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Das Hessen-Center eröffnete 1971 und soll erweitert werden.

Center-Erweiterung als Chance

Gewerbe in Bergen-Enkheim und Einkaufszentrum sollen sich mit ihren Angeboten ergänzen

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In einer engen Zusammenarbeit von Hessen-Center und Bergen-Enkheims Gewerbe sieht Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese Vorteile für beide Seiten.

Für Bergen-Enkheims Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) ist es wichtig, dass der Stadtteil und sein Ortsbeirat in die Ausbauplanungen des Hessen-Center-Betreibers ECE einbezogen werden. „Das tut ECE auch. Deshalb sehe ich eine gute Basis für die Erweiterung.“ Auch mit dem Gewerbeverein, der einst als Gegengewicht der lokalen Händler und Betriebe zum 1971 eröffneten Einkaufszentrum entstand, führe der neue Center-Manager Stephan Thiel erste Gespräche. „Ich sehe viele Kooperationsmöglichkeiten. Weil wir im Stadtteil viele Geschäfte und Dienstleistungsangebote haben, die es im Hessen-Center nicht gibt und die einander gut ergänzen.“

Sie gehe davon aus, dass sich bei einem Ausbau des Hessen-Centers vor allem Modegeschäfte dort neu ansiedeln, sagt Müller-Friese. „Die gibt es in Bergen-Enkheim nicht – und sie werden sich kaum in der Markt- oder Triebstraße ansiedeln.“ Man müsse „das ganze Szenario sehen: Wenn das Hessen-Center nicht ausgebaut wird, gibt es das in zehn Jahren nicht mehr“. Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Frank Weil, hält sich mit Aussagen zu einer künftigen Zusammenarbeit mit dem Hessen-Center zurzeit noch zurück. Zunächst wolle er die mehr als 100 Mitglieder des Gewerbevereins befragen, wie sie sich zum Hessen-Center stellen.

Wichtig sei, dass das Bibliothekszentrum aus der Schule am Ried ins Hessen-Center ziehen kann. „Das ist ein tolles Angebot, auch für Fechenheim und Riederwald.“ Auch bei der Gestaltung des Platzes, den ECE westliches des Hessen-Centers, hin zur Triebstraße, bauen will, wolle der Ortsbeirat mitreden, um das Einkaufszentrum zum Stadtteil zu öffnen.

Anders als Müller-Friese ist Stefan Kruse vom Stadtforschungs- und Planungsbüro Junker und Kruse, dass das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Frankfurt weiterentwickelt, skeptisch, ob eine Kooperation mit dem Hessen-Center den Einzelhandel im Stadtteil befördert. „Dazu ist die Triebstraße und vor allem die Marktstraße zu weit weg.“ Viel hänge davon ab, wie sehr sich das Einkaufszentrum zum Stadtteil öffne – und umgekehrt. „Man müsste eine Doppelstrategie fahren.“ Zum einen müssten Center und Gewerbeverein eng kooperieren, um Kunden zu sagen: Das haben wir nicht – aber das bekommen sie dort. „Im Einkaufszentrum bekommt man meist das Alltägliche. Im Stadtteil könnten sich Geschäfte ansiedeln, die Besonderes bieten.“ Solchen Geschäften, etwa von Existenzgründern, könne die Wirtschaftsförderung helfen.

„Schon heute empfehlen wir unseren Kunden Geschäfte im Umfeld, wenn es etwas bei uns im Einkaufszentrum nicht gibt – wenn wir die Geschäfte kennen“, sagt Thiel. „Das können wir gerne intensivieren.“

In einer Mitteilung spricht sich die Römerkoalition aus CDU, Grünen und SPD für „ein nachhaltiges Wachstum“ des Hessen-Centers aus. Besonders betonen sie dabei, dass neben einen „zukunftsfähigen Zentrumskonzept und Warenangebot“ der Klimaschutz wichtig sei. Bekannt sei, dass alleine die Beleuchtung im Handel 53 Prozent des Stromverbrauchs ausmache. Durch Lampentausch, intelligentes Lichtmanagement, bessere Tageslichtnutzung und andere Maßnahmen könnte 75 Prozent Energie eingespart werden.

Das sei ECE bewusst, sagt Thiel. „Bei allen Neubauten streben wir das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen in Gold an.“ Schon jetzt stamme der Strom aus Wasserkraft, ECE achte bewusst auf stromsparende Beleuchtung. „Wir werden an der Ostseite des Hessen-Centers Stromtanksäulen aufstellen und verhandeln mit Carsharing-Anbietern.“

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