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Gerüstet für 28 500 Einsätze im Jahr

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Von: Brigitte Degelmann

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Die Rettungssanitäter Dirk Baumgart, Dieter Schmidt und Christian Albrecht schieben bei der offiziellen Eröffnung der neuen Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) eine Schwerlasttrage in den neuen Großraumrettungswagen. FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa
Die Rettungssanitäter Dirk Baumgart, Dieter Schmidt und Christian Albrecht schieben bei der offiziellen Eröffnung der neuen Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) eine Schwerlasttrage in den neuen Großraumrettungswagen. © dpa

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat seine neue Rettungswache in Frankfurt offiziell eröffnet.

In Betrieb ist die neue Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Frankfurt an der Hanauer Landstraße schon seit gut einem Jahr. Wegen der Corona-Pandemie und der zahlreichen Geflüchteten aus der Ukraine hatte man jedoch auf eine große Feier verzichtet. Bis zum Samstag: Da wurde die Einrichtung endlich offiziell eröffnet - ein Termin, den sich auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) nicht entgehen lassen wollte.

Immerhin wurden für das zweistöckige Gebäude samt Fahrzeughalle rund 5,2 Millionen Euro investiert. Letztere bietet Platz für sieben Einsatzwagen sowie ein Großraumrettungsfahrzeug. Damit, freute sich der Frankfurter ASB-Geschäftsführer Thomas Müller-Witte, könne man nun die größte Rettungswache Frankfurts vorweisen. Auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern sind auch ein großer Ausbildungsraum sowie Büros, Aufenthalts-, Umkleide- und Schlafgelegenheiten untergebracht, ebenso ein Fitnessraum sowie die Abteilung Hausnotruf des ASB, die sich um rund 3200 Hausnotrufanschlüsse kümmert. Eingebaut wurden eine Regenwasseranlage für die Sanitäranlagen sowie ein großes Notstromaggregat, um den Betrieb selbst bei einem Stromausfall zu garantieren.

Um dieses Projekt zu verwirklichen, musste der ASB einige Hürden überwinden. Schon allein wegen der Größe - passende Grundstücke seien in einer Großstadt wie Frankfurt schließlich schwer zu finden, sagte Müller-Witte. Das Areal an der Hanauer Landstraße hatte der ASB bereits in den 1980er-Jahren gekauft. Bis zur Errichtung der neuen Rettungswache waren dort der Katastrophenschutz sowie der Sanitätsdienst untergebracht, die nun in die Borsigallee übersiedelten. Aber auch beim Bau selbst gab es Schwierigkeiten. Unter anderem fand man in zugeschütteten Kellern etlichen Schrott aus dem Zweiten Weltkrieg, der aufwendig entsorgt werden musste. Außerdem mussten wegen des matschigen Untergrunds Bohrpfähle bis zu zwölf Meter tief in die Erde getrieben werden, um die Stabilität des Neubaus zu gewährleisten.

Umso größer ist die Freude darüber, dass der Betrieb nun reibungslos läuft. Denn die neue Wache werde dringend gebraucht, sagte der ASB-Geschäftsführer. In den vergangenen Jahren hätten sich nämlich die Einsatzzahlen „dramatisch erhöht“, so dass die bisherigen Kapazitäten nicht mehr ausgereicht hätten. Mit 28 500 Einsätzen pro Jahr sei der ASB „der größte Leistungserbringer im Rettungsdienst in Frankfurt“, ergänzte Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP), die angesichts der Eröffnung von einem „wundervollen Tag für die Stadt“ sprach. Auch Ministerpräsident Rhein würdigte das Projekt als „mutigen, aber richtigen Schritt“ des ASB. „Sicherheit in unsicheren Zeiten - das gewährleisten Sie hier“, lobte Rhein.

Wunschlos glücklich ist man beim ASB dennoch nicht. Vor allem wegen der Verkehrssituation in Frankfurt, die „an mehreren Stellen fast chaotisch“ sei, sagte Müller-Witte. Die Folge: Im Durchschnitt brauchten Rettungsfahrzeuge länger als noch vor einigen Jahren, um zu den Einsatzorten zu kommen. „Das ist keine gute Entwicklung“, mahnte der ASB-Geschäftsführer, an die Adresse der Stadt gewandt. Gebraucht werde außerdem eine Ampel an der Ausfahrt der Rettungswache zur Hanauer Landstraße, denn dort komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen bei Ein- und Ausfahrten.

Nicht nur die neuen Räume konnten die Gäste der Eröffnungsfeier am Samstag besichtigen, sondern auch mehrere Fahrzeuge. Zum Beispiel den Großraumrettungswagen, den der ASB vor drei Jahren der Feuerwehr Düsseldorf abgekauft hat: ein umgebauter Bus mit drei Behandlungsliegen, etlichen Sitzplätzen, aber auch Beatmungsgeräten, EKG und sonstigen Hilfsmitteln, der beispielsweise bei größeren Notlagen oder bei Großveranstaltungen wie dem Museumsuferfest zum Einsatz kommt. Auch als Impfbus hat er sich in den vergangenen Monaten bewährt.

Brigitte Degelmann

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