Entspannt, und hochmotiviert: Solmaz Heidlindemann ist die neue Schulleiterin der Diesterwegschule, auf die mit der anstehenden Sanierung spannende Jahre zukommen.
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Entspannt, und hochmotiviert: Solmaz Heidlindemann ist die neue Schulleiterin der Diesterwegschule, auf die mit der anstehenden Sanierung spannende Jahre zukommen.

Schulleben

Ginnheim: Die neue Schulleiterin packt gerne an

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Solmaz Heidlindemann freut sich auf die Sanierung der Diesterwegschule.

Ginnheim -Solmaz Heidlindemann weiß genau, was sie will. Das sei schon immer so gewesen, sagt die 38-Jährige mit der Kurzhaarfrisur, lacht und lehnt sich an den Pfeiler des Torbogens, den Eingang der Diesterwegschule, durch den sie seit einigen Wochen jeden Morgen geht. Denn Heidlindemann ist die neue Schulleiterin der Grundschule. Sie ist die Nachfolgerin von Petra Sturm-Hübnerin, die vor den Sommerferien in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Mit dem Posten der Schulleiterin an der Diesterwegschule habe sie schon länger geliebäugelt, sagt Heidlindemann. Im Niddapark spielt sie Tennis, dort habe sie erfahren, dass der Posten vakant wird. Neben dem musikalischen Schwerpunkt der Schule und Französisch als erste Fremdsprache gebe es einen weiteren Punkt, der sie besonders an der Stelle gereizt habe. Ein Punkt, dessentwegen andere vielleicht eher abgewunken hätten: Die seit Jahren in den Startlöchern stehende, aber wegen des fehlenden Ausweichgeländes, geplante Sanierung und Erweiterung der Diesterwegschule.

"Ich finde es spannend, was hier geplant ist. Die bisherigen Schwierigkeiten sind für mich eher eine Herausforderung", sagt Heidlindemann, die sich darauf freut "diesen Prozess aktiv begleiten und mitgestalten zu können". So könne sie es kaum erwarten, tiefer in die Pläne einzutauchen, mit Architekten und den städtischen Ämtern zu sprechen. Zudem habe sie eine Affinität für Sanierungen, für die Umgestaltung von Räumen und Gebäuden. "Das hat mich schon immer interessiert", sagt sie.

Obwohl sie gerne anpackt, entschied sich die Frau mit persischen Wurzeln nicht etwa für eine Ausbildung im Handwerk. "Ich wollte in die freie Wirtschaft", sagt sie. Sie studierte Volkswirtschaftslehre, Mathe und Englisch, merkte jedoch schnell, dass ihr das alles "irgendwie zu trocken" war. Als sie dann als Vertretung an einer Schule in Walluf einsprang, spürte sie, dass es das ist, was sie tun möchte: an einer Schule arbeiten. Also schwenkte sie um und legte den Turbogang ein. Binnen zwei Jahren beendete sie ihr Lehramtsstudium in Deutsche, Mathe und Englisch, 2010 machte sie ihr erstes Staatsexamen, es folgte das einjährige Referendariat. Und weil sie sich nicht vorstellen konnte "die ganze Zeit nur im Klassenzimmer zu stehen", strebte sie einen Posten in der Schulleitung an. Das hat sie geschafft, zuletzt war sie Konrektorin an der Goetheschule in Wiesbaden.

Die Ginnheimer Grundschule sei genau das, wonach sie gesucht habe, sagt Heidlindemann. Knapp 500 Kinder besuchen die Schule, die vier- und fünfzügig ist. Hinzu kommen die Vorklassen. Dass das Gebäude für die Anforderungen viel zu eng ist, das merkte die neue Schulleiterin schnell. Es fehlen Differenzierungs-, Betreuungs- und Musikräume, das Lehrerzimmer sei zu eng, Toiletten gibt es nur im Untergeschoss. Und davon zu wenige, vor allem in Zeiten von Corona. Nur zwei Schüler gleichzeitig dürfen die Räume betreten. "Die Sanierung und Erweiterung ist dringend nötig. Deswegen muss eine Entscheidung wegen des Ausweichgrundstückes für die Containeranlage her", sagt Heindlindemann. Sie selber präferiere das Areal an der Schloßhecke.

Dass ihre erste Stelle als Schulleiterin unter erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie begann, dass sieht Solmaz Heidlindemann entspannt. "Das Leben ist nicht statisch oder dynamisch. Mit so etwas muss man immer rechnen", sagt sie. Wichtig sei es deswegen, stets im Austausch zu sein. Das funktioniere in Frankfurt gut, die Kommunikation mit dem Stadtschulamt sei regelmäßig. "Wir haben nicht das Gefühl unterzugehen, sondern fühlen uns aufgefangen. Es ist alles sehr strukturiert", sagt sie. Auch sonst fühle sie sich angekommen. Angekommen an der Diesterwegschule. Wo sie noch viel vor hat. jdi

Ortsbeirat favorisiert Areal an der Schloßhecke

Ginnheim -Eigentlich hatte sich der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) in den vergangenen Jahren immer wieder mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass die Diesterwegschule während ihrer Sanierung auf das Grundstück "An der Schloßhecke" ausgelagert wird. Mit dem Verkehr gebe es in der engen Straße Probleme, das Grundstück sei nicht erschlossen und der dort ansässige Ponyhof müsste weichen, waren die immer wiederkehrenden Argumente. Aber auch alle anderen Standorte, die das Amt für Bau und Immobilien präsentierte, kamen nicht gut an. Zudem hatte Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) stets betont, dass er die Schloßhecke favorisiere.

In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates zeigte sich nun: Die Stadtteilpolitiker haben ihre Meinung geändert. Zumindest die meisten. "Um die dringende Sanierung der Schule nicht noch weiter unnötig hinauszuzögern, wird der Magistrat gebeten, einen zweiten Anlauf in Richtung Schloßhecke zu unternehmen", heißt es in einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Grünen, der mehrheitlich verabschiedet wurde. Mehrheitlich und nicht einstimmig, weil die BFF-Fraktion sich dagegen aussprach und stattdessen für ihren eigenen Antrag warb, der eine Auslagerung auf dem Schulgelände forderte, aber abgewiesen wurde.

"Das ist durchaus machbar, es muss logistisch nur genau geplant werden. Und: der Wille muss da sein", sagte Thomas Budenz (BFF). Sylvia Kunze, Fraktionsvorsitzende der SPD, wies derweil darauf hin, dass die Sanierung im Bestand allerdings von niemandem gewollt sei und es neben der Schloßhecke kein realistisches Auslagerungsgelände gebe. "Das können wir nicht verantworten", fügte Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) hinzu. Und auch Lothar Stapf (CDU) warb für die Schloßhecke. Eine schnelle Entscheidung sei wichtig, damit die Schule endlich saniert werden könne.

"Die Schloßhecke ist weiterhin im Rennen, das Areal war ja von Anfang an eine Option", sagt Günter Murr, Sprecher von Stadtrat Jan Schneider. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht.

judith dietermann

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