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Nach 13 Jahren: Straßenbahnlinie wird fertig – Gebaute Weiche nicht genehmigt

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Weichenverbindung in der Friedberger Landstraße: Sie wurde schon mitgebaut vor 13 Jahren, war aber nicht genehmigt und darf deshalb nicht genutzt werden. Nun soll sie nachträglich genehmigt werden, damit die Straßenbahnlinien 12 und 18 bei Störungen nicht mehr bis nach Fechenheim fahren müssen, um wenden zu können.
Weichenverbindung in der Friedberger Landstraße: Sie wurde schon mitgebaut vor 13 Jahren, war aber nicht genehmigt und darf deshalb nicht genutzt werden. Nun soll sie nachträglich genehmigt werden, damit die Straßenbahnlinien 12 und 18 bei Störungen nicht mehr bis nach Fechenheim fahren müssen, um wenden zu können. © Sauda

Die Neubaustrecke der Tram 18 nach Preungesheim ist schon lange in Betrieb, aber noch nicht fertig. Ein bereits gebauter Teil soll nun nachträglich genehmigt werden.

Frankfurt -Die Neubaustrecke der Straßenbahnlinie 18 nach Preungesheim soll bald elf Jahre nach ihrer Inbetriebnahme fertig gebaut werden. Dafür hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nun das Genehmigungsverfahren eröffnen lassen. Es fehlt zwar nur noch eine Kleinigkeit - die hat aber eine wichtige Wirkung.

Diese Wirkung hatte die VGF schon im Sinn, als sie während der von 2009 bis 2011 laufenden Bauarbeiten in der Friedberger Landstraße Fakten schuf. Sie baute nördlich der an der Fachhochschule gelegenen Haltestelle Nibelungenplatz eine Gleisverbindung samt zwei Weichen ein, damit Straßenbahnen das Gleis und die Richtung wechseln können.

Frankfurt: Gleisverbindung nach Fachhochschule gebaut, die nicht genehmigt war

Das Problem: Diese Weichenverbindung an der Stelle gehörte nicht zu den genehmigten Bauplänen. Sie war nahe des Bodenwegs vorgesehen, also nördlich der Friedberger Warte. Die VGF baute sie aber knapp nördlich der Gleimstraße ein. Der Gleiswechsel an dieser Stelle hätte die positive Wirkung, dass Trams bereits am Nibelungenplatz vorzeitig wenden könnten, wenn der Betrieb weiter nördlich einmal gestört ist - und dabei dennoch die Fachhochschule erreichen, die inzwischen Frankfurt UAS heißt, University of Applied Sciences.

Auch könnte die Straßenbahn 12 hier im Störungsfall wenden. Der Tram-Betrieb würde damit flexibler und zuverlässiger laufen. Bisher müssen Bahnen zum Wenden kilometerweit zur Hugo-Junkers-Straße in Fechenheim fahren.

Frankfurt: Corona hat die Planung der Straßenbahnlinie 18 verzögert

Die Gleisverbindung nördlich der Haltestelle Nibelungenplatz "wurde beim Bau der Linie 18 mitgebaut, aber nicht planfestgestellt", ist also nicht im Genehmingsplan vorhanden, bestätigt VGF-Sprecher Bernd Conrads. Die kurze Schienenstrecke "war mithin nicht zu betreiben". Deshalb sei das Herzstück verschweißt worden, sodass die Verbindung nicht mehr nutzbar ist.

Das allerdings will die VGF nun ändern. "Wir sind mit so einer Wendemöglichkeit bei einem Unfall et cetera einfach flexibler und können dann trotz Behinderung ein besseres Angebot aufrecht halten", erklärt Conrads. Daher habe die VGF bereits im vorigen Jahr den ausstehenden Planfeststellungsantrag eingereicht.

Frankfurt: Weichen werden für Fertigstellung der Linie 18 wieder aufgeschweißt

Dessen Bearbeitung habe wegen Corona "leider länger gedauert". Sobald der Bau genehmigt sei, wolle die VGF die Herzstücke wieder aufschweißen, um die Gleisverbindung doch in Betrieb zu nehmen. Bis wann das umgesetzt werden könne, sei nicht klar: "Leider können wir keinen verbindlichen Zeitpunkt nennen", sagt Bernd Conrads. "Wir sind vom Verlauf des Planfeststellungsverfahrens abhängig."

Seit 2011 verkehrt die Straßenbahnlinie 18 von der Innenstadt durchs Nordend und am Westrand von Bornheim entlang bis ins Preungesheimer Neubaugebiet. Die 50 Millionen Euro teure Strecke zwischen Glauburgstraße und Gravensteinerplatz ist 3,5 Kilometer lang. Sie hatte sofort durchschlagenden Erfolg: In den Bahnen der 18 in den Frankfurter Bogen waren von Anfang an mehr als die erwarteten 13 000 Fahrgäste täglich unterwegs. Zwischen UAS und Konstablerwache ist die Elektrische schon seit den ersten Betriebstagen zu Vorlesungszeiten sogar oft überfüllt. ( Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Das Straßenbahn-Netz in Frankfurt soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

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