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09.07.2018, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Feuerwehrmann hält vor einem Ärztezentrum in Frankfurt-Rödelheim ein Reagenzglas mit einer Substanz in der Hand und bringt es zu einem Umweltmessfahrzeug der Feuerwehr. Ein chemisches Reinigungsmittel hat in dem Ärztezentrum zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr geführt. Etwa 45 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden, nachdem der Stoff in einem Fahrstuhl ausgelaufen sei, sagte ein Polizeisprecher. (zu dpa "Scharfes Reinigungsmittel - Atemwegsbeschwerden bei zehn Menschen" vom 09.07.2018) Foto: Jürgen Mahnke/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Großeinsatz in Frankfurt

Giftige Substanz in Ärztezentrum: Polizei schließt Vorsatz nicht aus

In einem Ärztezentrum klagen 47 Menschen über Atemwegsbeschwerden. Der Grund: eine giftige Substanz im Fahrstuhl, die auch in Reinigungsmitteln vorkommt. Die Polizei schließt nicht aus, dass sie jemand vorsätzlich hinterlassen hat.

Der giftige Stoff, der am Montag in Frankfurt-Rödelheim ausgelöst hat, ist dort möglicherweise absichtlich hinterlassen worden. Die Kriminalpolizei schließt eine vorsätzliche Ausbringung nicht aus und ermittelt unter Hochdruck in alle Richtungen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. 46 Personen hatten über Atemwegsbeschwerden geklagt und waren ambulant behandelt worden, ein Mensch wurde vorübergehend ins Krankenhaus gebracht.

Laut Polizei handelt es sich bei der Substanz um einen Stoff, der sich auch in Reinigungsmitteln befindet. Um welchen Stoff es sich genau handelt und weshalb man eine vorsätzliche Ausbringung nicht ausschließt, könne man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die giftige Substanz war nach Polizeiangaben in einem Fahrstuhl. Von dort seien Dämpfe auf die umliegenden Flure und ins Treppenhaus gedrungen. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von einem beißenden Geruch. Die 47 Betroffenen mussten zunächst in den verschiedenen Praxen des Ärztezentrums bleiben. Dort seien sie sicher gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Erst als der Flur entlüftet war, seien sie nach draußen gebracht und dort behandelt worden. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 70 Kräften und 27 Fahrzeugen im Einsatz.

(dpa)

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