Henning Brandt ließ die Geschichte des "Internationalen Höchster Suppenfests" noch einmal Revue passieren.
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Henning Brandt ließ die Geschichte des "Internationalen Höchster Suppenfests" noch einmal Revue passieren.

Tradition

Geburtstagsfeier für das Höchster Suppenfest

  • vonAlexandra Flieth
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Wegen der Corona-Pandemie mussten die Herdplatten zwar kalt bleiben, einige Köche kamen trotzdem zusammen. Jetzt hoffen alle auf 2021.

Eigentlich sollte das "10. Internationale Höchster Suppenfest" wie immer auf dem Dalbergplatz gefeiert werden. Doch die Initiative "Bunter Tisch - Höchst miteinander", die es seit 2011 federführend organisiert, musste das weit über den Stadtteil hinaus bekannte kulinarische Ereignis wegen Corona absagen. Den runden Geburtstag nicht zu feiern, kam für die Organisatoren jedoch nicht infrage.

Stattdessen luden sie die Kochgruppen, die sich in den vergangenen Jahren beteiligt hatten, zu einer kleinen Feier ins Höchster Schlosscafé ein - natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln. Maximal zwei Vertreter jeder Gruppe durften dabei sein.

"Wir mussten das Suppenfest bereits frühzeitig absagen, wollten aber auf jeden Fall den Kontakt zu den Kochgruppen aufrechterhalten", sagt Helga Krohn vom "Bunten Tisch". Zwar seien die Fest-Vorbereitungen weggefallen, aber auch eine kleine Geburtstagsfeier müsse organisiert werden. "Im Juli haben wir einen ersten Brief verschickt und die geplante Geburtstagsfeier angekündigt, im August folgte die Einladung", erzählt sie. "Insgesamt 42 Kochgruppen haben wir angeschrieben, 34 Gruppen davon haben zugesagt sowie Sponsoren." Krohn zeigt die Liste. Nur wenige, die zugesagt hatten, sind nicht gekommen - obwohl es kühl und regnerisch ist.

Beim vorigen Mal mehr als 1000 Gäste

Henning Brandt, Leiter der Verwaltungsstelle Höchst und Mitglied der Initiative "Bunter Tisch - Höchst miteinander", führt durch das kleine Programm, das musikalisch vom Duo "Die Kletschmers" untermalt wird. Dahinter stecken die Musiker Thomas Ullrich und Claudia Schlitz, die in Anlehnung an den 60er-Soulklassiker "Sunny" von Bobby Hebb eine Hommage an die Suppe zum Besten geben.

Brandt lässt noch einmal die Anfänge des Suppenfests Revue passieren: "Im Juni 2011 haben wir zur ersten Auflage eingeladen. Wir starteten mit 15 Kochgruppen und 17 Suppen und konnten nicht ahnen, dass die Veranstaltung so ein Erfolg wird." Mittlerweile beteiligten sich regelmäßig mehr als 30 Kochgruppen mit ebenso vielen Suppen.

Auch die Besucherzahlen sind gestiegen. "Zu Beginn verzeichneten wir 400 bis 500 Leute, mittlerweile sind es rund 1000 Gäste." Und noch eine Zahl hat Brandt parat: "Die Töpfe mit den Suppen sind ebenfalls größer geworden. Zu Beginn kochten die Gruppen je zehn Liter, heute sind es durchschnittlich 20 bis 25 Liter." Das gilt: Pro Suppenrezept!

Das Fest ist ein Ort der Begegnung

Unter den Gästen sitzt auch die Frankfurter Dezernentin für Bildung und Integration, Sylvia Weber (SPD), die 2017 schon einmal Schirmherrin des damaligen Suppenfests war. Sie lobt es als eine Veranstaltung, die Menschen zusammenrücken lässt, Gemeinschaft schafft und Austausch ermöglicht. "Wir brauchen solche Orte der Begegnung. Sie sind ganz wichtig für unsere Stadt", sagt sie. Beim Fest könne man sehen, wie viele Menschen in Frankfurt eine Heimat gefunden haben. Die Idee, ein solches Fest zu feiern, sei mittlerweile weltumspannend. "Ich bin sehr froh, dass der ,Bunte Tisch' es ermöglicht, und ich wünsche der Veranstaltung noch viele wohlschmeckende Jahre", sagt Weber.

Henning Brandt bedankt sich bei ihr und dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten für die finanzielle Förderung, ohne die das Geburtstagsfest für die Suppenköche im Schlosscafé nicht möglich gewesen wäre. Auch nicht die kleinen Präsente, die an die Köche verteilt werden: Papiertüten, gestaltet von Künstler Reinhard Podlich, die gefüllt sind mit Kräutersamen, Schokolade und etwas Frischem vom Höchster Markt.

Zwar bleiben die Suppenküchen in diesem Jahr kalt, aber: Am "Suppenbaum" auf dem Dalbergplatz, der im vorigen Jahr erstmals dort aufgestellt wurde, wehen dennoch zwei Fahnen. "Höchster Suppengenuss" ist darauf zu lesen und auch "Bald brodelt es wieder in Höchst". Alle Akteure hoffen auf 2021. Schließlich soll das "10. Internationale Höchster Suppenfest" nachgeholt werden. Ganz im Sinne der Redensart: "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben."

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