Margit Martin-Marx (rechts) und Franz Steul sind schon ganz gespannt, wie die Aktion "Ehrenwort: Ich wurde in Bornheim gekauft" angenommen wird. Ziel ist es, Kunden für den Einkaufen in lokalen Geschäften zu sensibilisieren. FOTO: Leonhard Hamerski
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Margit Martin-Marx (rechts) und Franz Steul sind schon ganz gespannt, wie die Aktion "Ehrenwort: Ich wurde in Bornheim gekauft" angenommen wird. Ziel ist es, Kunden für den Einkaufen in lokalen Geschäften zu sensibilisieren.

Frankfurter Geschäftsleben

Geschenke mit Siegel vom Christkind

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Gewerbeverein Bornheim startet Aktion für den Weihnachtseinkauf - Preise als Anreiz

Gemeinsame Sache mit dem Weihnachtsmann und dem Christkind machen die im Gewerbeverein Bornheim Mitte organisierten Geschäftsleute mit ihrer Aktion "Ehrenwort: Ich wurde in Bornheim gekauft", die heute mit einem Aktionstag startet. "Wer in der Advents- und Weihnachtszeit in den Geschäften rund um die Berger Geschenke kauft, bekommt einen Geschenkanhänger und einen Brief mit Siegel - vom Christkind persönlich. Beratung, guten Service und ein Lächeln gibt es kostenlos dazu", sagt Franz Steul, Vorsitzender des Gewerbevereins Bornheim-Mitte.

Ein Liebesbeweis an den Stadtteil

Die Intension der Aktion ist klar: Die ortsansässigen Geschäftsleute, die während der Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen sehr gelitten haben, unterstützen statt bei Versandriesen wie Amazon oder Zalando im Internet zu bestellen. Kümmerin Margit Martin-Marx hofft auf einen Erfolg. Denn: "Geschenke, die in Bornheim gekauft werden, sind Liebesbeweise an den Stadtteil. Nebenbei reduzieren sie Lieferverkehr, sparen Verpackung und vermeiden Retouren." Auch schafften die Geschäftsleute Arbeitsplätze, zahlten in Frankfurt Steuern, wovon wiederum Vereine, Theatergruppen oder Horte unterstützt werden könnten.

"Ehrenwort: Ich wurde in Bornheim gekauft" ist nicht die erste Initiative des Gewerbevereins Bornheim Mitte und seiner Mitglieder. Zuvor gab es die D-Mark-Tauschaktion, die Schaufensterausstellung zur Fashion-Week oder die Kampagne #einkaufeninfrankfurt. Ohne Partner wie Wirtschaftsförderung Frankfurt oder Frankfurter Volksbank wäre das aber nicht zu stemmen, sagt Martin-Marx vom Kümmerer-Team, das gemeinsam mit der Lust auf besser leben GmbH die Idee zur neusten Aktion hatte.

"Durch starke Strukturen in Bornheim gewinnen Aktionen der Wirtschaftsförderung dort besondere Schlagkraft. Die aktive Zusammenarbeit der Gewerbetreibenden ist bemerkenswert, deshalb unterstützen wir den Aktionstag gerne", sagt Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt. "Es geht darum, dass die Stadtteile lebendig und vielfältig bleiben. Nachhaltige Strukturen für gesunde Unternehmen sind dafür ein wichtiger Erfolgsfaktor", sagt Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP). Und Marc Leister, Regionalleiter der Frankfurter Volksbank ergänzt: "Wir sehen in der Förderung von lokalem Einkauf einen wichtigen Hebel dafür".

Der Aktionstag ist für den heutigen Mittwoch von 10 bis 16 Uhr auf dem Bornheimer Wochenmarkt angesetzt. An einem Stand vor der Bäckerei Denninger und Haushaltswaren Meder in der Fußgängerzone wird informiert. Auch die Wirtschaftsdezernentin schaut vorbei und wird bei einem Rundgang einige Geschäfte aufsuchen und mit deren Betreiber sprechen.

Der Einkauf von Geschenken bis einschließlich 24. Dezember kann sich für Kunden nicht nur wegen der Geschenkanhänger lohnen. Denn es gibt auch etwas zu gewinnen. Die Geschäftsleute locken mit Warengutscheinen und Sachpreise. "Mehr als 300 Preise aus den Geschäften sind so zusammengekommen, das ist ein Hammer", ergänzt die Kümmerin Margit Martin-Marx und strahlt übers ganze Gesicht.

Angst vor Lockdown

Steul freut sich über die Aktion. Aber er ist mittlerweile skeptisch, ob sie auch tatsächlich wie geplant bis zum 24. Dezember durchgezogen werden kann. "Wenn mich vor sechs Wochen jemand gefragt hätte, wäre ich mir absolut sicher gewesen, dass wir nicht schließen müssen - aber irgendwann müssen die Politiker ja reagieren", meint er mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Zahlen. Die künftige Bundesregierung habe zwar einen erneuten Lockdown zunächst kategorisch ausgeschlossen, zuletzt sei aber doch häufiger von vorerst gesprochen worden. "Das heißt doch nichts anderes, als dass er irgendwann kommen wird", vermutet Steul aber. Ihr Ehrenwort, dass nicht, wird der Gewerbevereinschef von den Politikern vermutlich nicht zu hören bekommen. Matthias Bittner

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