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AGB Chef Frank Junker präsentiert am 16. Februar 2017,die Pläne für die Platensiedlung in Frankfurt.

Kriminalität in Frankfurt

Ginnheimer Platensiedlung: ABG-Chef will Dealer aus ihrer Wohnung werfen

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Polizei und Stadtteilpolitiker warnen: In der Ginnheimer Platensiedlung haben sich Drogendealer breitgemacht, die sogar Kinder für sich arbeiten lassen. Die Mietshäuser gehören der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG. Deren Geschäftsführer Frank Junker will nun hart durchgreifen.

Zeitungsberichte über die haben Frank Junker aufhorchen lassen. „Wir müssen dafür sorgen, dass in der Siedlung wieder Ruhe und Ordnung herrschen – und zwar schnell“, sagt der Chef der ABG Frankfurt und kündigt mietrechtliche Konsequenzen an.

Die kommunale Wohnbaugesellschaft hat die ursprünglich für US-amerikanische Soldatenfamilien gebauten Mietshäuser in Ginnheim nach deren Abzug gekauft. Anwohner, Stadtteilpolitiker und Polizisten warnen inzwischen davor, dass sich in der Platensiedlung Drogendealer breitgemacht haben, die sogar Kinder als Helfer einspannen würden. In verschiedenen ABG-Wohnungen fand die Polizei in den vergangenen Monaten bei Routineeinsätzen mehrmals Cannabis- und Kokainpäckchen, die allem Anschein nach für den Verkauf vorbereitet waren. ABG-Geschäftsführer Junker will solche Zustände nicht länger dulden. „Wer in seiner Wohnung illegale Drogen aufbewahrt, anbaut oder verkauft, bekommt den Mietvertrag gekündigt“, kündigt Junker im Gespräch mit dieser Zeitung an.

Rechtlich sei ein solcher Rauswurf möglich, denn es handle sich um eine vertragswidrige Nutzung der Wohnräume. Doch wie erfährt die ABG von entsprechenden Fällen? Darf die Polizei den Vermieter über den Drogenfund in einer Privatwohnung informieren? „Ich bin mit dem zwölften Polizeirevier im Gespräch.

Wir werden einen rechtlich zulässigen Weg finden, Informationen auszutauschen“, zeigt sich Junker zuversichtlich. „Spätestens wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, können wir davon erfahren. Denn dann werden Name und Adresse des Angeklagten öffentlich.“

Eine weitere Idee, wie man die Probleme in der Platensiedlung angehen könnte, kam bereits aus dem Stadtteil selbst: Zusätzliche Sozialarbeiter sollen sich als sogenannte Streetworker um die jungen Bewohner der Siedlung kümmern, fordert der örtliche Regionalrat. Die Leiterin des Jugendzentrums Ginnheims, Ulrike Fritz, unterstützt diese Idee. Die Streetworker könnten an ihre Einrichtung angegliedert werden, schlägt Fritz vor. „Wir fordern schon seit Jahren mehr Personal, um den Jugendlichen besser gerecht zu werden. Der Bedarf an Hilfe und Unterstützung ist enorm.“

(dg)

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