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Gebiet östlich der A 5 hat zunächst Priorität

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Von: Klaus Späne

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Nach jetzigen Plänen würde die A 5 den geplanten neuen Stadtteil zerschneiden. Das ist einer von vielen Kritikpunkten an dem Projekt.
Nach jetzigen Plänen würde die A 5 den geplanten neuen Stadtteil zerschneiden. Das ist einer von vielen Kritikpunkten an dem Projekt. © Leonhard Hamerski

Zuletzt waren viele Emotionen im Spiel, wenn es um den geplanten neuen Stadtteil im Frankfurter Norden ging. Der Regionalverband will zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln und scheint dabei auf positive Resonanz zu stoßen.

Von einer „sehr entspannten Arbeitsatmosphäre“ konnte bisher nicht gerade die Rede sein, wenn es um den geplanten neuen Stadtteil zwischen Steinbach und Niederursel ging. Diese Beschreibung aber benutzt nun Jürgen Banzer, Vorsitzender der CDU Hochtaunus, nach einem Gespräch, das gestern in der Geschäftsstelle des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main stattfand. Mit am Tisch saß auch Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD), der bekanntlich für viele im Taunus ein rotes Tuch ist.

Nun aber scheinen die Zeichen auf sachliche Zusammenarbeit zu stehen. Zumindest war in einer gemeinsamen Erklärung der Gesprächsteilnehmer von gemeinsamen Lösungen und abgestimmter Planung die Rede. Außerdem soll das Gebiet östlich der A 5 Priorität in den Gesprächen haben.

Regionalverbandsdirektor Thomas Horn war es zu verdanken, dass Josef und Banzer – in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der CDU in der in der Regionalversammlung Südhessen – zu einem Austausch über die Frankfurter Siedlungspläne zusammentrafen. „Der Regionalverband hat seine Vermittlerrolle wahrgenommen“, sagte Horn zu dem Treffen, an dem weitere Verantwortliche von Regionalverband und Regionalversammlung teilnahmen.

Weitere Gespräche

Von Bedeutung ist dies, weil die Regionalversammlung über die Aufstellung und Änderung des Regionalplanes entscheidet. Und dieser sieht bisher nur in Teilbereichen, Siedlungsflächen für das Gebiet westlich und östlich der A 5, das Frankfurt gerne bebauen möchte. Das wiederum ist vielen in den betroffenen Kommunen Steinbach, Oberursel oder Eschborn ein Dorn im Auge. Zuletzt hatten mehrere CDU-Stadtverbände im Hochtaunus sowie Main-Taunus einen Sternmarsch gegen das Projekt angekündigt.

Es unbestritten, dass Frankfurt einen erheblichen Wohnraumbedarf hat, sagte Banzer, der zu den Organisatoren des Sternmarsches gehört. Zugleich sprach er von einer „Bewusstseinsbildung“, dass es neben Frankfurter Interessen auch um Oberurseler und Steinbacher Interessen geht. So ähnlich klingt das auch in einer gemeinsamen Erklärung der Gesprächsteilnehmer. In der ist auch die Rede davon, dass Wohnraum „unabhängig von Gemeindegrenzen“ entstehen müsse.

Eine Kernbotschaft des Treffens ist, dass die Gespräche „zügig fortgesetzt“ werden. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst das Gebiet östlich der A 5. Der Teilbereich, der direkt an Niederursel angrenze, sei im regionalen Flächennutzungsplan bereits als Wohnbereich ausgewiesen, sagte Mark Gellert, Sprecher von Mike Josef. Es sei planerisch weiter vorbereitet. Es könne aber keine Rede davon sein, dass Frankfurt die Gebiete westlich der A 5 außen vor lasse. Er gehe eher von „zwei Geschwindigkeiten“ aus.

Miteinander reden

Wesentliche Grundlage für die weitere Planung soll ein Regionales Entwicklungskonzept sein, das gerade das Planungsbüro Albert Speer + Partner im Auftrag des Regierungspräsidiums Darmstadt erarbeitet. Dieses Konzept soll in einem Jahr der Regionalversammlung Südhessen und der Verbandskammer des Regionalverbandes zur Entscheidung vorgelegt werden. „Wir müssen schauen, dass bei der Regionalplanung objektive Kriterien nicht unter den Tisch fallen“, sagt Banzer. Dabei gehe es um Fragen wie den regionalen Grünzug oder landwirtschaftliche Flächen. „Das sind harte Kriterien, über die man reden muss“, sagt Banzer. Und man müsse schauen, ob das Projekt planungsrechtlich überhaupt möglich sei, zumal die Flächen bisher nicht für eine Bebauung bestimmt seien. Das gesamte regionales Raumklima hänge da dran und die Frage, ob die jetzige polyzentrische Struktur aufrechterhalten werde. „Mike Josef will zügig zu Ergebnissen kommen“, sagt Banzer. Auf Frankfurter Seite sei dies eher wahrscheinlich als auf der anderen Seite. Bei all dem zeigt sich Banzer kooperativ. „Unter Nachbarn muss man miteinander reden.“

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