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Blick auf die Großbaustelle am Autobahndreieck Erlenbruch an der Frankfurter Ostumgehung A 661.

Einwände gegen Großprojekt

Der geplante Riederwaldunnel in Frankfurt und seine Tücken

Das Erörterungsverfahren zum umstrittenen Riederwaldtunnel hat begonnen. Bis mindestens Donnerstag sollen noch fast 700 weitere Einwände von Bürgern und Anwohnern abgearbeitet werden.

Am Anfang spricht Friedhelm Ardelt-Theeck über Grundsätzliches. Dass er und seine Mitstreiter sich nicht vorzuwerfen ließen, das Projekt verhindern zu wollen. Dass sie es gewesen wären, die mehr Lärmschutz erkämpft hätten. Und dass Hessen Mobil Schuld trage an dem Vertrauensverlust in die Verwaltung. Bürgerrechte müssten gestärkt, nicht geschwächt werden, fordert Adelt-Theek. Und kommt schließlich auf Bitte von Verhandlungsleiterin Christine von Knebel zum eigentlichen Thema, um das es am Dienstag im Saalbau Griesheim geht: die Verkehrsprognosen.

Es ist Tag zwei der Erörterung im Planänderungsverfahren für den Riederwaldtunnel, dem umstrittenen Lückenschluss zwischen A66 und A661 im Osten Frankfurts. Zahlreiche Stellungnahmen von Behörden und sonstigen Stellen sind beim Regierungspräsidium Darmstadt eingegangen, das die Anhörung leitet. Knapp 700 Einwendungen von Privatleuten. Am Dienstagmorgen sind nicht einmal 20 von ihnen erschienen. Am Vormittag führt hauptsächlich Friedhelm Ardelt-Theeck das Wort. Von zwei Einwendern hat er eine Vollmacht, sagt er. Agiere hier außerdem als Sprecher der Bürgervereinigung Nordend, die wiederum Mitglied des Aktionsbündnisses Unmenschliche Autobahn ist. Das sammelt derzeit Geld für ein Gutachten, um im Fall eines Planänderungsbeschlusses gegen das Vorhaben zu klagen. Doch so weit ist es längst noch nicht. Bis Donnerstag, falls notwendig auch bis Freitag, läuft die Erörterung, bei der die Einwender ihre Kritik vortragen können. Ihnen gegenüber sitzen Mitarbeiter der Landesbehörde Hessen Mobil und von ihr beauftragte Unternehmen, rechts die RP-Vertreter als Moderatoren, ganz links haben sich die Experten des hessischen Verkehrsministerium platziert, die später die Entscheidungen treffen, wie und was gebaut wird.

 

Eins wird am Dienstagvormittag deutlich: Der Lückenschluss wird mehr Verkehr anziehen. Zu den derzeit 120 000 Fahrzeugen am Tag kommen rund 80 000 weitere, heißt es. Hinter dem Lenkrad sitzen Leute, die angesichts der guten Verkehrsanbindung lieber in Frankfurt einkaufen, als in Hanau. Die vom Zug aufs Auto umsteigen oder derzeit auf Schleichwegen oder Umwegen zur Arbeit pendeln. Den Berechnungen zufolge ist der Durchgangsverkehr gering. 90 Prozent der Fahrzeuge hätten das Ziel Frankfurt beziehungsweise Flughafen.

Ob die geplante Nordmainische S-Bahn nicht die Prognosezahlen nach unten drücken werde, will Verhandlungsleiterin von Knebel wissen. Die Expertin von Hessen Mobil schüttelt den Kopf: „Die Reisezeit spricht dagegen.“

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