehr wichtig.

"Insgesamt machen 50 Teilnehmer beim Sommercamp mit", sagt Meister. Ursprünglich sei das Camp für 32 Teilnehmer geplant gewesen. "Das Interesse an dem Angebot war sehr groß. Wir haben mehr als 90 Bewerbungen bekommen und haben die Teilnehmerzahl erhöht. Leider konnten wir nicht alle aufnehmen", bedauert sie. Der Bedarf an Workshops in Schulen sei groß und flächendeckend.

In Zeiten von Corona können Angebote wie das Sommercamp nur mit Hygienekonzept durchgeführt werden. Daher müssen die Gruppen möglichst klein gehalten werden. "Wir haben die Teilnehmer in fünf Gruppen à zehn Personen aufgeteilt. Wir gehen mit ihnen raus in die Stadt, besuchen den Palmengarten, das Stadtwaldhaus oder den Hafenpark", sagt Meister.

Das Team von ZuBaKa hat für seine Arbeit verschiedene Bausteine mit Schwerpunktthemen entwickelt, wie Berufsorientierung und Sprache, mit denen zum Beispiel der Wortschatz für Bewerbungen trainiert wird. Zum Beispiel in nachgestellten Situationen am Telefon. Aber auch Fragen danach, wie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz vorgegangen werden muss, werden aufgegriffen. Ein weiterer Baustein beschäftige sich mit Demokratie und Teilhabe. "Wie kann sich jeder für die Gesellschaft einbringen", nennt Meister ein Beispiel und erzählt: "Einige haben sich Spiele überlegt, die sie mit Senioren in Altenheimen zusammen spielen können."

Aus der Idee wurde ein Unternehmen

Wichtig sei, dass das, was jeder an Kompetenzen mitbringe, mit in die Arbeit einfließe. "Es geht darum, sich an den Stärken der Kinder zu orientieren", betont Meister, die ZuBaKa gegründet hat. Nach ihrem Studienabschluss entschied sie sich, sich bei Teach First zu engagieren, einer Bildungsinitiative, die sich für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen starkmacht. "Ich war an einer Hauptschule in Frankfurt und kam dort mit Intensivklassen in Kontakt", sagt sie. Im Anschluss daran habe sie die Idee entwickelt, aus der das gemeinnützige Sozialunternehmen entstanden sei.

Dass der Bedarf groß ist, zeigt sich auch an den Zahlen: "Im Schuljahr 2019/20 hat unser Team neun Klassen betreut, im Schuljahr darauf bereits 23 Klassen. Tendenz steigend." Betreut werde jede Klasse von Scouts. 20 Leute seien derzeit im Team. Auch hier sei die Tendenz steigend.

"Oft haben Schulen ein konkretes Anliegen. Deswegen steht am Anfang immer erst eine Bedarfsanalyse", beschreibt es Meister. Beim Sommercamp, das ja außerhalb der Schule läuft, wird zwar gelernt, doch so, dass es den Schülern nicht auffällt. Beim Zaubern etwa lernen die Mädchen und Jungen die Wörter für die verschiedenen Gegenstände und erklären sich die Tricks. Und die Vorführung, die am Ende des Tages stand, begeisterte. Alexandra Flieth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare