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Melanie Seipp (Mitte) und Erhard Heeg (re.) von den "Speuzern" schildern den Gästen beim Ortstermin die verheerenden Zustände des Funktionsgebäudes.

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Desolates Gebäude: Nur ein kleiner Hoffnungsschimmer für die "Speuzer"

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Der F.F.V. Sportfreunde 04 beklagt bei einem Ortstermin mit der Stadt Frankfurt erneut den desolaten Zustand des Funktionsgebäudes in Griesheim. 

Griesheim - Putz blättert von den Wänden, die Duschen rosten vor sich hin, aus dem Herrenurinal stinkt's zum Himmel und das Flutlicht fällt immer wieder aus: "Die Zustände in unserem Sportverein sind, gelinde gesagt, eine Katastrophe!" So brachte Erhard Heeg, Vorsitzender des F.F.V. Sportfreunde 04, besser bekannt als die "Speuzer", den Leidensdruck der Kicker und den desolaten Zustand vor allem des Funktionsgebäudes auf dem Vereinsgelände an der Mainzer Landstraße 480 auf den Punkt.

Anlass war ein Ortstermin gestern Nachmittag mit der Sportamtsleiterin Angelika Strötz und Andreas Schröder, Architekt der städtischen Frankfurter Aufbau-Aktiengesellschaft. Heeg und seine zweite Schriftführerin Melanie Seipp hatten schon vor geraumer Zeit die Stadt um ein solches Treffen gebeten, um auf die Dringlichkeit ihrer Lage aufmerksam zu machen.

"Seit vier Jahren warten wir, dass sich etwas tut", klagte Melanie Seipp. Seither habe es mehrfach Begehungen und viel E-Mail-Kontakt mit der Stadt gegeben, aber nie Aussagen, wann es konkret losgehen kann - ob mit Sanierung oder Abriss und Neubau des Gebäudes. "Wir haben rund 500 Mitglieder, davon etwa 350 Kinder und Jugendliche", informierte Seipp. Und fügte hinzu: "Es tut uns in der Seele weh, zu sehen, dass unsere Kinder unter diesen Bedingungen trainieren müssen - wenn sie es denn überhaupt können."

Griesheim: "Flächenerwerb ist kompliziert"

Dabei mangelt es den "Speuzern" nicht an Sympathisanten. So unterstützt die SPD-Stadtverordnete Milkica Romic ihr Anliegen ebenso wie der für den Westen zuständige Ortsbeirat 6. Die Ortsvorsteherin Susanne Serke war denn auch mit ihrem Griesheimer Parteifreund Markus Wagner (beide CDU) beim Ortstermin dabei.

Schon vor zweieinhalb Jahren gab es auch Pläne seitens der Stadt Frankfurt, dem Elend ein Ende zu setzen - so sollte dem Gebäude ein Anbau mit modernen Umkleidekabinen und Duschen hinzugefügt werden.

Doch hat sich dabei nach Worten von Sportamtsleiterin Angelika Strötz herausgestellt, dass die nötige Fläche nicht der Stadt, sondern der Hessischen Landgesellschaft gehört. "Wir hätten nicht gedacht, wie kompliziert der Erwerb dieser wenigen benötigten Quadratmeter ist", räumte Strötz ein. Diese "Mini-Parzelle" aus dem Vertrag herauszulösen, erweise sich als sehr schwierig.

Immerhin: Stadt und Gesellschaft seien sich schon einig über einen Preis. "Ich bin optimistisch, dass wir die Fläche in nächster Zeit erwerben können", sagte sie. Dann müsse die Vermessungsbehörde die Grundstücksteilung genehmigen und die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Der Bitte der "Speuzer" um ein Zeitfenster wollten die Stadtvertreter nicht nachkommen: "Es wäre unlauter, wenn wir ihnen irgendetwas versprechen würden", sagte die Sportamtsleiterin.

Melanie Seipp machte deutlich, dass es die Kicker für wirtschaftlicher halten, "das Funktionsgebäude abzureißen und ein neues mit den derzeitigen Maßstäben und Vorschriften aufzubauen". Sie machte das auch an dem aus ihrer Sicht besorgniserregenden Fundament des Funktionsgebäudes fest: "Da kommen schon die Wurzeln raus - und Feuchtigkeit steigt aus dem Boden nach oben", beschrieb sie die Situation. Würde eine Überprüfung ergeben, dass die Substanz tatsächlich derart schadhaft sei, räumte der Architekt Andreas Schröder ein, werde auch ein Abriss des Baus erwogen.

Griesheim: Flutlichtmasten sollen erneuert werden

Einen etwas helleren Hoffnungsschimmer gab es für die "Speuzer" immerhin in Sachen Flutlicht. Die Stadt plane, so eine Mitarbeiterin des Sportamtes, die alten Flutlichtanlagen aller Frankfurter Vereine umzurüsten. Ein Ingenieurbüro sei mit der Umrüstung beauftragt - noch in diesem Jahr werde es auch für die Anlage an der Mainzer Landstraße eine Ausschreibung geben.

Außerdem, so versprach Angelika Strötz, wolle man ein von Melanie Seipp im Januar eingeholtes Angebot prüfen, um wenigstens die ärgsten Missstände in den WC-Anlagen kurzfristig zu beheben. 

Michael Forst

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