S&K-Prozess

Geständnis bringt Bewegung in S&K-Prozess

  • VonMatthias Gerhart
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Auch wenn die Prozessbeteiligten im S&K-Verfahren vor dem Landgericht gestern meistens in der Cafeteria saßen oder sich im Raucherhof der Justiz die Zeit vertrieben, weil wieder einmal über

Auch wenn die Prozessbeteiligten im S&K-Verfahren vor dem Landgericht gestern meistens in der Cafeteria saßen oder sich im Raucherhof der Justiz die Zeit vertrieben, weil wieder einmal über einen Antrag oder ähnliches beraten werden musste: Es kam etwas Bewegung in das Mammut-Verfahren gegen sechs Angeklagte. Und das lag an der Ankündigung eines 50 Jahre alten Mitangeklagten, ein Geständnis ablegen zu wollen. Fixiert ist die Einlassung auf 55 Seiten. Dies hätte im Prinzip keine Schwierigkeiten aufgeworfen, wäre Jonas Köller, einer der Hauptangeklagten, bereits fertig mit der Verlesung und Erläuterung seiner Sicht der Dinge gewesen. Köller aber braucht noch mindestens fünf weitere Verhandlungstage und wehrte sich über seine Verteidiger dagegen, jetzt einfach das Wort entzogen zu bekommen, damit der Mitangeklagte sein Geständnis ablegen könne

Die Wirtschaftsstrafkammer musste sich erneut zur Beratung zurückziehen und einen formellen Gerichtsbeschluss fassen, wonach die Einlassung Köllers unterbrochen und dem mitangeklagten Fondsmanager Gelegenheit zur Aussage gegeben werden solle. Damit aber war die Affäre noch nicht bereinigt: Jetzt kündigten mehrere Verteidiger Befangenheitsanträge gegen die Richter an. Der Grund: Dem Fondsmanager war offenbar ein Entgegenkommen für den Fall eines Geständnisses signalisiert worden. Es ist ein Rechenexempel: Bei Geständnissen reduziert sich das Strafmaß in Wirtschaftsstrafverfahren normalerweise um ein Drittel. Weil der Angeklagte – wie die fünf anderen auch – bereits seit drei Jahren und vier Monaten in Untersuchungshaft sitzt und als sogenannter Erstverbüßer bei einer Verurteilung auf die Zweidrittel-Regelung hoffen darf, könnte es sein, dass er nach seiner Verurteilung gar nicht mehr zum Haftantritt geladen werden muss. Die Verteidiger der Mitangeklagten sahen darin jedenfalls Hinweise, wonach die „Unvoreingenommenheit“ des Richterkollegiums nicht mehr vorhanden sein könne.

Am heutigen Mittwoch soll über die weitere Vorgehensweise entschieden werden.

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