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Gisela Dahlem-Christ

Hessisch-Förderung

Gisela Christ gründet Stiftung

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Das Volkstheater ist schon lange passé. Doch Gisela Dahlem-Christ , die das Haus bis zuletzt leitete und seit ihrer Adoption nun auch den Nachnamen von Carben trägt,

Das Volkstheater ist schon lange passé. Doch Gisela Dahlem-Christ , die das Haus bis zuletzt leitete und seit ihrer Adoption nun auch den Nachnamen von Carben trägt, kann scheinbar nicht von den Schauspielern und dem Trubel drumherum lassen.

Deshalb gründete sie eine gemeinnützige Stiftung, die junge Schauspieler, vor allem solche aus Frankfurt, unterstützen möchte. „Die Förderung der Kunst und Kultur war der Schauspielerin und langjährigen Volkstheater-Prinzipalin Liesel Christ stets ein Anliegen“, sagt deren Tochter Gisela, die die Stiftung auch „in ihrem Sinne und zur Erinnerung an sie“ ins Leben gerufen hat.

Vor kurzem stellte das Regierungspräsidium Darmstadt nun die offizielle Urkunde für die „Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung“ aus, die auch prompt ihre Arbeit aufnahm. „In dieser Stiftung sehe ich eine geeignete Fortsetzung der Tradition des leider nicht mehr bestehenden Volkstheaters Frankfurt“, betont Gisela Christ von Carben, die auch den Vorsitz im Stiftungsvorstand übernimmt.

Ihre Stellvertreterin ist die Autorin und Liesel-Christ-Biografin Dr. Sabine Hock . Zum Vorstand gehört außerdem der Historiker und Leiter des hr2-Ressorts Kultur, Bildung und künstlerisches Wort, Hans Sarkowicz . Das Stiftungsmanagement übernimmt die Frankfurter Sparkasse 1822. „Das Kapital für die Stiftung stammt von mir, aber über die Höhe möchte ich nichts sagen“, so die Gründerin Gisela Christ, die hinzufügt. „Ich hatte schon lange vor, so etwas zu machen.“ .

Die „Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Sprachlandschaft zu fördern. Das gilt, neben dem Hochdeutschen als primärer Bühnensprache, vor allem für Dialekte und regionale Umgangssprachen. Dazu zählen – natürlich – die Frankfurter Mundart, aber eine durch unterschiedliche Nationalitäten und Ethnien begründete Mehrsprachigkeit. Denn die Stiftungsmacher haben beobachtet, dass diese im zeitgenössischen Theater zunehmend in den Vordergrund rückt. Frankfurter Schauspielschüler, die sich diesem Thema besonders widmen, sollen daher Unterstützung in Höhe von mehreren Hundert Euro pro Monat erhalten.

Die Stiftung möchte eng mit der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zusammenarbeiten. Auch das kommt nicht von ungefähr. Denn Liesel Christ besuchte diese Bildungsinstitution einst. Vorgesehen ist, dass ab dem jetzt startenden Semester ein junger Schauspiel-Studierender eine regelmäßige Förderung für die Ausbildung an der Hochschule erhält. Langfristig geplant ist die Vergabe von weiteren Stipendien oder sogar eines Preises.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stiftung unsere Schauspieler unterstützen möchte, zumal diese Abteilung eine besonders erfolgreiche ist. Außerdem unterstreicht der regionale Bezug des Engagements einmal mehr die große Verbundenheit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit der Stadt Frankfurt“, betont Thomas Rietschel, der Präsident der Hochschule.

(es)

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