Der Blick von der Alten Falterstraße auf den Bahnhof und den Abgang zum Fußgängertunnel, der den Süden des Stadtteils mit der Mitte verbindet: Schön ist anders. Bürger sollen nun Vorschläge zur Umgestaltung des Bahnhofs-Umfelds machen.
+
Der Blick von der Alten Falterstraße auf den Bahnhof und den Abgang zum Fußgängertunnel, der den Süden des Stadtteils mit der Mitte verbindet: Schön ist anders. Bürger sollen nun Vorschläge zur Umgestaltung des Bahnhofs-Umfelds machen.

Neugestaltung

Griesheim: Bürger sollen Vorschläge zur Umgestaltung machen

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
    schließen

Stadt schreibt Planung für das Bahnhofs-Umfeld aus - auch wenn die Sanierung des Bahnhofs selbst noch dauert.

Griesheim -Das Bahnhofsumfeld in Griesheim soll schöner - und praktischer - werden: Die Stadt wird die öffentlichen Flächen auf beiden Seiten des Bahnhofs neu gestalten. Nun startet eine Umfrage, die klären soll, welche Verbesserungen sich die Bevölkerung wünscht. "Am 28. September können Interessierte von 14 bis 18 Uhr am Nord- und Süd-Ausgang des Bahnhofs mit ihrer Meinung wichtige Impulse für die Planung geben", sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). "Aber auch danach ist die Beteiligung noch möglich. Und ich würde mich sehr freuen, wenn viele Griesheimerinnen und Griesheimer diese Chance wahrnehmen."

Fragebogen ausfüllen oder online beteiligen

Wer am Montag nicht vor Ort sein kann, hat die Möglichkeit, im Stadtteilbüro in der Waldschulstraße 17 a an der Umfrage teilzunehmen. Fragebögen, auch zum Mitnehmen, liegen  im Nachbarschaftsbüro aus und können dort bis Freitag, 23. Oktober, abgegeben werden. Wer lieber online teilnehmen möchte, kann dies ab Anfang Oktober unter www.stadtplanungsamt- frankfurt.de tun.

Hintergrund ist, dass Griesheim-Mitte ins Förderprogramm des Bundes und Landes zum Stadtumbau Hessen aufgenommen worden ist (wir berichteten). Die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds wird über die Fördermittel aus diesem Programm umgesetzt. Dafür wird ein Wettbewerb ausgerufen, an dem Planungsbüros teilnehmen können. Grundlage für die Planer sollen die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sein. Im gesamten Prozess werden die Bürger immer wieder aufgerufen, sich zu beteiligen.

Nicht betroffen ist allerdings der Bahnhof selbst: Dessen Sanierung und vor allem barrierefreier Ausbau wird von den Bürgern seit mehr als zehn Jahren nachdrücklich gefordert. Die bislang letzte Hiobsbotschaft hatte im Januar dieses Jahres ein sichtlich zerknirschter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling beim Neujahrsempfang der Griesheimer SPD verkündet: Der barrierefreie Umbau wird noch länger dauern als - wie zuletzt anvisiert - bis 2021. Bereits im Oktober 2019 hatte die Deutsche Bahn die Stadt Frankfurt darüber informiert, dass "die von uns beantragten Sperrpausen für 2021 nicht realisiert werden können und eine notwendige Vollsperrung der Gleise voraussichtlich erst in 2023 möglich sein wird". Diese Vollsperrung am Bahnhof wiederum sei "wesentliche Voraussetzung für die Erneuerung der Personenunterführung Ost inklusive der Aufzüge auf dem Hauptbahnsteig und dem Mittelbahnsteig".

Aktuell werde jedoch geprüft, "welche Maßnahmen auch unabhängig von Sperrpausen durchgeführt werden können". Vage ist die Rede von "verschiedenen Szenarien, die wir jedoch mit unseren Projektpartnern, der Stadt, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und dem Land Hessen, abstimmen müssen". Ziel der Bahn sei es, "bis 2022, soweit ohne Vollsperrungen der Bahnsteige möglich, erste Maßnahmen für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs zu realisieren".

Ursprünglich, so hatte damals die Griesheimer SPD-Vorsitzende Birgit Puttendörfer erinnert, wollte die Bahn mit der Sanierung des Griesheimer Bahnhofs "2019 fertig sein, dann 2021 - nun sind wir bei 2023 angekommen." Schon die Verzögerung durch das ICE-Unglück vom Februar 2017 sei eine "Lachnummer" gewesen. Auch der in Griesheim lebende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Ortsbeirat, Thomas Schlimme, war damals konsterniert: Der Vertrauensverlust bezöge sich nicht nur auf die Bahn, sondern auch auf die Lokalpolitiker, "obwohl diese selbst erneut im Regen stehen gelassen werden". Das Griesheimer Aktionsbündnis, das seit Jahren für den Umbau des Bahnhofs kämpft, hatte damals den DB-Konzernverantwortlichen Klaus Vornhusen in den Stadtteil eingeladen: Die Bahn müsse das den Bürgern erklären. Aus diesem Termin ist allerdings bis heute nichts geworden. Holger Vonhof

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare