Probleme der Anwohner

Gallus: Der Müll, die Falschparker und die Raser

Sperrmüll auf der Straße, zugeparkte Einfahrten, ein Restaurant neben dem nächsten und heruntergekommene leere Ladenflächen – die Anwohner der Schwalbacher Straße haben die Schnauze voll. Doch die Beschwerden beim Magistrat blieben bisher unbeachtet.

„Seit einem Monat liegt der Müll auf der Straße und es kommt jeden Tag mehr dazu“, beschwert sich Vhaida Link. Sie arbeitet in der Pizzeria Engel in der Schwalbacher Straße und blickt jeden Tag auf den Berg aus Matratzen, Mülltüten und Holzbrettern. „Die Straße verkommt zur Müllhalde“, denn Anwohner und Fremde würden ihren Sperrmüll auf dem Gehweg entsorgen.

Bereits im Januar hat der Ortsbeirat beim Magistrat Beschwerde eingereicht, denn auch die Parksituation und heruntergekommene Leerstände verärgern die Anwohner. Bisher seien jedoch keine Maßnahmen zur Verbesserung in Sicht. Aus diesem Grund hat Quartiersmanagerin Maria Schmedt zu einer Begehung mit dem Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) und einigen verärgerten Anwohnern sowie einem Vertreter des Amtes für Straßenbau und Erschließung und dem Straßenverkehrsamt eingeladen.

„Hier herrscht absolute Parkplatznot“, ärgert sich Anwohnerin Uschi Beier. Die Beschilderung der Parkplätze sei widersprüchlich, der Besitzer des Döner Imbisses verschiebe sie zudem nach Belieben, und sein Außenbereich würde die ohnehin begrenzten Parkplatzmöglichkeiten noch mehr beschränken. „Muss es auf dem kurzen Stück Straße denn so viele Restaurants geben?“, fragt sie in die Runde. Grummelnd stimmen ihre die anderen Anwohner zu. Gegen die Bewirtung in der Straße könne er zwar nichts machen, aber für den Schilder-Urwald hat Markus Stenzel vom Amt für Straßenbau und Erschließung eine Lösung: „Die temporären Schilder wurden leider vergessen abzuholen, darum werde ich mich kümmern.“ Ob der Sommerbalkon des Imbisses an dieser Stelle genehmigt sei, müsse er prüfen. Und die Außenbeleuchtung, die Uschi Bergers „Schlafzimmer ausleuchtet“? Das sei Sache der Bauaufsicht.

Als Sachverständigen für die zahlreichen Falschparker auf der Schwalbacher Straße ist Ulrich Nothwang vom Straßenverkehrsamt dabei. „Am Sonntag haben vier Wagen meine Einfahrt versperrt“, erzählt Gertrud Pflügner. Die 85-Jährige habe keine andere Wahl gehabt, als ihr Auto auf der Straße stehen zu lassen und die Halter zu suchen. „Das war ein Hupkonzert“, erzählt sie. Von den Fahrzeughaltern sei sie dann beleidigt und bedroht worden. „Ich hatte Angst um mein Leben.“ Die Polizei sei nicht befugt, Falschparker auf Privatparkplätzen abschleppen zu lassen, erklärt Nothwang. Der Eigentümer müsse selbst einen Abschleppdienst kontaktieren.

Gertrud Pflügner ist nicht die Einzige, die sich über Falschparker in ihrer Straße aufregt. Eine andere Anwohnerin hat ein ganzes Fotoalbum mitgebracht, das die Parksituation dokumentiert. „Am Wochenende rasen sie durch die Straße wie Raudis“, sagt sie. Den Wunsch einer Einbahnstraße muss Markus Stenzel ausschlagen. Die Schwalbacher Straße sei eine wichtige Verbindungsstraße im Gallus.

Der letzte Stopp der Begehung ist das alte Sozialrathaus. Momentan steht es leer. Alte Plakate kleben an den Wänden, Wind und Regen haben ihnen sichtlich zu schaffen gemacht. Müll häuft sich im Eingangsbereich. In der Einfahrt des angrenzenden Hauses riecht es stark nach Urin. Auch ein Fall für die Bauaufsicht.

„Wir geben das Beschwerdeprotokoll nun an die Ämter weiter“, sagt Maria Schmedt und bittet die Anwohner zusätzlich um mehr Eigeninitiative, was Falschparker und Sperrmüll betrifft. Und wenn das nicht hilft? „Dann treffen wir uns im Januar wieder.“

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