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So könnte das Neubaugebiete Leuchte aussehen, wenn alle Häuser fertig sind. Bild: Stadtvermessungsamt Frankfurt

Umlegungsverfahren

Aus Gartenflächen wurde Bauland

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Die Stadt hat per Umlegungsverfahren im Baugebiet „Leuchte“ nun Baugrundstücke geformt. Die Erschließung beginnt jedoch wohl erst im Spätherbst 2019: Noch wartet die Stadt auf eine Genehmigung des Regierungspräsidenten.

Ankündigungen, dass bald gebaut wird im Neubaugebiet „Leuchte“ ganz im Süden von Bergen-Enkheim, gab es oft. Zuletzt nach der Umsiedlung der geschützten Zauneidechsen nach Fechenheim (wir berichteten) begann im Spätherbst 2014 der Bau der Versorgungsleitungen. Doch seit Anfang 2015 ruhen die Arbeiten, weil der Grundwasserspiegel unerwartet hoch war und die Gräben voll Wasser liefen. Nun ist die Stadt zumindest einen Schritt weiter: Das Umlegungsverfahren, bei dem aus Gartenparzellen Baugrundstücke wurden, ist abgeschlossen.

Losgehen kann der Bau der Häuser aber noch nicht, denn die Erschließung des Gebiets, also das Verlegen der Ver- und Entsorgungsleitungen und der Bau der Straßen, stockt noch immer. „Es war erforderlich, die Planung weitreichend zu ändern“, erklärt das Amt für Straßenbau und Erschließung auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei musste sich die Stadt abstimmen mit dem Regierungspräsidium Darmstadt, das als Obere Wasserbehörde jeden Eingriff ins Grundwasser genehmigen muss.

Brunnen geschlossen

Einem im Juni 2015 vorgestellten Grundwassermodell zufolge, wird der Grundwasserspiegel „im Schnitt einen bis eineinhalb Meter unter der Geländeoberkante“ liegen, erklärt die Stadt. Das sei etwa so hoch wie in den 1950er Jahren, also bevor im Enkheimer Ried Trinkwasser gefördert wurde. Durch die Trinkwasserbrunnen wurde der Grundwasserspiegel abgesenkt – und auf dieser Grundlage hatte die Stadt die Erschließung des Neubaugebiets „Leuchte“ einst geplant. Bei den ursprünglichen Planungen war die Absicht, die Brunnen stillzulegen, nicht bekannt.

Für die Erschließungsarbeiten werde das Grundwasser im Baugebiet „nicht dauerhaft abgesenkt, sondern nur im Zeitraum der Herstellung der Entwässerungskanäle“, erklärt das Erschließungsamt. Für die geänderte Planung seien zwei wasserrechtliche Genehmigungen notwendig: jene für die Einleitung des Oberflächenwassers in den Main liege bereits vor, jene für die „bauzeitliche Wasserhaltung zur Trockenlegung der Kanaltrasse“ werde „täglich erwartet“. Sobald sie vorliege, leite das Amt die erforderliche Bau- und Finanzierungsvorlage (BUF) über den Magistrat an die Stadtverordnetenversammlung weiter. Stimmen die Parlamentarier der BUF zu, werden die Arbeiten ausgeschrieben. „Wenn alles gut läuft, wäre ein Baubeginn im vierten Quartal 2019 möglich.“

Vier Wochen Zeit

Unterdessen hat das Stadtvermessungsamt das Umlegungsverfahren für das gut zwölf Hektar große Areal abgeschlossen und den „Beschluss über die Aufstellung des Umlegungsplans“ im Amtsblatt veröffentlicht. „Nun haben alle Betroffenen vier Wochen Zeit, dem Plan zu widersprechen. Da wir aber mit allen Eigentümern gesprochen haben, gehen wir davon aus, dass es keine Widersprüche gibt“, sagt Planungsdezernats-Sprecher Mark Gellert. Die Pläne können „bei berechtigtem Interesse“ in der Umlegungsstelle, Kurt-Schumacher-Straße 10, eingesehen werden. Gibt es keine Widersprüche, tritt die „Unanfechtbarkeit“ automatisch ein.

Aus den früheren rund 80 Grundstücken seien bei der Umlegung etwa 90 Baugrundstücke geworden, erklärt Gellert. Von der Gesamtfläche des Baugebiets zog die Stadt die für Straßen, Grünstreifen und andere öffentliche Flächen benötigten Areale ab. Der Rest wurde unter den früheren Eigentümern so aufgeteilt, dass sie prozentual einen genauso großen Anteil an der Restfläche haben wie zuvor am gesamten Gelände. Das sei zwar etwas weniger als vorher, dafür sei es als Bauland aber viel mehr wert als zuvor, so Gellert.

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