Alexandros Papathanassiou garniert das Brot, das er mit einem Feta-Kräuter-Knoblauch-Aufstrich vorbereitet hat, mit Tomaten. Daniela Scholl und Jennifer Ziegler (von links) freuen sich auf das "Moutsouna-Sandwich".
+
Alexandros Papathanassiou garniert das Brot, das er mit einem Feta-Kräuter-Knoblauch-Aufstrich vorbereitet hat, mit Tomaten. Daniela Scholl und Jennifer Ziegler (von links) freuen sich auf das "Moutsouna-Sandwich".

Frankfurter Kochbuch

Griesheim zergeht auf der Zunge

  • VonAlexandra Flieth
    schließen

Kulinarische Vielfalt zwischen Staustufe und Niedwald

In der großen Küche wird Gemüse geschnippelt, Pizzateig ausgerollt und ein Brotaufstrich aus Feta-Käse, Kräutern und Knoblauch angerührt. Alles ist frisch zubereitet und selbst gemacht. Die Ergebnisse werden fotografiert und werden Einzug halten in ein Kochbuch, das die kulinarische Vielfalt des Stadtteils widerspiegeln soll. Ist das Foto gemacht, dürfen die sechs leidenschaftlichen Hobbyköche probieren, was an diesem Vormittag an kleineren und größeren Gerichten kredenzt wird. "Wir kochen nicht nur gerne, sondern mögen auch zu essen", sagt Daniela Scholl und lacht. "Das dürfen Sie gerne so schreiben", sagt die Griesheimerin, die sich, wie die anderen auch, ehrenamtlich in der "Werkstatt Waldschulstraße" engagiert.

Griesheimer haben Rezepte eingereicht

Vor ein paar Jahren hatte Rebekka Schraml die Idee, den Stadtteil mit verschiedenen Aktionen zu beleben, Begegnung und Austausch zwischen den Menschen zu ermöglichen und die Nachbarschaft in Griesheim zu stärken. Mit dem gemeinsamen Kochen wird an diesem Vormittag ein weiteres Projekt der "Werkstatt Waldschulstraße" realisiert. Die Idee zu diesem besonderen Griesheim-Kochbuch stammt von Tilman Kootz, der sich ebenfalls in der Nachbarschaftsinitiative engagiert. Aus familiären Gründen könne er aber dieses Mal nicht mitkochen, erklärt Daniela Scholl. Besonders sei das geplante Kochbuch deswegen, weil jedes Rezept, das dort Einzug halte, von Griesheimern für das Projekt eingereicht worden sei. "Auf unseren Aufruf hin haben wir gut 35 Lieblingsrezepte bekommen", erzählt Daniela Scholl. Jedes werde nachgekocht, fotografiert und natürlich auch probiert. Gekocht wird an mehreren Terminen. Möglich sei das, weil der Internationale Bund (IB) die Küche des Jugendclubs in der Autogenstraße 18 für das Projekt zur Verfügung stelle. Die Küche ist sehr groß und bietet auch in Corona-Zeiten die Möglichkeit, während der Zubereitung ausreichend Abstand zu halten. "Ursprünglich wollten wir jeden, der ein Rezept eingereicht hat, während der Zubereitung in der eigenen Küche besuchen und fotografieren", erklärt Daniela Scholl. Das sei leider derzeit nicht umsetzbar.

In der Küche des IB-Jugendclubs kochen jetzt nicht nur die Akteure aus der "Werkstatt Waldschulstraße", sondern auch einige der Griesheimer, die Rezepte eingereicht haben, etwa das Ehepaar Marta und Alexandros Papathanassiou. Während sich der Gatte daran macht, frisches Brot mit dem schmackhaften Aufstrich aus Feta-Käse, Kräutern und Knoblauch zu bestreichen, bereitet seine Frau in einem Topf eine kalte Rote-Bete-Suppe vor. Warum sie bei dem Projekt mitmachen? "Ich koche sehr gerne und möchte die Griesheimer mit dem Rezept bereichern", sagt Alexandros Papathanassiou: Moutsouna-Sandwich nennt er seine Kreation, benannt nach einem Küstendorf auf der griechischen Insel Naxos. Oben auf den Feta-Käse-Aufstrich kommen noch frische, kleingeschnittene Tomaten. Das Foto ist gemacht, und für jeden der sechs Köche gibt es nun ein fertiges Sandwich zum Probieren. Alle sind überzeugt - das ist lecker . . .

Das Positive sichtbar machen

Unterdessen hat Jenny Ziegler Pizzateig ausgerollt und belegt. Alles sieht so aus, wie man das von einer Pizza erwarten würde. Das Geheimnis: Der Teig ist komplett glutenfrei. Während Jenny Ziegler die Pizza im Ofen backt, erzählt sie, warum sie mit zwei Rezepten dabei ist: "Über einen Nachbarn bin ich auf die Aktion aufmerksam geworden und finde es schön, dass durch so ein Projekt etwas Positives über Griesheim berichtet wird - statt der negativen Schlagzeilen, die es sonst oft gibt."

Das Positive im Stadtteil sichtbar machen, das ist auch das Anliegen der Akteure der "Werkstatt Waldschulstraße". "Uns ging es immer darum, sinnvolle Aktionen zu organisieren, von denen alle profitieren können und die Spaß machen. Wir möchten sichtbar machen, dass in unserem Stadtteil etwas passiert", betont Daniela Scholl. Sie hofft, dass möglichst viele Griesheimer Lust darauf bekommen, selbst etwas für Griesheim zu machen und sich mit Ideen einbringen.

Gefördert wird das Kochbuchprojekt vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), der Deutschen Bahn Stiftung und vom Internationalen Bund. Noch ist es nicht fertig, aber, so sagt Daniela Scholl: "Wenn es gedruckt ist, soll es auf jeden Fall eine Buchvorstellung geben."

Alexandra Flieth

Weitere Infos zum Projekt:

https://werkstatt-waldschulstrasse.jimdofree.com/aktuelles-proto kolle/kochbuch/

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare