Verkehrssicherheit

Ginnheim: Bloß nicht den falschen Weg einschlagen

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Radler übersehen Treppe in der Woogstraße - Ortsbeirat fordert Schranken

Schnell ist der Junge auf seinem Fahrrad in der Woogstraße unterwegs. Mit seiner gelben Jacke und dem Helm in der gleichen Farbe ist er trotz des tristen Herbstwetters gut zu sehen. Kräftig tritt er in die Pedale, um nur wenige Meter später wieder abzubremsen. Denn kurz vor der Unterführung in Richtung Ginnheimer Wäldchen muss er scharf rechts auf die Rampe abbiegen. Geschafft, der Junge hat die Kurve gekriegt.

"Das ging noch mal gut", sagt Marc Hense, Mitglied der BFF-Fraktion im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), der an dieser Ecke schon gefährlichere Situationen erlebt hat. Denn wer sich dort nicht auskennt, sagt Hense, fährt nicht über die Rampe, sondern geradeaus die Treppe hinab. Viel zu spät werde diese von vielen Radlern erkannt.

Alarmiert durch schweren Sturz

Manchmal, sagt Hense, der nur wenige Meter weiter wohnt und arbeitet, ginge das gut. Manchmal aber eben auch nicht. So wie 2014, als eine ortsfremde Radlerin die Treppe zu spät sah, sie mit dem Fahrrad herunterpurzelte und sich schwerste Kopfverletzungen zuzog. Mittlerweile gehe es ihr wieder gut, sie habe keine Folgeschäden davongetragen. "Es hätte aber durchaus auch viel schlimmer ausgehen können", weiß Marc Hense.

Es sind vier Poller, drei unscheinbare silberne und ein rot-weißer, die andeuten, dass an dieser Stelle besser abgebremst werden sollte. Zudem weist ein Schild darauf hin, dass es sich um einen Fußgängerweg handelt. Dieses Schild steht auch an der Rampe, allerdings mit einem kleinen Zusatz: Fahrrad frei. Und beim zweiten Blick sieht man auch das weiß-grüne Radrouten-Schild, mit einem kleinen Pfeil nach rechts.

Das, sagt Marc Hense, sei aber definitiv zu klein und könne von einem aus der Woogstraße kommenden Radfahrer, selbst wenn er gemütlich unterwegs sei, nur sehr spät gesehen werden. Wenn überhaupt. Für Ortskundige spiele das freilich keine Rolle, es seien aber, vor allem wegen der zahlreichen Umleitungen, auch immer häufiger viele ortsfremde Radler in Richtung Niddapark unterwegs.

Deswegen fordert die BFF "mit einfachen Mitteln", wie der Fraktionsvorsitzende Thomas Budenz sagt, die Unterführung sicherer zu machen. Zwei versetzte Absperrschranken sollen die Radfahrer künftig zum Abbremsen zwingen und zugleich in Richtung der Rampe lotsen. Und die vorhandenen Poller? Die, so Budenz, sollen versetzt werden. Und zwar so, dass künftig keine Autos mehr vor den Zugängen zur Unterführung abgestellt werden können. Denn auch das sei ein immer wiederkehrendes Problem.

Orientieren soll sich die Neugestaltung der Unterführung an den anstehenden Umbaumaßnahmen an der Unterführung Am Ginnheimer Wäldchen/ August-Scheidel-Straße. Auch dort war es zu einem Unfall gekommen, weil eine Radfahrerin wegen einer fehlerhaften Umleitungsbeschilderung die Treppe übersehen hatte und gestürzt war.

Drei Poller versetzen

Die dort vorhandenen drei rot-weißen Poller sollen ebenfalls durch Schranken versetzt werden. Als Grund nennt das Straßenverkehrsamt, das den Ortsbeirat über die Maßnahme informierte, dass die Unterführung im Rahmen von Umleitungen wegen des Ausbaus der Main-Weser-Bahn oft von Ortsunkundigen befahren werde. Gebe es wieder Fehler bei der Beschilderung, was aufgrund der vielen verschiedenen eingesetzten Firmen nicht unwahrscheinlich sei, sollen die Schranken für mehr Sicherheit sorgen. Die Maßnahme sei an dieser Unterführung unabdingbar, so dass Straßenverkehrsamt.

"Die Situationen sind vergleichbar, deswegen fordern wir diese Umrüstung auch in der Woogstraße", sagt Marc Hense. Der Antrag der BFF überzeugte die meisten Mitglieder des Ortsbeirates in deren jüngster Sitzung und wurde mehrheitlich verabschiedet. Jetzt, so Hense, sei die Stadt am Zug. judith dietermann

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