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Die vier verkohlten Stützpfeiler des Goetheturms in der aufgehenden Sonne: Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Frankfurter Wahrzeichen

Goetheturm: Immer mehr fordern Rekonstruktion

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Eine Woche nachdem der Goetheturm im Stadtwald ein Raub der Flammen worden ist, mehren sich die Forderungen nach einem originalgetreuen Wiederaufbau.

Eine Woche nachdem der Goetheturm im Stadtwald ein Raub der Flammen worden ist, mehren sich die Forderungen nach einem originalgetreuen Wiederaufbau. In dieser Frage sind sich auch politischen Gruppierungen einig, die sonst wenig Gemeinsamkeiten haben. Am Freitag sprachen sich die AfD-Fraktion im Römer und die Jungen Liberalen (Julis) dafür aus, den beliebten Aussichtsturm in seiner ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Zuvor hatten die Junge Union und die CDU Sachsenhausen diese Forderung erhoben.

„Der Goetheturm war immer ein Stück Kindheit für die, die hier aufgewachsen sind“, sagte die Juli-Kreisvorsitzende Julia Aicher. Das müsse er auch in Zukunft wieder sein. Bauvorschriften dürften der Rekonstruktion nicht im Weg stehen. „Etwaige Hindernisse im Baurecht sind zu beseitigen“, sagte sie. Wie berichtet, ist noch nicht klar, ob die Brandschutzvorschriften einen originalgetreuen Wiederaufbau des Goetheturms ermöglichen.

Julis und AfD fordern den Magistrat auf, eine Ausnahmeregelung zu erwirken. „Angesichts der unverwechselbaren Bauweise des Turmes und seiner Bedeutung erscheint die Wiedererrichtung in einer anderen als der ursprünglichen Form nicht geboten und wird von der Bevölkerung auch überwiegend abgelehnt“, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Rainer Rahn. Auch finanziell wäre eine Rekonstruktion die günstigste Lösung.

Unterdessen nimmt die Bereitschaft, Spenden für den Wiederaufbau zu sammeln, weiter zu. Sabine Schuler, Inhaberin der Kultkneipe „Zur Straßenbahn“ in der Heidestraße in Bornheim, hat angekündigt, am Samstag, 28. Oktober, die gesamten Tageseinnahmen für den Goetheturm zu spenden.

Der Theatermacher Thomas Bäppler-Wolf („Theatrallalla“) hat unter dem Motto „Power fer de Tower“ ein großes Ensemble von Künstlern zusammengestellt, darunter Kammersängerin Karin Pagmar aus Stockholm, Claudia Brunner von den Grimm-Festspielen Hanau und Tim Frühling vom Hessischen Rundfunk. Sie treten am 15. Januar ohne Gage im Sonnemannsaal des Historischen Museums auf. Die Einnahmen des Abends kommen dem Wiederaufbau des Goetheturms zugute. (mu)

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