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Stadtrat Jan Schneider und Jörg Nußbaumer von Unitymedia (2. von rechts) geben den Startschuss für die Hotspots.

Gratis-WLAN in Frankfurt

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In Frankfurt gibt es nun an ausgewählten Orten kostenloses WLAN. Gestern wurden insgesamt 20 Hotspots in der Innenstadt, in Höchst, Sachsenhausen, Bornheim und am Ostbahnhof freigeschaltet. Das Surfen im Internet hat sofort funktioniert, wie wir getestet haben. Von einer flächendeckenden kostenlosen WLAN-Versorgung kann aber nicht die Rede sein.

München hat es. Potsdam hat es. Pforzheim hat es. Helsinki ebenfalls. Und nun eben auch Frankfurt. Was die Städte eint? Einen öffentlichen drahtlosen Zugang zum Internet (Wireless Local Area Network, kurz: WLAN). Damit kann man zu jeder Zeit mit dem Laptop oder Smartphone online gehen und E-Mails sowie Fotos verschicken, ohne das meist begrenzte Datenvolumen des eigenen Handyvertrags nutzen zu müssen. Seit gestern geht das auch in Frankfurt an ausgewählten Orten in verschiedenen Stadtteilen und kostenlos. Möglich macht das der deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Frankfurt ist die erste von 100 Städten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, in denen das Unternehmen bis Ende des Jahres solche Internetzugänge anbieten will.

„Der Bedarf an mobiler Internetnutzung wächst immens“, sagte Jörg Nußbaumer, Vertriebsleiter für Bauträger und Kommunen bei Unitymedia. „Wir als Kabelnetzbetreiber haben eben die Möglichkeit, die dafür benötigte Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.“

Insgesamt 20 Zugangspunkte, sogenannte Hotspots, hat Unitymedia im Stadtgebiet eingerichtet, verborgen hinter grauen Stromkästen. So können die Frankfurter nun etwa in der Goethestraße und der Berliner Straße in der Innenstadt, in der Berger Straße in Bornheim, in der Schweizer Straße in Sachsenhausen sowie in der Emmerich-Josef-Straße in Höchst kostenlos im Internet surfen. Und dies hat sofort nach der Freischaltung der Hotspots funktioniert. Unser Test hat allerdings gezeigt, dass das Funksignal der Hotspots lediglich rund 100 Meter weit reicht. So bricht die Verbindung zum Hotspot in der Braubachstraße 12 bereits vor dem Dom ab. Eine Sitzgelegenheit, um am Laptop zu arbeiten oder mit dem Smartphone Fotos zu verschicken, findet man nur im Außenbereich der Lokale in der Braubachstraße. Am Merianplatz hingegen kann man es sich auf einer Bank gemütlich machen. Die Anmeldung funktioniert schnell und umkompliziert. Das öffentliche Netz hat die Kennung „Unitymedia Public WiFiSpot“. Per SMS an die Nummer 0177 178 55 77 mit dem Text „Wifi“ bekommt man nach wenigen Sekunden ein Passwort zugesendet, das man zusammen mit der eigenen Handynummer auf der Unitymedia-Homepage eingeben muss. Und schon kann das mobile Internet mit einer Geschwindigkeit von 10 Megabit pro Sekunde genutzt werden. Ein Tageslimit von 100 Megabyte kann verbraucht werden. Danach wird die Geschwindigkeit bis zum nächsten Tag gedrosselt. Doch die Nutzer müssen aufpassen. Laden sie sich illegale Filme herunter, sind sie dafür selbst haftbar. Unitymedia ist per Gesetz von der sogenannten Störerhaftung, die normalerweise den Anbieter verantwortlich macht, befreit.

Von einer flächendeckenden WLAN-Nutzung kann in der Stadt jedoch noch nicht die Rede sein. Allerdings kündigt Unitymedia an, weitere Zugangspunkte aufzustellen. Außerdem möchte man mit seinem Angebot „PowerSpot“ Geschäftskunden dazu bringen, ihren Gästen ebenfalls kostenloses Internet anzubieten. Zielgruppe sind Restaurants, Kneipen, Cafés, Arztpraxen und Friseursalons. Damit, so hofft der Anbieter, wird dann nach und nach ein flächendeckendes WLAN-Netz über Frankfurt gewebt.

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