+
Auch die Spielplätze wie den am Riedbergplatz will der neue Kinderbeauftragte für den Stadtteil, Ronald Bieber, im Blick behalten und den Nachwuchs in die Gestaltung einbeziehen.

Ronald Bieber ist neuer Riedberg-Kinderbeauftragter

„Es gibt noch genug zu tun“

  • schließen

Der Riedberg ist kinderfreundlich – trotzdem kann es noch besser werden. Der neue Kinderbeauftragte Ronald Bieber weiß, was zählt: Verkehrssicherheit, Treffpunkte für Jugendliche sowie den Nachwuchs in Entscheidungen mit einzubeziehen.

Es ist viel los an diesem Nachmittag auf dem Spielplatz inmitten des Riedbergplatzes. Kinder erobern das Klettergerüst, tollen durch den Sand und rasen die Rutsche hinab. „Dieser Spielplatz ist sehr beliebt. In den frühen Abendstunden, vor allem im Sommer, wird es sogar noch voller“, weiß Ronald Bieber. Er fühlt sich sichtlich wohl zwischen den spielenden Kindern – beste Voraussetzungen also für sein neues Amt. Denn der 41-Jährige ist der neue Kinderbeauftragte für den Riedberg.

Einstimmig wurde Ronald Bieber, der bei den Kommunalwahlen eigentlich für die Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 12 (Kalbach/Riedberg) kandidiert hatte, in der vergangenen Sitzung des Stadtteilparlamentes gewählt. „Das freut mich sehr. Jetzt fehlt nur noch die Ernennung durch den Magistrat. Dann bin ich auch offiziell der neue Kinderbeauftragte“, ist ihm der Hinweis auf diese Formalie wichtig.

Zu seiner neuen Aufgabe kam Ronald Bieber ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde, war der Posten als Kinderbeauftragter für ihn doch vor der Wahl gar kein Thema. Erst als feststand, dass er nicht im Ortsbeirat sitzen wird, schlugen seine Parteikollegen ihm diesen Posten vor. „Wir haben zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren, zudem leitet meine Frau eine der Krabbelrunden. Wir sind also sehr gut vernetzt auf dem Riedberg. Das ist wichtig für solch ein Ehrenamt“, sagt der Familienvater, der vor vier Jahren eine Drei-Zimmer-Wohnung im Nordend gegen ein Reihenhäuschen mit Garten in Frankfurts jüngstem Stadtteil eintauschte. „Es gibt hier so unglaublich viele Möglichkeiten für Kinder. Das ist toll. Meine Kinder fühlen sich hier sehr wohl. Und wir uns auch“, hat er es nie bereut, diesen Schritt gegangen zu sein.

Sein gutes Netzwerk auf dem Riedberg will Ronald Bieber nun nutzen und erweitern. Als ersten Schritt wird er den Kontakt zu den Vereinen und Institutionen aufnehmen und fragen, wo der Schuh drückt. Da komme sicher eine Menge Material zusammen. Denn obwohl der Riedberg bereits sehr kinderfreundlich sei, gebe es noch genug zu tun. „Der Stadtteil ist noch nicht fertig, der Westflügel befindet sich noch in der Entstehung. Hier ist es wichtig, bei den zu treffenden Entscheidungen mitreden zu können und diese so zu beeinflussen“, erklärt der 41-Jährige. Zudem möchte er, dass sich „Kinder am Riedberg willkommen fühlen“. Dazu gehöre sicher auch, das Angebot für Jugendliche zu erweitern. Das Jugendhaus reiche nicht mehr aus, so treffen sich die Teenager häufig am Kätcheslachweiher, geschützt vor den anderen Parkbesuchern. „Das ist aber auf Dauer keine Lösung“, meint Ronald Bieber.

Um zu wissen, was die Kinder und Jugendlichen auf dem Riedberg brauchen und wollen, möchte er sie gerne miteinbeziehen. So findet er es gut und richtig, dass der Nachwuchs mitentscheiden kann, welche Geräte auf den Spielplätzen installiert werden sollen: „Nur so können wir ihren Geschmack treffen.“

Es gibt aber noch viel mehr Dinge, die dem Wahl-Riedberger, der hauptberuflich als Informatiker bei der Deutschen Bahn arbeitet, wichtig sind. 2017 soll die zweite weiterführende Schule provisorisch im neuen Stadtteil eröffnet werden. „Da ist längst noch nicht alles ausdiskutiert. Es kann noch Einfluss genommen werden“, sieht Ronald Bieber dort noch Redebedarf. Eine klare Meinung hat er zu einem möglichen zweiten Gymnasium. Und die ist kritisch: „Dann müssten Kinder ohne Gymnasialempfehlung zwangsläufig den Stadtteil verlassen. Das sollte nicht sein.“

Spricht man mit Ronald Bieber über die Schulen auf dem Riedberg, dann ist man schnell bei einem Thema, hinter dass er ein großes Ausrufezeichen setzt: Verkehrssicherheit! Die fehle nicht nur vor dem Gymnasium – dort herrsche jeden Morgen ein teils gefährliches Chaos – sondern auch vor der Marie-Curie-Grundschule. „Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Kinder mit dem Auto in die Schule oder zur Kita gefahren werden. Dass sollte weniger werden“, sieht er die Entwicklung in den vergangenen Jahren kritisch.

Und sonst? Ronald Bieber hofft auf viele Anregungen vom Riedberg-Nachwuchs und dessen Eltern. Auch eine Spielplatz-Sprechstunde kann er sich vorstellen. „Wir werden sehen, es ist ja noch alles neu für mich, aber sehr spannend“, sprüht er nur so vor Tatendrang.

Erreichbar ist Ronald Bieber telefonisch unter (0 69) 95 77 55 31 oder per E-Mail an kinder@ronaldbieber.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare