Manchmal wird es auch in der recht breiten Straße Im Niederfeld eng, wenn sich Laster zwischen geparkten Autos durchschlängeln.
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Manchmal wird es auch in der recht breiten Straße Im Niederfeld eng, wenn sich Laster zwischen geparkten Autos durchschlängeln.

Neubaugebiet Harheim-Süd

Geschwindigkeitsanzeige soll Autos ausbremsen

  • Andreas Haupt
    vonAndreas Haupt
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Zu schnell gefahren wird im Neubaugebiet Harheim-Süd, sagen die Anwohner. Als vorübergehende Maßnahme wünscht sich der Ortsbeirat, dass die Stadtverwaltung eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufstellt.

Wie wichtig ist es, die Straße Im Niederfeld, die das Neubaugebiet Harheim-Süd von Nord nach Süd durchzieht, verkehrlich zu beruhigen? Sehr wichtig, zum Schutz der Kinder, erklärten Anwohner in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Vor allem Lastwagen und Kleintransporter seien oft zu schnell. Die Stadt sieht das anders. Geschwindigkeitskontrollen im März, deren Ergebnis Ortsvorsteher Helmut Seuffert (Grüne) in der Sitzung präsentierte, ergaben: Nur 5,3 Prozent fahren im Niederfeld so schnell, dass sie ein Bußgeld hätten zahlen müssen – während es im Rest von Frankfurt im Durchschnitt 18 bis 20 Prozent sind.

Laut Bebauungsplan, so die Anwohner, sollen eigentlich Poller die Straßenverbindungen zum Rest von Harheim unterbrechen – in der Hermannspforte und im Auweg. Vor allem die Lastwagen aus dem Gewerbegebiet am Urnbergweg sollen so aus dem Wohngebiet herausgehalten werden. Nun fürchten sie, die Poller würden gar nicht erst aufgestellt – und wehren sich.

Niemand im Ortsbeirat habe vor, die Sperrung der beiden Straßen zu verhindern, betonten Ortsvorsteher Helmut Seuffert und der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Kölling. Gesetzt würden die Poller erst 2016, nachdem die Straßen im Neubaugebiet endgültig hergestellt seien, so Seuffert.

Es muss etwas geschehen

Schon vorher müsse etwas geschehen, so die Anwohner. Nicht nur führen jene Laster im Niederfeld, die Baustellen beliefern. Auch solche aus dem Gewerbegebiet zögen die breite Straße Im Niederfeld der engen Philipp-Schnell-Straße vor. Die im Bebauungsplan festgeschriebene Zusage, den Durchgangsverkehr fernzuhalten, sei ein Grund gewesen, in Harheim-Süd zu bauen, sagt ein Anwohner – und pocht darauf, das Versprechen sei einzuhalten.

Angesicht der Messungen der Stadt werde es schwer, dort offene Ohren etwa für die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone – landläufig als „Spielstraße“ bekannt – zu finden, so Seuffert. Gemessen wurde eine Woche lang, vom 12. bis 19. März. Etwas mehr als 5000 Autos nutzten die Straße Im Niederfeld in dieser Zeit – 32 pro Stunde. Da nachts kaum jemand unterwegs sei, sei dies tagsüber etwa ein Auto pro Minute. Personenwagen seien in der Tempo-30-Zone im Schnitt mit 28,9 Stundenkilometern gemessen worden, Transporter mit 27,5 und Laster mit nur 25 Stundenkilometern.

Ganz so einfach sei das nicht, hält ein Anwohner dagegen. Zum einen sei an einer Kreuzung – jener zur Hermannspforte – gemessen worden, wo jeder abbremse. Und zum anderen sei der Verkehr zwischen 6 und 8 Uhr besonders dicht.

Zickzack fahren

Bernd Kölling verweist darauf, durch die endgültige Parkregelung wolle der Ortsbeirat Autofahrer zum Zickzackkurs zwingen und so ausbremsen. Das sei aber frühestens 2016 möglich, wenn die Straße fertig gebaut sei. Bis dahin, schlägt Seuffert vor, könnten die Bewohner selbst die Autofahrer im Niederfeld ausbremsen: Indem sie, wie eigentlich vorgeschrieben, auf der Straße parken und diese so schmaler machen. Zurzeit stünden sie meist auf dem Gehweg – was eigentlich nicht erlaubt sei.

Eine Maßnahme allerdings wünscht sich der Ortsbeirat auf Antrag der CDU einstimmig von der Stadtverwaltung: Im Niederfeld soll eine Geschwindigkeitsanzeige installiert werden. „Das hat eine psychologische Wirkung, wenn der Autofahrer sieht: So schnell bin ich – und der Nachbar sieht das auch.“

(hau)

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