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Spektakuläre Verwandlung: Aus Hofladen wird Partylocation

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Von: Michelle Spillner

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Landwirt Martin Stark im Scheinwerferlicht auf der Bühne seines "Event-Hühnerstalls". Das Huhn auf seinen Beinen lässt den Rückschluss auf den Namen der Band zu, in der er Schlagzeuger ist: "Chick'n Rock".
Landwirt Martin Stark im Scheinwerferlicht auf der Bühne seines "Event-Hühnerstalls". Das Huhn auf seinen Beinen lässt den Rückschluss auf den Namen der Band zu, in der er Schlagzeuger ist: "Chick'n Rock". © Michelle Spillner

Der Hofladen rechnet sich nicht mehr. Also erfüllt sich der Frankfurter Bauer Martin Stark mit seiner Eventscheune auf dem Burghof einen Traum.

Frankfurt – Mehrere unternehmerische Standbeine sind bei Landwirten keine Seltenheit. Viele betreiben zum Auffangen der Willkür von Wetter, Politik und Preisentwicklungen neben Ackerbau und Viehzucht einen Hofladen, vermieten Kleinflächen zur Selbstbewirtschaftung, nehmen Pensionspferde, keltern oder brennen Schnaps - alles Dinge, die recht eng mit dem Ursprungsgeschäft zu tun haben. Martin Stark (46) aber hat neben Ackerbau auf 125 Hektar, Hof und Hühnerfarm ein Standbein, das man nicht und schon gar nicht an dieser Stelle vermuten würde.

Neben den riesigen Gerätehallen hinter der Krebsmühle wirkt das Holzhaus fast wie eine Gartenhütte. Die Relationen lassen einen übersehen, dass darin Platz für bis zu 210 Personen ist. Und schon gar nicht würde man vermuten, was sich in der "Hütte" befindet. Man ist überrascht, wenn man die Tür durchschritten hat: rechts eine große Bar.

Frankfurt: Eventscheune auf dem Burghof eine der schönsten Locations

An der Decke Traversen und unzählige Scheinwerfer, die auf die sieben mal vier Meter große Bühne strahlen, eine große Discokugel in der Deckenmitte, Musikboxen, Mikrofone auf Ständern, Monitorboxen, ein Mischpult, E-Gitarren an den Wänden, Stehtische und Barhocker: Willkommen in einer der schönsten Locations in Frankfurt. Und das Beste: Hier draußen, mitten auf dem Feld, auf dem Burghof-Hühnerhof gibt es keine Nachbarn, die sich wegen Ruhestörung beklagen würden.

Bekannte Namen sind dort in den vergangenen acht Jahren schon aufgetreten: die Quietschboys, der Kabarettist Johannes Scherer, die Böse-Onkelz-Coverband "Heilige Legenden", die Rock- und Metalband "Thunderstorm".

Eventscheune auf dem Burghof in Frankfurt: "Es soll aussehen wie bei den Großen"

Wenn die Kabarettistin Monika Gruber mal bei ihm gastieren würde: Das wäre toll, sagt Stark. Gar nicht mal abwegig, dass diese Größe mal bei ihm auftreten könnte: Einerseits ist sie selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen, dem ihrer Eltern in Oberbayern. Zum anderen genießt Starks Location in der Musikszene als Geheimtipp einen guten Ruf. Da gab es berühmte Bands, die in Starks "Event-Hühnerstall" für ihren Auftritt in der SAP-Arena probten und dort auch ihr gesamtes Licht für die Arena programmierten.

Das geht nämlich. Starks Anspruch: "Es soll aussehen wie bei den Großen." Er sehe das eher aus der Sicht des Musikers, der Wert auf beste Auftrittsbedingungen legt, als aus der Sicht des Betreibers oder Gastronomen. Immerhin ist er selbst regelmäßig auf der eigenen Bühne: als Musiker, einmal pro Woche für die Probe, sowie zu regelmäßigen Auftritten dort oder auch beim Brunnenfest oder im Schlosskeller Höchst.

