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Immobilienhauptstadt

29 Gebäude wechseln 2018 den Besitzer: Rekord-Jagd auf die Türme der Frankfurter Skyline

Wer eine höhere dreistellige Millionensumme anlegen will, schaut hierher. Die Stadt bietet Mega-Immobilien und gilt Investoren weltweit als sicherer Kapitalhafen. 29 Gebäude wechselten 2018 für mehr als 100 Millionen Euro den Besitzer.

Investoren auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten haben 2018 nach Zahlen mehrerer Maklerhäuser für einen neuen Rekordumsatz auf dem Frankfurter Immobilienmarkt gesorgt. Nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL) wechselten allein gewerblich genutzte Gebäude im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro die Besitzer. Samt größeren Wohngebäuden und Portfolios ab zehn Wohnungen lag der Umsatz dem Maklerhaus nach sogar bei 11,6 Milliarden Euro. Nach Transaktionsvolumen ist Frankfurt Immobilienhauptstadt. Selbst in Berlin kauften Investoren für eine niedrigere Gesamtsumme ein.

29 Gebäude wechseln für mehr als 100 Millionen Euro den Besitzer

29 Gebäude wechselten nach Zahlen des Maklerhauses für mehr als 100 Millionen Euro die Eigentümer, so viele wie nie. Die größten Deals waren der Verkauf des im Bau befindlichen Omniturms für 700 Millionen, des Bürohochhauses Trianon für 670 Millionen und des früheren EZB-Sitzes Eurotower für 530 Millionen Euro. 

Weltweit unheimlich große Nachfrage nach deutschen Immobilien

Weltweit gebe es eine „unheimlich große Nachfrage nach deutschen Immobilien“, sagte Christian Lanfer, Team Leader Office Investment Frankfurt bei JLL, am Mittwoch bei der Präsentation der Zahlen. Das habe mit den angesichts immer noch niedriger Zinsen mangelnden Alternativen zu tun, aber auch damit, dass Deutschland als sicherer Hafen für Kapitalanleger gelte. Diese Einschätzung habe sich durch den Brexit und die Gelbwesten in Frankreich noch verstärkt. Speziell für Frankfurt spreche, dass hier auch Immobilienanlagen im mittleren dreistelligen Millionenbereich möglich seien, also große Summen angelegt werden könnten, sagte Lanfer. Die wachsende Stadt werde von Investoren zudem deutlich positiver wahrgenommen als vor einigen Jahren.

Trotz der deutlich gestiegenen Kaufpreise sieht Lanfer noch keine Überhitzung. Die Stimmung sei nicht so rauschhaft wie vor der Finanzkrise. Zudem sei die Nachfrage nach Büroflächen hoch und die Mieten stiegen.

Bei JLL spricht man vom drittbesten Bürovermietungsjahr: 633 000 Quadratmeter Fläche wurden neu vermietet. Nur 2018 und 2000 lag diese Zahl höher. Die Spitzenmiete sieht man dort inzwischen bei 40 Euro, bei Colliers bei 42, bei BNP Paribas Real Estate sogar schon bei 44 Euro. 

Flächen in Frankfurt werden knapp

Die Nachfrage werde, wie Markus Kullmann, Team Leader Office Leasing Frankfurt bei JLL, sagte, unter anderem von Unternehmen befeuert, die aus dem Umland in die Stadt zögen, um für dringend gesuchte hochqualifizierte Fachkräfte attraktiv zu sein. Eine immer größere Rolle spielten zudem die Betreiber flexibler Arbeitsplätze, also von Business Centern und Co-Working-Spaces. Sie mieteten 58 000 Quadratmeter Fläche an, bevorzugt im Bankenviertel und der City. Der Leerstand von Büroflächen hat sich laut JLL seit 2010 mehr als halbiert, liegt nun noch bei 727 000 Quadratmetern. Für das kommende Jahr rechnen die Makler mit einem weiteren Rückgang.

Inzwischen sieht man nicht nur bei JLL die Flächen knapp werden. Zwar verliert die Umwandlung von Büros in Wohnungen an Gewicht. Im vergangenen Jahr aber sind gerade mal 89 000 Quadratmeter neue Fläche fertiggestellt worden, von denen der größte Teil schon vermietet war. Erst 2020 kommen sehr große Freiflächen auf den Markt. Trotz des geplanten Hochhausquartiers Four und anderer Projekte müsse noch mehr Raum für die suchenden Unternehmen geschaffen werden, sagte Kullmann.

Von Christoph Manus

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