2018 wurde der S-Bahn-Tunnel unter Frankfurt gesperrt, weil ein neues Stellwerk gebaut wurde. Dabei entstand dieses Foto. Foto: Christoph Schmidt/dpa
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2018 wurde der S-Bahn-Tunnel unter Frankfurt gesperrt, weil ein neues Stellwerk gebaut wurde. Dabei entstand dieses Foto. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Unter der Erde

Geheimnisse im Bauch der Stadt

In Frankfurt gibt es viel Interessantes unter der Oberfläche zu entdecken. Nicht nur im S-Bahn-Tunnel.

Frankfurt -Die Medaille hat immer zwei Seiten, das ist nun mal so im Leben. Gleisbauer beispielsweise, die im weitläufigen Tunnelsystem der Frankfurter U-Bahn Schienen verlegen, bekommen zwar kein Tageslicht ab. Dafür haben sie es im Moment jedenfalls schön kühl dort unten. Während andere bei Temperaturen von 30 Grad und mehr im Hochsommer schwitzen müssen, profitieren die Gleisbauer von ihrem schattigen Plätzchen. Das macht die Arbeit für sie erträglicher. Davon gibt es unter der Erde mehr, als man denkt.

Ganz offiziell und legal durften Journalisten und Fotografen vor zwei Jahren den S-Bahn-Tunnel unter Frankfurt betreten, als er während der Arbeiten für ein neues Stellwerk gesperrt war. Ein faszinierender Anblick, welche Infrastruktur unter der Stadt versteckt liegt, war das allemal. Faszinierend ist auch der Bunker am Höchster Bahnhof. Ein Teil des Bauwerks versteckt sich unter der Erde. 1500 Menschen passen in den Klotz. Rund fünf Meter unter Grund lagern hier immer noch Toilettenpapier, Medikamente und Trockennahrung für Babys, es gibt Feldbetten und Warteräume. Auch wenn die Ausstattung mittlerweile veraltet ist - im Ernstfall könnte er noch heute genutzt werden.

Der tiefste

Punkt der Stadt

Ein vor allem geografisch interessanter Punkt ist unter der Sindlinger Mainbrücke. Klar, der befindet sich natürlich nicht unter der Erde. Aber er ist mit 88 Metern über Normalnull der tiefste Punkt in Frankfurt. Die Brücke an der Grenze zwischen Sindlingen und Kelsterbach spendet natürlich Schatten. Mehr Erfrischung brächte aber wohl ein kühles Getränk. Das konnten Gäste bis vor ein paar Jahren noch im Ratskeller unter dem Römer trinken - seit einiger Zeit bekanntermaßen nicht mehr. Fünf Jahre lang stehen die historischen Räumlichkeiten schon leer. Wie auch der Rest des Römer kann sich der Gewölbekeller mit der kunstvollen Deckenmalerei durchaus sehen lassen. In der Vergangenheit als Kantine genutzt, soll der Ratskeller vielleicht wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Aber momentan ist das noch Zukunftsmusik.

Wer sich schon einmal Gedanken darüber gemacht hat, wer dafür sorgt, dass das Wasser der Toilettenspülung dort ankommt, wo es hinsoll, dem ist die SEF sicher ein Begriff: Er steht für "Stadtentwässerung Frankfurt". Diese betreibt 22 Pumpwerke im Stadtgebiet, die dafür sorgen, dass Regenwasser sowie Abwasser aus Industrie und allen Privathaushalten dahin kommt, wo es hingehört. Auch um das Abwasser am Frankfurter Flughafen und auch das des neuen Stadtteils Gateway Gardens kümmert sich die Stadtentwässerung. Das Pumpenwerk in Gateway Gardens ist das jüngste der SEF. Seit der Fertigstellung 2014 wird Regenwasser in einem Auffangbecken aufgehalten und in das Klärwerk nach Niederrad gepumpt.

Von oben ist

nichts zu sehen

Von oben ist weder vom Regenrückhaltebecken noch vom Pumpenwerk besonders viel zu sehen. Beides liegt 12 beziehungsweise 13 Meter unter der Erde, und rein kommt man nur mit einem Mitarbeiter der SEF. agr

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