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Schwesta Ewa, die mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt, kam mit Kindertragetasche zum Revisionstermin nach Karlsruhe.

Prozess

Schwesta Ewa: Gericht bestätigt Haftstrafe für Rapperin

Die Haare offen, dezent geschminkt, die Tragetasche mit ihrem Baby über dem Arm. So trat gestern die Frankfurter Rapperin Schwesta Ewa vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe auf.

Die Rapperin Schwesta Ewa (34) ist rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt und muss möglicherweise noch einmal ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am Donnerstag alle dagegen eingelegten Revisionen verworfen. Damit hat ein Urteil des Frankfurter Landgerichts von 2017 Bestand.

Etliche Ausraster

Die Sängerin, die früher selbst als Prostituierte gearbeitet hat, hatte zugegeben, mehrere junge Frauen, die für sie als Prostituierte arbeiteten, bei etlichen „Ausrastern“ geschlagen und getreten zu haben. Die Einkünfte gab sie nicht beim Finanzamt an. Verurteilt wurde sie unter anderem wegen 35-facher Körperverletzung und Steuerhinterziehung.

Ewas Geschäftsmodell sah so aus, dass Schwesta Ewa alles organisierte. Anschaffen gingen andere Frauen. Die Einnahmen wurden geteilt. Vom Vorwurf der Zuhälterei und des Menschenhandels hatte das Landgericht sie aber freigesprochen. Das ist laut BGH nicht zu beanstanden.

Eher unbegründet

Die Staatsanwaltschaft und eine der Frauen wollten mit ihren Revisionen erreichen, dass die 34-Jährige auch wegen Zuhälterei und Menschenhandels verurteilt wird. Sie habe sich bewusst junger Frauen bedient, die Schulden bei ihr hatten und keine andere Möglichkeit sahen, diese zu tilgen. Allerdings hatten alle Frauen ausgesagt, dass sie sich aus freien Stücken zur Prostitution entschlossen hätten. Die Bundesanwaltschaft hielt die Revisionen daher für unbegründet, wie eine Vertreterin ausführte. Schwesta Ewas Verteidiger verzichteten auf einen eigenen Antrag. Sie selbst schwieg.

Seit kurzem hat die Rapperin, die richtig Ewa Malanda heißt, eine kleine Tochter, die sie in einer Tragetasche mit in den Gerichtssaal brachte.

Über die Vollstreckung der Haftstrafe muss jetzt die Staatsanwaltschaft Frankfurt entscheiden. Die 34-Jährige saß bereits knapp acht Monate in Untersuchungshaft.

(red)

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