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Zwar ist das Wasser im Graben klar und steht nicht mehr so hoch. Reinhold Scondo zeigt aber: Es ist voller Schlamm und läuft kaum ab.

Überschwemmungen vermeiden

Ein Graben gegen das Hochwasser

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Gärtner und Bauern nahe des Mains fürchten das nächste Hochwasser. An vergangenen Regentagen war der Ablaufkanal verstopft. Jetzt soll es Abhilfe geben.

Zusammen mit der Kommunalpolitik und der Frankfurter Stadtentwässerung suchen die Oberräder Gärtner und Bauern weiterhin nach einer gemeinsamen Lösung, um die Felder und Gewächshäuser nahe des Mains künftig vor Hochwasser zu schützen. „Die Situation hat sich zum Glück entspannt. Die Regenfälle haben nachgelassen, das Wasser läuft nach ersten Säuberungen besser ab und wir arbeiten jetzt gemeinsam daran, das System der Ablaufkanäle Stück für Stück zu reinigen“, bilanziert Rainer Schecker das jüngste Treffen zwischen zehn Kollegen, der Stadtentwässerung und der Oberräder CDU.

Wie berichtet war es Mitte Januar wegen häufiger Regenfälle zu Überschwemmungen gekommen, da der Entwässerungsgraben entlang der Oberräder Felder und Gärten durch Pflanzenbewuchs verstopft war. Eine gewisse Hoffnung liegt nun auf einem weiteren, rund 400 Meter langen Graben, der zwischen dem Speckweg und dem Strahlenberger Weg 40 Meter nördlich des Mains parallel zum sechs Kilometer langen Hauptkanal zwischen der A 661 und dem Strahlenberger Weg verläuft.

„Über diesen Graben, der durch einen Wirtschaftsweg gut erschließbar ist, könnte die Situation künftig besser entlastet werden“, sagt Rudolf Kammerer, Leiter der Stadtentwässerung Frankfurt. „Man müsste aber vorher erst schauen, wie es vor Ort mit dem Gefälle und dem Zufluss aussieht“, gibt sich Reinhold Scondo noch etwas skeptisch. „Es ist eben ein Experiment.“

In der Besprechung wurde auch der Vorschlag geäußert, zusätzlich mehrere kleinere Gräben, die mitten durch die Felder führen, zuzuschütten, um den Abfluss zu diesem parallelen Graben zu erleichtern.

Dieser Vorschlag ist laut Schecker allerdings mit Vorsicht zu genießen: „Auch diese Gräben, die unsere kundigen Vorväter hier angelegt haben, haben sicher ihren Sinn und sind nicht unverzichtbar“, wendet er ein. Kammerer räumt ein, es sei erst eine genaue Vermessung des Geländes nötig, ehe man sagen könne, wie tief dieser parallele Schacht zu graben ist.

Kammerer verweist auch auf gesetzliche Bestimmungen, die bei der regelmäßigen Reinigung des Kanalsystems zu berücksichtigen sind: Verbotene Pflanzenschutz- und Düngemittel auf einem fünf Meter breiten Randstreifen am Gewässer gehören ebenso dazu wie gewisse Schonzeiten: „So lange im Sommer noch Vögel dort brüten, dürfen wir nicht großflächig mähen“, erläutert er. Eine gründliche Reinigung wäre somit nur von Oktober bis Dezember möglich, doch müsse für Sonderfälle etwa nach Starkregen vorgesorgt werden.

Mittlerweile hat sich auch Christian Becker (CDU), Vorsteher des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Sachsenhausen, Oberrad) des Problems angenommen und eine Anfrage an den Magistrat gestellt. Er fragt, wie die Funktion der Entwässerungsgräben gesichert werden soll, die nördlichen Felder in Oberrad zu entwässern, damit die dortigen Felder wieder einer gärtnerischen Nutzung zugeführt werden können.

„Natürlich ist dort auch der Naturschutz ein wichtiges Thema“, betont Susanne Reichert, Pressesprecherin der CDU Oberrad. Aber es dürfe nicht so weit gehen, dass landwirtschaftliche Betriebe auf Flächen, die seit jeher genutzt werden, vor dem Aus stehen. „Zumal es sich hier um ein künstliches, von Menschen gemachtes Drainagesystem handelt, das mit Naturschutz eigentlich nichts zu tun hat“, findet Scondo.

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