Frankfurt: Eventscheune war vorher ein Hofladen

Alles hat er selbst gebaut, mutig hat er Geld in die Hand genommen und hat sich damit seinen Traum der eigenen Location erfüllt. "Landwirtschaft und Musik begleiten mich schon mein ganzes Leben", schildert er. Mit sechs Jahren begann er Akustikgitarre zu spielen, dann E-Gitarre, mit 15 Schlagzeug. Er spielte in verschiedenen Bands und ist jetzt Schlagzeuger der Band "Chick'n Rock". Mit seinen vier Bandkollegen covert er Songs unter anderem von "ZZ Top", "Sex on Fire" und den "Toten Hosen".

Bis 2014 war das Häuschen der Hofladen. Aber es rechnete sich nicht, so weitab vom Schuss. Für ein paar Eier und Lebensmittel fährt man nicht so weit raus - jetzt schon gar nicht mehr -, aber sehr wohl und gerne, um Konzerte zu hören oder um zu feiern, auch mit der Firma oder mit der Familie Geburtstag, Hochzeit oder einfach so. Neben den öffentlichen Veranstaltungen stellt Stark seinen "Hühnerstall" nämlich auch für Veranstaltungen und Feste zur Verfügung.

Frankfurt: Bis zu 800 Menschen feiern in der Eventscheune am Burghof

Die großen Ereignisse des Jahres, wie das Vatertagsspektakel (siehe unten) dehnen sich dann auch über den "Hühnerstall" aus, in eine der Gerätehallen hinein, in der bis zu 800 Menschen feiern dürfen, und auf den Hof davor, Open-Air. Eine "sichere Bank" war das Eventgeschäft aber in den vergangenen zwei Jahren auch nicht. Stark erlebte - wie alle Veranstalter und Künstler - den kompletten Stopp, verdiente in diesem Geschäftsbereich nichts mehr und schlug sich mit Planungs-Hin-und-Her herum. Vor der Pandemie hatte er 30 bis 40 Privatfeiern im Jahr bei sich zu Gast.

Jetzt muss es erst wieder allmählich anlaufen. Zwar entspannt sich die Pandemiesituation, aber die Auswirkungen des Ukrainekriegs treffen ihn jetzt. Abgesehen von den um ein Vielfaches erhöhten Preisen für Dünger, Weizen, Treibstoff ... hat er jetzt zum Beispiel auch Probleme, Eierkartons zu bekommen. Doch einfach sei es für ihn als Landwirt nie gewiesen. Als Landwirt denke man weit voraus, dem stehe das kurzzeitige Denken der Politik entgegen. Stark: "Die sollen die Landwirte einfach das machen lassen, was sie seit Jahrtausenden machen: die Leute ernähren, und ihnen nicht mit Vorschriften und Philosophien das Leben schwer machen" Sorgen, die er im Scheinwerferlicht der eigenen Bühne mit den Drumsticks in den Händen für eine Weile vergessen kann.

Eventscheune in Frankfurt: An Vatertag geht es zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder rund

Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie steigen im Burghof-Hühnerstall wieder große Veranstaltungen. Die Livemusik-Location bietet wieder ein Vatertagsspektakel - bei freiem Eintritt. Am Donnerstag, 26. Mai, geht es um 11 Uhr los. Veranstalter Martin Stark wird selbst mit seiner Band "Chick'n Rock" auftreten. Haupt-Act des Tages werden die "Quietschboys" sein. Am Sonntag, 29. Mai, von 11 Uhr an, wird mit dem Oldie- und Schlagerfrühschoppen direkt weitergefeiert. Die Band "Aber Hossa" ("Die etwas andere Art des deutschen Schlagers") spielen die größten Hits von Helene Fischer bis Peter Kraus. Die "Old Beer Devilz" bieten Rock ihrer musikalischen Gründerväter aus UK und USA, gemischt mit hessischem Gebabbel. Da kostet der Eintritt 12 Euro. Weitere Infos und Tickets gibt es online unter www.burghof-huehnerstall.de. (Michelle Spillner)

Ein weiterer Hotspot für Partys in Frankfurt soll die Hauptwache werden.

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