Lena Kaluza, Tanja Lucas, Melanie Brandau und Bianca Seifert (v.l.) proben eine Szene aus dem Theaterstück "Sicher doch".
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Lena Kaluza, Tanja Lucas, Melanie Brandau und Bianca Seifert (v.l.) proben eine Szene aus dem Theaterstück "Sicher doch".

Theaterklub Megalomania

Ein größenwahnsinniger Theaterklub

Das neue Bühnenprogramm des Oberräder Theaterklubs Megalomania steht seit Freitag fest. Allerdings benötigt der Klub noch Darsteller für Lessings Komödie ,,Die Juden“. Engagierte Nachwuchsschauspieler sind morgen beim Casting gefordert.

Von Jannis Gollub

Auch wenn das Theaterstück mit dem Titel ,,Sicher doch“ noch einige Male geprobt werden muss, präsentieren Lena Kaluza, Tanja Lucas, Melanie Brandau und Bianca Seifert schon einmal die Kostüme. Die vier bilden zusammen mit anderen Freizeitschauspielerinnen die Mädchengruppe des Oberräder Theaterclubs ,,Megalomania“. Das Wort bedeutet größenwahnsinnig, erklärt der Leiter der Theatergruppe, Abraham Teuter.

,,Wir haben uns diesen Namen ausgesucht, weil wir bereits Stücke aufgeführt haben, die selbst für professionelle Ensembles schwer zu meistern sind“, betont Teuter. Damit meint er nicht nur die Fähigkeiten der Schauspieler, sondern auch die finanziellen Mittel, die erforderlich sind, um eine Geschichte auf die Bühne zu bringen. Der Klub finanziert sich nicht nur durch Gelder von Stiftungen oder der Stadt, sondern auch durch das sogenannte Sympathisantenabonnement. ,,Dabei zahlen die Leute einen bestimmten Betrag, und können im Gegenzug sehen, wie in unserem Theater gearbeitet wird“, erklärt Teuter. Auch die Vorstellungen im Theaterraum, der sogar über zwei kleine Zuschauertribünen verfügt – seien im Preis enthalten.

,,Auch in unserer Mentalität findet sich das Größenwahnsinnige wieder“, sagt Teuter. Er zielt damit auf Shakespeares Stück ,,Der Sturm“ ab, das im April nächsten Jahres auch vom Schauspiel Frankfurt aufgeführt wird. ,,Wir denken uns nicht etwa, dass wir uns im Vergleich zum Schauspiel blamieren, sondern dass wir einfach besser sein müssen“, sagt der Leiter des Theaterklubs mit süffisantem Ton.

Neben Shakespeares Werk und der Geschichte der Mädchengruppe steht auch Lessings Komödie ,,Die Juden“ auf dem Programm. Allerdings bereitet das Stück Abraham Teuter Sorgen. Der Grund: Zu wenig Schauspieler zwischen elf und zwölf Jahren wollen bei der Komödie mitspielen. ,,Wir hatten einige Abgänge, weil sich die Kinder auf die Schule konzentrieren mussten“, sagt Teuter. Der pensionierte Lehrer hat Lessings Stück bewusst für die Kindergruppe ausgesucht. ,,Es ist eine Geschichte, bei der die Kinder unter anderem Spaß an der damaligen Sprache finden“, sagt Teuter. Dies werde durch jede Menge Fechteinlagen im Stück gefördert. ,,Die Komödie ist quasi eine Mischung aus Lessings Geschichte und Austoben.“

Zudem behandle die Geschichte auch aktuelle Themen. ,,Das Stück erzählt von Vorurteilen gegenüber anderen Menschen, und wie die Leute damit umgehen“, erklärt der Leiter des Theaterklubs. Er meint damit, dass in der Geschichte ein Reicher Mann überfallen wird. Die Angreifer verkleiden sich dabei als Juden, um Missgunst und Vorurteile zu schüren.

Morgen sollen bereits die ersten Castings für zwei noch zu vergebende Rollen stattfinden. ,,Um mitzumachen müssen die Kinder keine Erfahrung beim Theater haben“, erklärt Teuter. Jedoch seien Geduld und Zuverlässigkeit zwei wichtige Eigenschaften, über die man als junger Schauspieler verfügen solle. ,,Richtig zu spielen und zu sprechen kann man sofort lernen – Geduld und Zuverlässigkeit hingegen kaum.“

Wer neugierig geworden ist, und eine Rolle in ,,Die Juden“ spielen möchte, kann morgen um 16 Uhr im Raum der Theatergruppe – Offenbacher Landstraße 368 sein Können unter Beweis stellen.

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