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Gefährliche Wendemanöver in der Frankfurter Kurhessenstraße

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Von: Brigitte Degelmann

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Gefährliches Manöver: Mitten auf der Kurhessenstraße wenden Fahrzeuge, um zum Weißen Stein zu gelangen. FOTO: rainer rüffer
Gefährliches Manöver: Mitten auf der Kurhessenstraße wenden Fahrzeuge, um zum Weißen Stein zu gelangen. © Rainer Rüffer

Wieder einmal versucht der Ortsbeirat, die Stadt dazu zu bringen, in der Kurhessenstraße Maßnahmen zu ergreifen.

Es passiert bei (fast) jeder Grünphase an der Ecke Eschersheimer Landstraße/Kurhessenstraße: Mindestens eins der aus Heddernheim kommenden und rechtsabbiegenden Fahrzeuge stoppt kurz nach der Einmündung und setzt zum Wenden an. Mitten auf der Straße. Bei Gegenverkehr. Dass auf dem Asphalt eine Sperrfläche markiert ist, wird dabei schlichtweg ignoriert. Und das alles nur, um dann geradeaus Richtung Weißer Stein und Frankfurter Berg weiterzufahren. Anstatt der dafür ausgeschilderten Strecke von der Eschersheimer über den Lindenring zu folgen. Ein „Umweg“ von noch nicht einmal 500 Metern.

Gedreht wird über den Bürgersteig

Eine Situation, die Yannick Scheid täglich beobachtet. Wenn er morgens mit seinen beiden Kindern von Praunheim nach Eschersheim in die Ziehenschule radelt, wie er in der Bürgerfragestunde der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) berichtete. Diese Wendemanöver seien riskant. Denn gewendet werde nicht nur über den Fahrradstreifen, sondern auch über den Bürgersteig. „In jeder Ampelphase sind das mindestens zwei Fahrzeuge“, berichtete Scheid. „Das ist eine ganz erhebliche Gefährdung.“ Deshalb appellierte er an die Ortsbeiräte, etwas gegen diese Praxis zu unternehmen.

Was jedoch „nicht ganz so einfach“ sei, gab Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) zu bedenken. Man kenne im Ortsbeirat das Problem seit Jahren. Bauliche Abtrennungen zwischen Fahrradstreifen und Fahrbahn hätten wieder entfernt werden müssen, weil sie auch den Weg zu einem Grundstück versperrt hätten.

Zwölf Jahre voller Anträge - ohne Erfolg

Was auch ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt. So war es der im März 2019 verstorbene Ortsbeirat Klaus Funk (FDP), der im April 2010 erstmalig einen Antrag formulierte und forderte, Fahrbahnteiler zu installieren. Was der Magistrat jedoch ablehnte. Mit der Begründung, die vorhandenen Wendewegweiser seien ausreichend.

Doch Funk, der direkt am Weißen Stein wohnte und täglich mit der Situation konfrontiert wurde, ließ nicht locker. Es folgten 2015 und 2016 weitere Anträge, auf einen gemeinsamen mit SPD und BFF hin gab es dann endlich einen Ortstermin. Der aber auch keine neuen Erkenntnisse brachte, auch der darauf folgende Antrag, die ersten 100 Meter der Kurhessenstraße in eine Einbahnstraße umzuwidmen - probeweise für sechs Monate -, wurde vom Magistrat abgelehnt. Wie auch alle weiteren vom Ortsbeirat verabschiedeten Anträge, wie etwa eine Linksabbiegerspur. Den (vorerst) letzten Versuch gab es im August 2017. Da argumentierte der Magistrat, es solle abgewartet werden, ob nach dem Umbau der Eschersheimer das Problem weiterhin bestehe.

Ortsbeirat fordert Gitter und rot markierte Fahrradwege

Tut es, wie sich nun eben in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates gezeigt hat. Und der deswegen einen erneuten Vorstoß wagt. Einstimmig wurde ein Antrag der Grünen verabschiedet, demnach mehrere Maßnahmen geprüft werden sollen, um die Autofahrer von riskanten Wendemanövern abzuhalten: die Sicherung des Gehsteigs durch Gitter, rot markierte Fahrradwege, die durch rot-weiße Leitpfosten abgetrennt werden könnten, oder eine Einbahnstraßenregelung in der Kurhessenstraße.

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