Gericht reduziert Strafe für Messerstecherei

  • VonMatthias Gerhart
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Dreieinhalb Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung – mit diesem Urteil ist jetzt der Prozess um eine blutige Messerattacke in einer Wohnung in Nied zu Ende gegangen.

Dreieinhalb Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung – mit diesem Urteil ist jetzt der Prozess um eine blutige Messerattacke in einer Wohnung in Nied zu Ende gegangen.

Das Landgericht hatte sich bereits zum zweiten Mal mit dem 53 Jahre alten Messerstecher zu befassen, der seinem Wohnungsgenossen im September 2012 zwei Mal in den Unterbauch gestochen und damit eine Notoperation im Krankenhaus erforderlich gemacht hatte. Zunächst wurde er deshalb zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Bundesgerichtshof verwies die Sache jedoch zur erneuten Verhandlung zurück. Nun wurde die Strafe um ein Jahr herabgesetzt, weil der Umstand strafmildernd ins Gewicht fiel, dass der Angeklagte zuvor vom späteren Opfer angegriffen worden war. Eine Notwehrsituation aber wollte die Schwurgerichtskammer gleichwohl nicht annehmen: „Dem Angeklagten hätten auch andere Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, dem Angriff zu entgehen“, sagte die Vorsitzende Richterin Bärbel Stock.

Die beiden heftigen Messerstiche seien in jedem Fall unangemessen und überzogen gewesen. Im Mittelpunkt des eher öden Alltags der beiden Bewohner stand der Rauschgiftkonsum. Beide Männer lebten in den Tag hinein und gerieten auch schon mal wegen Nichtigkeiten schwer aneinander.

(ge)

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