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Geisterfahrer in der Raiffeisenstraße wollen Stau umfahren

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Von: Friedrich Reinhardt

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Riederwälder und Ortsbeiratsmitglied Christoph Zielonka setzt sich für die Sperrung der Raiffeisenstraße ein. FOTO: reinhardt
Riederwälder und Ortsbeiratsmitglied Christoph Zielonka setzt sich für die Sperrung der Raiffeisenstraße ein. © Friedrich Reinhardt

Enttäuschender Ortstermin mit der Stadt - Verkehrsamt sieht Pollerlösung skeptisch

Mit einer Mischung aus Enttäuschung und Empörung haben die Mitglieder des Ortsbeirats 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) auf das Treffen mit städtischen Ämtern in der Raiffeisenstraße reagiert. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas gibt", sagt Christoph Zielonka (Grüne). Einen "Vorwand" nennt Stefan Helming (SPD) die Argumente der Stadt gegen eine Sperrung. "Ich war regelrecht verstört nach dieser Begehung. So etwas Ablehnendes hat mich richtig erschüttert", sagt Ricarda Grünberg (Linke).

Lange gewartet

Mehrfach hatte das Stadtteilgremium schon die Sperrung an der Raiffeisenstraße auf Höhe des Nachbarschaftsbüros und des evangelischen Kindergartens gefordert, da viele Autofahrer versuchen, den Stau auf dem Erlenbruch durch die Raiffeisenstraße zu umfahren - und das entgegen der Einbahnstraße. Deshalb hatten die Stadtteilpolitiker lange auf den Ortstermin mit den städtischen Ämtern gewartet.

"Die Ämter-Vertreter haben sich unsere Argumente aber in keiner Weise angehört", schildert Stefan Helming (SPD) seinen Eindruck. Statt über eine Sperrung zu sprechen, sei die Lösung gleich verworfen worden, "und in ziemlich harter Manier hat man die Anwohner nicht zu Wort kommen lassen", erzählt Zielonka. Die Straße müsse mit abschließbaren Pollern gesperrt werden, damit die Feuerwehr die Straße nutzen kann. "Aber Poller könne man nicht aufstellen, weil die abgeflext würden", gab Helming die Diskussion wieder. "Mir kam das wie ein Vorwand vor, weil man sich damit nicht beschäftigen will. "

Gegenüber dieser Zeitung erklärte das Straßenverkehrsamt, dass man die Poller nicht grundsätzlich abgelehnt habe. Man habe lediglich die unterschiedlichen Belange erörtern wollen. Dazu gehöre auch der Unterhaltungsaufwand wegen Vandalismus und der freie Weg für Rettungsfahrzeuge, sagte Ingmar Bolle, Sprecher des Straßenverkehrsamts. Dafür gebe es ja Ortstermine.

Zielonka und Helming berichteten allerdings, dass ein Vertreter der Feuerwehr erklärt habe, dass die Durchfahrt in die Raiffeisenstraße an der Ecke Schäfflestraße entbehrlich sei.

Die Empörung über den Tonfall zeigte sich auch in zwei Anträgen, die Helming in der jüngsten Sitzung stellte. Zum einen forderte er eine Auflistung, wie viele Poller in den vergangenen drei Jahren mutwillig zerstört worden und welche Kosten durch die Reparatur entstanden seien. In der Antragsbegründung schreibt Helming: "Dem Ortsbeirat ist schleierhaft, warum eine Metropole wie Frankfurt operativ und finanziell keine Poller unterhalten kann und nur deshalb ansonsten sinnvolle Maßnahme unterbleiben müssen." Helming meinte, dass er solche krawalligen Anträge normalerweise nicht stellen würde. Zum anderen fordert er Auskunft, warum eine Sperrung nur mit Pollern möglich sei. Beide Anträge nahmen die Ortsbeiräte einstimmig an.

Es wird gehupt und geschimpft

Anwohner berichten davon, wie sich regelmäßig Autos auf der Raiffeisenstraße gegenüberstehen, weil einer gegen die Einbahnstraße fährt und zwei Autos auf der schmalen Straße nicht aneinander vorbeikommen. Die Autofahrer reagierten mit Gehupe, bestenfalls. Oft entstünden daraus auch verbale Auseinandersetzungen. Die Verkehrssituation im Riederwald mit dem verstopften Erlenbruch mache aggressiv.

Dass die Einbahnstraßen-Verstöße keine Einzelfälle sind, zeigt eine Zählung aus dem Sommer 2020, die Anwohner erstellten, um zu dokumentieren, wann welches Fahrzeug gegen die Einbahnstraßen fuhren. Vor allem unter der Woche gebe es dort mehrere Verstöße pro Tag. Allein neun seien waren es am 10. Juni zwischen 16 und 21 Uhr gewesen. Dabei ist davon auszugehen, dass die Liste nicht vollständig ist.

"Das Gefährliche an dieser Stelle ist, dass da der Kindergarten ist. Da, wo die Kinder die Straße queren, versuchen die Autofahrer schnell durchzubrausen, weil sie gegen die Einbahnstraße fahren", sagte Stefan Klee, Fraktionsvorsitzender der Linken.

Und die Zeit dränge, meint seine Fraktionskollegin Grünberg. "Wir müssen Ruhe in diese Straße bringen. Sobald der Tunnelbau am Erlenbruch beginnt, wird sich das Problem noch verschärfen." Friedrich Reinhardt

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