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Felix, der mit zwei Freunden der Garten bewirtschaftet, inmitten seiner Hühnerschar.

Tiere in Frankfurt

Gemeinschaftsgarten in Frankfurt Oberrad: Ein kleines Paradies für Mensch und Tier

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In einem Gemeinschaftsgarten in Frankfurt Oberrad fühlen sich Schweine, Hühner und Ziegen wohl. Ein Besuch vor Ort. 

Frankfurt Oberrad - Sie heißt nicht "Zimt", weil ihre Farbe dazu passt, sondern weil sie frech ist. "Das ist unsere Zimtziege", sagt Felix, der seit drei Jahren mit zwei Freunden einen Gemeinschaftsgarten in Oberrad hat. Zimt meckert laut, klettert auf einen Strohballen und bettelt nach Krauleinheiten. "Quark" und "Siggi", die Chefziege, schließen sich meckernd an. Felix lacht. "Wir versuchen alles, damit sie nicht nach vorne in den Garten kommen", sagt der junge Mann ruhig. Eine Woche lang haben er und seine Freunde gerade gebraucht, um eine Kräuterschnecke zu bauen. Aus dicken Feldsteinen, die voller Kalk und uralten Muscheln stecken, haben sie einen Kreis gebaut und das Beet konisch nach oben wie ein Schneckenhaus angelegt. "Die Steine haben wir von Gärtnern bekommen, die sie aus ihren Felder gebaggert haben", so Felix. Zarte Kräuterpflanzen wachsen gerade an.

"Die Ziegen würden das Schneckengebirge zum Klettern und Fressen lieben", übertönt Felix das Gemecker aus Richtung Wiese. "Sie können dort toben, wir pflanzen hier vorne an", meint er. Auf der Wiese tummeln sich zehn Hennen und zwei Hähne, die gackernd auf Gras kratzen und in einer Erdkuhle ein Sandbad nehmen. Einige von ihnen lassen sich streicheln von Felix. "Tiffy" zum Beispiel. Das schwarze Huhn ist hier geschlüpft. 28 Tage lang haben die Hühner abwechselnd Eier von Legehennen gebrütet und drei sind dann geschlüpft. Das war so spannend", erzählt Felix und krault das fröhliche schwarze Huhn am Hals. Tiffy gackert und legt den Kopf schief. Die Ziegen gucken zu, die beiden Schweine Motti und Blingbling dösen in der Sonne.

Tierparadies in Frankfurt Oberrad: Drei Freunde am Werk

"Wir haben lange einen Garten gesucht und von Selbstanbau und Tieren geträumt", so Felix, der Rote Beete und Karotten klein schneidet für die Hühner. Und Gemüse mit Haferflocken, Kartoffelschalen und Gemüse für die Schweine mischt. "Irgendwann hatten wir Glück, und es gibt sogar alte Ställe, die wir wieder hergerichtet haben. Dann kamen die Ziegen von Freunden von uns, Hühner und die Schweinchen." Er betrachtet jedes Tier ganz genau, überprüft Füße und Federn auf Milben oder Verletzungen. "Zwei Junghennen werden ein bisschen gemobbt", sagt Felix und deutet auf ein abgetrenntes Gehege. "Damit sie ein bisschen mehr Ruhe haben, können die zwei in den nächsten Nächten hier schlafen." Wie zur Bestätigung krähen beide Hähne gleichzeitig und plustern sich auf.

Ein ausrangierter echter Zirkuswagen steht am Ende des Tierparadieses. Auch den haben die drei eher zufällig bekommen. "Der Zirkusdirektor wollte ihn durch einen größeren ersetzen und wir haben etwas gesucht, das wir auch für Ferienspiele mit Kindern nutzen können. Damit sie naturnah Abenteuer erleben können", so Felix. Der Plan liegt wegen Corona aber erstmal auf Eis. Stattdessen haben sie einen kleinen Teich angelegt und ziehen unter einer Plane Jungpflanzen. Alles, was essbar ist. Unter großen Wacholderbäumen blühen Blumen in allen Farben. Ziege Zimt fordert wieder den Einlass in den wunderschön angelegten Garten. Felix streicht ihr über Kopf und Hörner und schüttelt den Kopf. "Diesmal schafft ihr es nicht, hier alles zu verwüsten", sagt er lachend. Das Gatter zum Vorgarten haben sie immer wieder verstärkt. Jetzt mit einer Ziehvorrichtung, an der Hufeisen hängen und ein dicker Stein. "Die Hufeisen haben wir hier gefunden und hatten sie eigentlich als Glücksbringer im Schuppen gelassen. Jetzt bringen sie Glück für den Garten und halten mit ihrem Schließmechanismus die Ziegen aus dem Gemüsegarten raus."

Die drei Freunde ernten selbst für sich und ihre Familien, was sie anpflanzen. Auch die Eier von Tiffy und den anderen Hühnern landen auf ihren Frühstückstischen. Felix ist zufrieden. "Es ist viel Arbeit, aber das haben wir uns gewünscht." 

Sabine Schramek

Um die Felder in Frankfurt-Oberrad gibt es Ärger: Die Gärtner beklagen respektlose Spaziergänger, Vandalismus und Diebstahl. 

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