Wasserhäuschen

Ginnheim: Büdchen am Spielplatz hat neuen Pächter

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Ein Jahr lang stand das Wasserhäuschen in der Ginnheimer Landstraße, direkt neben dem Spielplatz leer. Pünktlich zum Sommer hat Özdemir Özkan das Büdchen gepachtet und vor drei Monaten wieder eröffnet.

An das einst etwas heruntergekommene Wasserhäuschen mit wenig Charme erinnert Özdemirs Özkans Büdchen in der Ginnheimer Landstraße 137 nichts mehr. Eine grünweiß gestreifte Markise wirft Schatten, neben dem runden Bau stehen Bänke und Tische. Mehrere Stunden intensive Arbeit hat er als neuer Pächter in die Renovierunsarbeiten investiert. „Das hat sich gelohnt, ich finde es wirklich schön“, sagt Arife Can, eine Kundin, die regelmäßig vorbeischaut.

Das freut Özkan, der seit seiner Jugend eine enge Verbindung zu Trinkhallen hat. „Seit 20 Jahren betreibt immer wieder jemand aus unserer Familie ein Wasserhäuschen“, sagt er. Aktuell ist sein Bruder Pächter des 24-Stunden-Büdchens an der Galluswarte. Eine Idee, die auch Özkan versucht hat in Ginnheim umzusetzen, jedoch ohne großen Erfolg. Deswegen hat er sich entschlossen sein Wasserhäuschen von sechs Uhr morgens bis Mitternacht zu öffnen. Wobei bereits ab 22 Uhr „himmlische Ruhe“ herrschen würde, sagt der 30-Jährige.

Im Umkreis des alterwürdigen Wasserhäuschens wohnen viele Rentner und Gehbehinderte. Sie freuen sich jetzt über den wieder gewonnenen Freiluft-Treffpunkt. Wie das Ehepaar Eva und Rolf Reuter, die fast täglich vorbeikommen. Mal trinken sie einen Piccolo, mal eine Limonade. Je nachdem, wonach ihnen gerade ist.

„Man muss nicht weit laufen und Özdemir macht seine Arbeit stets freundlich und gut“, sagen die Rentner. Und auch ihre Nachbarin Erika Schmidt, die mit einer bunten Runde am Tresen steht, freut sich, dass wieder Leben im Büdchen ist. Cafés hätten sie genug in der Nachbarschaft, aber so ein Wasserhäuschen mit Charme und Geschichte hätte in der Nachbarschaft gefehlt.

In einem sterilen Quartier, ganz ohne die altehrwürdigen Trinkhallen zu leben, können sich die Rentner gar nicht vorstellen. Zumal es dort nicht nur Getränke, Zigaretten und Eis gibt. Auch Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf werden an den meisten Büdchen verkauft. Wie auch bei Özdemir Özkan. „Für viele Senioren ist der Weg zum Supermarkt oft beschwerlich, manchmal kann ich da aushelfen“, sagt er.

Die vergangenen drei Monate haben dem jungen Pächter gezeigt, das sein Büdchen gut angenommen wird im Stadtteil. Deswegen blickt er zwar positiv in die Zukunft, hat aber auch noch neue Ideen. Besondere Getränkeangebote und kleine Snacks möchte er gerne anbieten, wie warme Rindswurst.

Die würde bei den derzeitigen Temperaturen von seinen Kunden aber wohl eher verschmäht. Derzeit ist Eis hoch im Kurs, vor allem bei den Kinder. Prompt taucht eine Gruppe Mädchen und ordert Wassereis in allen Farben. „Wenn es weiter so gut läuft, dann komme ich finanziell gut über die Runden. Das wird schon alles werden“, sagt er.

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