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Frankfurt am Main 06.11.2016, Stadtteil Rödelheim, Mahnmal im Brentanopark wurde beschmiert. (c) Foto: Rainer Rüffer

Vandalismus in Rödelheim

Gedenkstätte mit antisemitischen Parolen beschmiert

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Armin Kroneisen, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Rödelheim, ist entsetzt – die erst vor einem Jahr eingeweihte Gedenkstätte „Rödelheimer Synagoge“ im Brentanopark wurde mit antisemitischen Parolen besprüht.

Armin Kroneisen, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Rödelheim, ist entsetzt – die erst vor einem Jahr eingeweihte Gedenkstätte „Rödelheimer Synagoge“ im Brentanopark wurde mit antisemitischen Parolen besprüht. Betroffen sind der Sockel des alten Mahnmals sowie der Thorastein. „Wir vermuten, dass dies in der Nacht auf den Freitag passiert ist. Zuvor ist uns zumindest nichts aufgefallen“, so Kroneisen. Mittlerweile habe eine Aktionsgruppe über die betroffenen Stellen Transparente gehängt.

„Ich bin schockiert über diese Aktion. Wie kann es sein, dass nach 70 Jahren Frieden in diesem Land zwei Generationen später solche Dinge passieren“, kann Kroneisen nur den Kopf schütteln. Es sei nicht der materielle Schaden, der ihn und die anderen Menschen so sehr treffe. Sondern vielmehr das, was auf die Steine gesprüht wurde. „Wenn es ein einfaches Graffiti gewesen wäre, dann ist das ärgerlich aber mehr nicht. Aber wir leben hier gemeinsam auf einer Welt, da beschimpft man andere Menschen nicht. Vor allem nicht so“, macht er seinem Ärger deutlich Luft. Der Heimat- und Geschichtsverein habe mittlerweile Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Polizei geht davon aus, dass die bislang unbekannten Täter gleich an mehreren Tagen aktiv waren. Vermutlich hätten die unbekannten Schmierfinken die Gedenkstätte in der Zeit von Dienstag bis Freitagnachmittag verunstaltet. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ob die Schmierereien bis zum kommenden Sonntag, 13. November, wieder verschwunden sind, kann Armin Kroneisen derzeit noch nicht absehen. Schön wäre es allerdings, findet er, denn dann beginnt dort um 16 Uhr traditionell die Gedenkfeier der Friedensinitiative Rödelheim. Unter dem Motto „Erinnern, nicht vergessen“ treffen sich an der ehemaligen Synagoge Bürger, um mit Texten an die Rödelheimer zu erinnern, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Mehr Infos gibt es unter

termine/gedenkstunde-zur-reichspogromnacht-in-roedelheim.

(jdi)

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