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Das Betreuungsteam und einige der Kinder haben Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der offiziellen Eröffnung der Einrichtung in ihre Mitte genommen.

Schatzkiste für alle Kinder

Gemeindehaus in Griesheim wurde zur Betreuungseinrichtung für Ein - bis Zehnjährige umgebaut

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Das Geheimnis ist gelüftet: Schatzkiste heißt die Kindertagesstätte der evangelischen Kirchengemeinde Griesheim. 100 Kinder sollen zukünftig im umgebauten Gemeindehaus betreut werden.

Der Schatz sind, das liegt nahe, die Jungs und Mädchen, die in der Kindertagesstätte der evangelischen Kirchengemeinde Griesheim gehütet werden. Die umgebaute und neugestaltete Kita soll zukünftig 100 Kindern Platz bieten. Das Besondere: Die Alterspanne ist groß. Kinder zwischen einem und zehn Jahren werden hier betreut. „Wir fühlen uns wohl hier in der Gemeinde, weil unter den Mitarbeitern wirklich ein tolles Klima herrscht“, sagt Katrin Göhlich. Sie leitet die Kita seit zwei Jahren und freut sich, dass sie die Umbauphase begleiten konnte. „Es war schön“, sagt sie. Auch, weil es so für alle ein Neuanfang gewesen sei.

Zwei Jahre dauerte der Umbau. Platz wurde geschaffen, in dem das alte Gemeindehaus am Gemeindegarten für die Kinder umgestaltet wurde. Klar, dass auch Lärm und Einschränkungen in dieser Zeit dazugehörten. Doch für Göhlich, ihre Kollegen und die Kinder hat es sich offensichtlich gelohnt: Während der offiziellen Einweihung der neuen Kita am Wochenende herrscht allseits gute Stimmung. Die Jungs und Mädchen haben das neue Haus längst für sich erobert, kennen jeden Schleichweg und toben draußen und drinnen. Für die Eröffnung haben sie zudem eine kleine Vorführung einstudiert, in der sie mit Gesang, Tanz und Dialogen von dem Umbau berichten.

Bei den Eltern kommt die neue Kita auch gut an. „Es ist schön“, sagt Manuela Blum. Drei Kinder hat die Griesheimerin und alle drei haben die Einrichtung besucht. Wobei aktuell nur noch ihre jüngste Tochter angemeldet ist, wie sie erzählt. Besonders wertvoll ist aus ihrer Sicht der langjährige Kontakt zu den Erzieher und dass die Kinder mit Erreichen des Schulalters nicht die Einrichtung wechseln müssen. Das offene Konzept der Kita, lobt Marigona Menxhiqi. Ihr fünfjähriger Sohn besucht hier den Kindergarten. Menxhiqi hofft nun, dass ihr Kind kommendes Jahr nach der Einschulung auch in den Hort gehen kann. „Man hat hier Verbindungen und Freunde“, sagt sie. Überdies sei sie als Berufstätige darauf angewiesen, dass ihr Sohn nach der Schule betreut würde.

So ein großes Kinderhaus braucht natürlich auch viele Kräfte, die das Ganze in Gang halten: 27 Mitarbeiter arbeiten hier für das Wohl der Kinder, Hausmeister und Hauswirtschafterin eingeschlossen. Allerdings soll das Team noch etwas wachsen: Göhlich ist auf der Suche nach weiteren Fachkräften, damit sie auch die zweite Krippengruppe öffnen kann und so von aktuell rund 90 Kindern auf 100 aufgestockt werden kann.

Der Bedarf ist da, aber die Suche ist nicht leicht. Schließlich werden Fachkräfte überall händeringend gesucht. Und die Schatzkiste, so der neue Name, muss sich gegen kleinere Einrichtungen durchsetzen, die von vielen Erziehern favorisiert werden. „Viele Fachkräften wollen in so einem großen Haus nicht arbeiten“, sagt Katrin Göhlich. Dabei ist die Größe aus ihrer Sicht kein Manko. Im Gegenteil: „Es ist weitläufig und schön“, meint sie. Überdies erlebe man hier, was man sonst nicht habe: „Sie bekommen die Entwicklung der Kinder mit“, sagt Göhlich. Das sei über einen so langen Zeitraum wirklich wunderbar. Auch die Arbeit mit den Familien sei nachhaltig, schließlich begleite man sie über so viele Jahre.

Ähnliches berichtet auch Erzieher Oliver Cox. Seine Arbeit in der Kita macht dem Horterzieher Freude. „Weil ich finde, dass die Arbeit mit Kindern Sinn macht und erfüllend ist“, erklärt er. Seit zehn Jahren ist Cox hier und lobt das Team: Hier hielte man wirklich zusammen, sagt er. Das sei nicht überall so. An der neuen Kita schätzt er besonders, dass sie mehr Möglichkeiten für ihn und seine Kollegen bietet, mit den Kindern zu arbeiten. Durch die Holzwerkstatt könne man jetzt auch mal an längerfristigen Projekten arbeiten, meint er.

1,5 Millionen Euro hat der Umbau gekostet. Mit Mitteln der Kirche und der Stadt, die das Projekt mit 500 000 Euro unterstützt hat, ist das alte Gemeindehaus in ein Kinderhaus umgewandelt worden. 40 Kinder mehr können hier nun betreut werden. Es gibt 20 Krippen-, 20 Hort- und 60 Kindergartenplätze. Neben den Gruppenräumen gibt es nun auch weitere spezielle Funktionsräume, wie die Holzwerkstatt, den Medien- oder den Musikraum.

„Das ist gut angelegtes Geld“, findet Stadtdekan Achim Knecht, der hier auch Gemeindepfarrer war, und zur Eröffnung vorbeischaute. Wie auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Ich möchte ausdrücklich der Kirche danke sagen“, erklärte er. In puncto Hortplätze sei das Ruder umgelegt. Wenngleich aus seiner Sicht immer noch eine Schippe mehr draufgelegt werden könne, worauf er spontanen Beifall von den Eltern erhielt. Wie berichtet, sind die fehlenden Hortplätze ein großes Problem für viele Eltern in Frankfurt. Die Betreuungsquote bei den Grundschülern liegt bei 54 Prozent, wobei hier schulbezogene Bildungs- und Betreuungsangebote nicht eingerechnet sind. In diesem Jahr will die Stadt nun 800 neue Plätze in der Schulkindbetreuung schaffen. 1400 sollen im kommendem Jahr dazukommen.

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