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Gezeter zwischen FFH und hr3

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Daniel Fischer
Daniel Fischer © (HR/Pressestelle)

Arbeitsplatzwechsel sind in unserer heutigen Arbeitswelt eigentlich etwas vollkommen selbstverständliches. Wechselt ein Top-Mann eines Metiers allerdings zum direkten Konkurrenten, so schlagen die Wellen schon einmal hoch. So geschehen beim Wechsel von FFH-Moderator Daniel Fischer zum Mitbewerber hr3.

Der Wechsel von Moderator Daniel Fischer von Hit Radio FFH zum direkten Konkurrenten hr3 schmerzt den erfolgreichen Privatsender in Bad Vilbel sehr.

Ohne Zweifel ist Daniel Fischer in seiner Zunft ein Topname – er gehört in Hessen zu den bekanntesten und beliebtesten Radiostimmen.

Nach 16 Jahren geht er nun zu hr3, um dort die Morning-Show zu übernehmen.

Harsche Worte

Für diesen aus Sicht von FFH schmerzlichen Wechsel findet Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth nach einem Lob für den Abtrünnigen ungewöhnlich harsche Worte: „Daniel Fischer ist eines der Aushängeschilder des Senders. Wir werden ihn nach Weihnachten gebührend verabschieden. Wir wünschen ihm persönlich alles Gute, auch für seine Arbeit als Entwicklungshelfer bei der ewigen Nummer 2 in Radio-Hessen viel Glück.“

In den vergangenen Jahren habe der Hessische Rundfunk mehr als zwanzig Mitarbeiter bei der Radio/Tele FFH für seine Programme abgeworben. Für Hillmoth ist dies „zwar manchmal kurzfristig ärgerlich“, aber auch „ein tolles Zeichen für unsere Qualität und Kreativität hier im Funkhaus“, in dem die Programme Hit Radio FFH entstehen. „Wenn ein gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Sender seine Position nur durch Personal vom Marktführer verbessern will, ist das, so Hillmoth, „kein Zeichen von Souveränität und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“.

In der Tat könnte man aus Sicht von FFH annehmen, dass der hr in den Gefilden des Marktführers wildert – so verlor der Vilbeler Sender in den letzten Jahren sehr bekannte Namen wie Rob Green, Martin Woelke und André Rothe, der auch Eintracht-Stadionsprecher ist, an die Konkurrenz im Frankfurter Dornbusch. Mit 315 000 Hörern pro Stunde liegt hr3 klar hinter den 477 000 des Mitbewerbers aus Vilbel.

Freier Radiomarkt

Selbstredend ist aber auch das Medien-Business ein freies. Und so sind Wechsel des jeweiligen Arbeitsplatzes wie in jedem anderen Geschäftsbereich auch dort an der Tagesordnung.

So sieht es auch der hr-Sprecher Christoph Hammerschmidt: „Herr Fischer ist nach 16 Jahren in Vilbel auf uns zugekommen – und wir konnten ihm ein Angebot machen, das ihm zusagt.“ Von Abwerben redet er entsprechend nicht – im Gegenteil: „Es scheint doch eher so zu sein, dass Kollegen von anderen Sendern gerne und freiwillig zum hr wechseln.“Man habe Fischer auch nicht mehr Geld geboten – allenfalls „einige Sozialleistungen mehr“.

Attraktivität

Es sei nun einmal rundum attraktiv, theoretisch für sechs Sender und das TV-Format unter einem Dach arbeiten zu können. „Die Durchlässigkeit in unserem Hause ist hoch“, bestätigt Hammerschmidt.

Zu den Gerüchten, man habe Fischer zum Sender gelockt, damit er im kommenden Jahr auch das beliebte TV-Format „Hessen-Quiz“ von Jörg Bombach übernehme,, sagt Hammerschmidt, das sei Unfug. Bombachs Vertrag liefe noch bis Ende 2016.

Der Kontakt zwischen dem HR und Fischer kam übrigens zustande über einen ehemaligen hochrangigen und langjährigen Mitarbeiter von FFH, der vor Jahren aus dem Sender ausgeschieden ist. Der Radio-Profi hat mittlerweile als Ressortleiter angeheuert – beim Hessischen Rundfunk.

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