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Gastronomen fordern längere Corona-Freiheit in Frankfurt

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Für die Außengastronomie galten Corona-bedingt zuletzt laxere Vorgaben. Das könnte sich bald ändern. FOTO: Michael Schick
Für die Außengastronomie galten Corona-bedingt zuletzt laxere Vorgaben. Das könnte sich bald ändern. © Michael Schick

Die Stadt Frankfurt soll die erweiterte Außenbestuhlung bis 2024 erlauben, fordern Gastronomen. Die Politik will die Sonderregeln jedoch beenden.

Frankfurt -Geht es nach der Gastronomie, soll die Stadt Frankfurt die liberalen Regeln für die Außenbestuhlung bis 2024 fortführen. Diese Forderung überbringt Robert Mangold vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) der Politik. Im Mobilitätsausschuss im Römer stieß er dabei allerdings auf Widerstand.

Die Bürgerfragestunde nutzte der Geschäftsführer der Gastronomie in Tigerpalast und Palmengarten am Montagabend für den Vorstoß. "Wir haben große Sorge, dass viele Betriebe Probleme haben, wenn sie für die Ausweitung ihrer Sommergärten keine Planungssicherheit bekommen", erklärt Mangold in seiner Funktion als Frankfurter Dehoga-Vorsitzender.

Die Stadt hatte 2020 als Reaktion auf die Pandemie den Lokalen erlaubt, ohne weitere Genehmigung ihre Außengastronomie auszuweiten, um Gästen mehr Platz zu bieten. Auch auf Parkplätzen für Autos dürfen Restaurants Tische und Stühle stellen. Zuletzt hatte die Stadt diese Regelung noch einmal bis zum Herbst dieses Jahres verlängert.

Gastronomie in Frankfurt: Lokale fordern Planungssicherheit

Nun aber fordern die Gastronomen, dass die Stadt diese Regelung bereits jetzt um weitere zwei Jahre verlängert. Es sei ja zu befürchten, dass Corona im Herbst und Winter wieder auflebe und Abstandsregeln erneut nötig würden, sagt Mangold. Die Verlängerung biete den Betrieben die Planungssicherheit, die sie bräuchten, um Investitionen in Tische und Stühle für draußen zu tätigen. "Solche Investitionen erwirtschaften sich nicht in sechs Monaten in einem Sommer." Ebenso sei dies "eine Frage der Personalplanung", sagt der Hotelier und Gastronom.

Richtig gut kommt der Vorstoß bei der Politik allerdings nicht an. Es fühle sich an, als habe die Stadt den kleinen Finger gegeben, "und es wurden gleich beide Hände genommen", reagiert Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). Die "sehr liberale" Regelung ohne weitere Genehmigungen sei von Anfang an nur zugesagt worden "wegen Corona und der besonderen Situation". Dieses Verfahren solle definitiv mit dem Herbst enden, sagt Majer.

Nicht überall seien die Lokale ordentlich mit ihrer Freiheit umgegangen, kritisiert Majer. "Es gibt leider auch verkehrsgefährdende Situationen", wo Tisch und Stühle die Gehwege blockierten. Ebenso gebe es an einigen Stellen Beschwerden von Anwohnern über inzwischen zu viel Lärm aus den Restaurants. "Wir müssen schauen, dass nicht überzogen wird und dadurch die Akzeptanz der Außengastronomie in der ganzen Stadt leidet", betont der Dezernent.

Hier Piazza-Ambiente, dort Hürdenlauf für Fußgänger in Frankfurt

"In 90 Prozent der Fälle wird Maß gehalten", sagt Robert Mangold - räumt aber auch ein, dass es nicht überall funktioniere. Das gemischte Bild zeigt sich für jeden Passanten: So hat die erweiterte Außengastronomie beispielsweise die Braubachstraße und die Fahrgasse enorm belebt. Dem Opernplatz verpasst sie an lauen Sommerabend sogar ein mediterranes Piazza-Ambiente.

Andererseits ist es für Fußgänger, etwa in der Straße Am Salzhaus, mitunter schwer, auf dem Gehweg voranzukommen, ebenso am nördlichen Kornmarkt. In der Münchener Straße im Bahnhofsviertel hingegen wurde die Option, Tische und Stühle auf Parkplätze zu stellen, nahezu überhaupt nicht genutzt: Hier ist das Vorankommen auf dem Gehweg unverändert oftmals ein Hürdenlauf.

Dass der öffentliche Raum viel positiver genutzt werde, lobt Katharina Knacker, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Römer. "Wo vorher ein Auto parkte, können nun an drei Tischen Menschen zusammenkommen." Das wolle die Stadt auch nicht stoppen, unterstreicht Stadtrat Majer. Sie wolle aber zum geregelten Verfahren zurückkehren: Gastronomen sollten ihre Sommergärten wieder regulär als Sondernutzung beantragen. So könnten die aktuellen Probleme vermieden werden.

Konkrete Genehmigungen böten tatsächliche Planungssicherheit, anders als die stets nur begrenzt gültigen Sonderregeln. "Wir werden auch weiter großzügige Regelungen finden", verspricht Majer. Über die Anträge müsse aber schnell entschieden werden, fordert Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der Römer-CDU: "Bei einer Rückkehr zum Regelwerk brauchen die Gastronomen zügige Entscheidungen der Stadt." Der Dezernent ist zuversichtlich: "Das kriegen wir hin." Und Majer beteuert, gerichtet an die Gastronomen in Frankfurt: "Keine Sorge, wir vergessen Sie nicht." (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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