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Wer verdient am meisten?

Städtischer Dienst

Gehältercheck: Wer verdient am meisten? Bürgermeister, Vorstände oder Geschäftsführer städtischer Gesellschaften?

Das Jahr 2017 war ein wirtschaftliches Boomjahr. Das schlägt sich auch in den Gehältern der Geschäftsführer von Unternehmen nieder, an denen die Stadt Frankfurt beteiligt ist. Vergleichsweise bescheiden nimmt sich dagegen das Salär von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Bürgermeister Uwe Becker (CDU) aus.

Zum wirtschaftlichen Erfolg der Mainmetropole tragen auch die zahlreichen Unternehmen bei, an denen die Stadt beteiligt ist. An 565 Firmen war Frankfurt 2017 beteiligt, bei 227 Unternehmen war der städtische Anteil höher als 20 Prozent. Eines von ihnen, der Flughafenbetreiber Fraport AG, ist sogar im Börsensegment M-DAX notiert. Frankfurt besitzt 20,03 Prozent der Anteile am Flughafen, das Land Hessen 31,31 Prozent. Die Fraport AG ist damit mehrheitlich im Besitz der Öffentlichen Hand. Das Fraport-Management gehört zu den Spitzenverdienern unter den Unternehmen, bei denen städtische Vertreter im Aufsichtsrat sitzen.

Spitzenverdiener sitzen bei Fraport

Neuer Flugsteig A-Plus des Terminals 1 am Frankfurter Flughafen

2017 erhielt Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte 2,37 Millionen Euro (2016: 2,30 Millionen), seine Vorstandskollegen Anke Gießen 1,49 Millionen Euro (2016: 1,458 Millionen € ) und Matthias Zieschang: 1,78 Millionen Euro (2016: 1,69 Millionen € ), Michael Müller: 1,48 Millionen Euro (2016: 1,44 € ). Für die Aktionäre blieb trotzdem noch etwas übrig. 2017 schüttete die Fraport AG 1,50 Euro je Anteilsschein aus. Das entsprach einer Dividendenrendite von 1,64 Prozent.

Auch bei der ebenfalls international operierenden Frankfurter Messe werden tolle Gehälter geboten. Im vergangenen Jahr verdiente Wolfgang Marzin 580 000 Euro, seine Kollegen Uwe Behm 548 000 Euro und Detlef Braun: 535 000 Euro. Die Messe gehört zu 40 Prozent der Stadt, das Land Hessen besitzt die restlichen 40 Prozent.

Von solchen Gehältern können Frankfurts Spitzenpolitiker nur träumen. Oberbürgermeister Peter Feldmann ist Aufsichtsratschef der Messe. Er bezog in der Gehaltsgruppe B 11, verheiratet, zwei Kinder, 166 113,60 Euro. Bürgermeister Uwe Becker (CDU) in Gehaltsgruppe B 9, ebenfalls verheiratet, zwei Kinder, 136 514 Euro.

Von Aufsichtsratsbezüge muss Großteil abgeführt werden

Sowohl Feldmann als auch Becker sitzen im Aufsichtsrat von Fraport. Doch von den Bezügen als Aufsichtratsmitglieder müssen beide den größten Anteil abführen. Nach der hessischen Nebentätigkeitsverordnung für Wahlbeamte dürfen sie pro Jahr insgesamt nur 6150 Euro als Gesamtsumme für Aufsichtratstätigkeiten behalten, den Rest müssen sie abführen.

Als Aufsichtratsvorsitzender des städtischen Energiekonzerns Mainova entscheidet Becker mit über die Vorstandsbezüge. Die können sich sehen lassen: Vorstandschef Constantin Alsheimer verdiente 606 084 Euro, (Vorjahr 581 576). Sein Vorstandskollege Lothar Herbst erhielt 475 415 Euro, (Vorjahr 448 344 Euro), Norbert Breidenbach: 494 635 Euro, (Vorjahr 473 904 Euro) .

Bürgermeister Becker: Arbeit als Politiker "kann man nicht mit Geld aufwiegen"

Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) blickt in die Kamera. Arne Dedert/Archiv

Fühlt man sich angesichts dieser Zahlen als Politiker nicht unterbezahlt? „Ich würde nicht von schlecht bezahlt reden“, betonte Becker. „Ich werde ordentlich bezahlt.“ Als Politiker habe man die Möglichkeit, die Stadt zu gestalten. „Das kann man nicht mit Geld aufwiegen“, betonte der Bürgermeister, dessen Motto lautet: „Das Leben ist viel zu kurz und wichtig, um es nur an sich selbst zu verschwenden.“

Bäderchef verdient mehr als Bürgermeister

Selbst die Geschäftsführer kleinerer städtischer Gesellschaften verdienen mehr als der Bürgermeister. So bezog Thomas Feda, Chef der Frankfurter Tourismus und Congress GmbH (TCF), 167 000 Euro Jahresgehalt. Sogar der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF) Frank Müller hängt mit einem Jahresbrutto von 146 000 Euro Bürgermeister Becker locker ab. Dabei betrug das Defizit der Gesellschaft 2017 knapp 27 Millionen Euro, eineinhalb Millionen Euro mehr als im Vorjahr. In diese Gehaltskategorie ist auch Michael Guntersdorf einzuordnen. Er verdiente als Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH 145 000 Euro. Die Politiker im Aufsichtsrat erhalten pro Sitzung 50 Euro.

Der Geschäftsführer der Alten Oper, Stephan Pauly, verdiente 200 000 Euro (Vorjahr 188 000 Euro), Matthias Pees vom Künstlerhaus Mousonturm wie im Vorjahr 111 000 Euro.

Noch mehr ist für den Geschäftsführer der Städtischen Bühnen drin: 2017 bezog Opernintendant Bernd Loebe 366 000 Euro Jahresgehalt (Vorjahr 341 000 Euro).

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