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Leiterin Verena Schlossarek sitzt auf einer hellen Ledercouch in der Möbelabteilung des Familienmarkts, in dem gebrauchte Dinge verkauft werden.

Familienmarkt in Bergen-Enkheim

Sie gibt Dingen ein zweites Leben

Der Familienmarkt in Bergen-Enkheim macht glücklich: Menschen, die dort für wenig Geld einkaufen können und die Umwelt, der es durch die Wiederverwendung gebrauchter Dinge besser geht. Deswegen beteiligt sich das Non-Profit-Unternehmen auch an der „Europäischen Woche für Abfallvermeidung“.

Gebrauchte Möbel und getragene Kleidung, benutzte Haushaltswaren und Second-Hand-Spielzeug sowie alle anderen Dinge, die Menschen schon einmal Freunde bereitet haben, gibt es im Familienmarkt in Enkheim für kleine Preise. So wird nicht nur Menschen, denen es finanziell weniger gut geht geholfen, das von Cariats und Diakonie getragene Second-Hand-Kaufhaus an der Röntgenstraße bietet so auch Alternativen zur Wegwerfgesellschaft. Denn bei den angebotenen Dingen handelt es sich um Sachen, die ohne diese Möglichkeit vielleicht auf dem Sperrmüll gelandet wären.

Da ist es fast schon die logische Konsequenz, dass sich der Familienmarkt an der noch bis 26. November laufenden „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ beteiligt. „Gib Dingen ein zweites Leben“ lautet das Motto der Aktionswoche – die Themen sind Reparieren, Wiederverwenden und Lebensmittelverschwendung.

„Unseren Fokus richten wir vor allem auf das Wiederverwenden. Und das nicht nur während der Aktionswoche, sondern das ganze Jahr über“, sagt Verena Schlossarek, Leiterin des Familienmarktes. Trotzdem möchte man diese nicht spurlos vorüberziehen lassen: Am kommenden Donnerstag, 23. November, ab 9 Uhr veranstaltet das Kaufhaus einen Tag der offenen Tür. Dann besteht Gelegenheit, alles über die Aufgaben und die Arbeitsweise der Non-Profit-Organisation zu erfahren, die ihr ganzes Warensortiment über mehr oder weniger gebrauchte Spenden bezieht.

Ohne diese Spenden, würde das Konzept des Familienmarktes schlichtweg nicht funktionieren. Einkaufen können in dem Markt nur Inhaber eines Frankfurt-Passes, den die Stadt an Menschen mit geringem Einkommen ausgibt. Mitte der 1970er Jahre als Kleiderkammer gegründet, zog der Markt im April von Bornheim in größere Räume nach Bergen-Enkheim. Auf 2400 Quadratmetern werden dort vor allem Möbel, Kleidung und Haushaltswaren angeboten.

Wenn der Familienmarkt am Donnerstag seine Türen öffnet, kann nicht nur hinter die Kulissen geschaut werden. Das Team hat sich sogar ein eigenes Motto für den Tag ausgedacht: „Etageren!“ Denn vorgestellt werden Upcycling-Produkte aus gebrauchtem Geschirr. Beim Upcycling werden unbrauchbare oder kaputte Produkte mit viel Kreativität in sinnvolle Dinge umgewandelt. Unterstrichen wird dieses Thema von zwei Infoständen: Die Modekreativwerkstatt der Diakonie Frankfurt und „Einzigware“, das Upcycling-Label der Caritas, stellen modische und kreative Produkte aus ihrem Sortiment vor. „Anregungen zum Nachdenken und Nachmachen gibt es bei unserem Marktplatz der neuen Ideen gratis dazu“, sagt Schlossarek.

Denn Wiederverwendung oder Upcycling bedeutet nicht nur, schöne Produkte sein Eigen zu nennen. Wiederverwendung bedeute in erster Linie Abfallvermeidung. Roh- und Hilfsstoffe zur Produktion von Bekleidung, Geschirr, Möbeln und anderem können auf diese Weise eingespart und das Energieaufkommen reduziert werden. Auch im Sinne des Klimaschutzes sei das eine sinnvolle Alternative, so Schlossarek.

Führungen für Gruppen sind nach Vereinbarung möglich. Am Tag der offenen Tür sind der Verkauf und die Cafeteria von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Spenden können bis 20 Uhr abgegeben werden. Mehr Infos zur Abfallvermeidungswoche und zu anderen Aktionen gibt es im Internet unter .

Der Familienmarkt

Der Familienmarkt, Röntgenstraße 10, hat montags bis mittwochs von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Mehr Infos gibt es im Internet unter .

(red)

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